3,3 Liter: Diesen sensationellen Durchschnittsverbrauch verspricht Volkswagen für seinen neuen Polo Bluemotion. Rund einen Liter mehr soll der Spar-Wolf in der Stadt schlucken: 4,2 Liter. Wir haben die Probe auf´s Exempel gemacht, und den Polo BM so durchs Innenstadtgewühl bewegt, wie es Otto und Ottilie Normal zu tun pflegen.
Die Erwartungen sind groß, vor Fahrtantritt mit dem neuen Extrem-Sparer von Volkswagen, dem Polo Bluemotion. 3,3 Liter im Durchschnitt: Das ist schon eine starke Ansage. Jetzt ist uns schon klar, dass man, um diesen Wert zu erreichen, schon eine gehörige Portion Know-How im Bereich effizienten Fahrens anwenden muss. Meister ihres Faches schaffen das, oder zumindest einige wenige Zehntel darüber, mit Sicherheit, das wollen wir gar nicht leugnen. Worum es uns aber in unserem Test geht, ist, wie viel der Polo Bluemotion verbraucht, wird er so gefahren, wie Autos gemeinhin gefahren werden: ohne spritsparerische Kapriolen wie etwa vorausschauendes Fahren, erpicht, schnellstmöglich von A nach B zu kommen, Musik im Ohr, klimagekühlt, oder- erwärmt, die Gedanken beim nächsten Termin oder dem letzten Beziehungskrach. Auf geht´s!
Gewicht runter, . . .
Die Macht der Gewohnheit abzustreifen gilt es gleich zu Beginn: eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung gibt es nicht. Der Schlüssel ist in guter alter Manier feststehend und nicht einklappbar. Aha, interessant. Stand in der Preisinformation unseres Testwagen nicht etwas von runden 18.000 Euro? Na, gut, denkt sich der Wohlmeinende, wird vermutlich behufs der Gewichtsreduktion sein. Immerhin wiegt der Superspar-Polo runde 30 Kilo weniger als ein vergleichbarer Kollege ohne den Zusatz „Bluemotion“ in der Typenbezeichnung. Also Schlüssel ins Türschloss, aufgesperrt, reingesetzt und Motor gestartet. Und wieder ein Ausflug in vergangenen Zeiten: der 1,2 Liter große 3-Zylinder-Commonrailer nagelt wie weiland die Pumpe-Düse-Selbstzünder in ihren besten Zeiten. Aber Dämmstoffe wiegen immerhin was, und man wollte ja letztendlich auf die 1.070 Kilo kommen, die der Polo BM wiegt. Ob auch die Hartplastikverkleidung des Instrumententrägers auf die Kilo-Fuchserei zurückzuführen ist? Einziges Komfort-Zugeständnis: die elektronische Klimaanlage „Climatic“, die aber auch mit einem Aufpreis von 878 Euro recht teuer erkauft ist.
. . . Verbrauch auch
Im Kaltlauf prangt im zentralen Infodisplay im Armaturenfeld erstmals ein Durchschnittsverbrauch von 11 Liter. Schockschwerenot! Hab ich etwa auf den ersten drei gefahrenen Kilometern schon soviel falsch gemacht? Dann aber die Erleichterung: die Verbrauchswerte fallen mit jedem weiteren gefahrenen Meter, wie die Kilos bei der F.X. Mayer-Kur. Mehr als den Direktiven der Schaltpunktanzeige zu folgen sind wir nicht bereit zu tun, wie eingangs erwähnt. Den Rest des effizienten Vorankommens muss der Polo BM machen. Und siehe da, er macht: Beim Ampelstopp schaltet sich der Motor ab und nimmt seine Funktion wieder auf, wird das Kupplungspedal betätigt. Das Start-Stopp-System ist beim Highend-Sparer aus Wolfsburg serienmäßig mit an Bord.
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