Ein guter alter Bekannter ist wieder da: der Opel Astra Kombi. Allerdings tritt er jetzt unter neuem Namen auf. Statt Caravan nennt Opel seinen Kompakt-Lader nun Sports Tourer. Untertitel: „Zupackender Athlet“. Viel mehr als die dynamischen Eigenschaften wiegt im neuen Astra Kombi allerdings der Komfort und die praktischen Tugenden.
Sporty Wagon, Sportwagon, SportCombi, Sport Combi: Die Zeiten, in denen ein Kombinationskraftwagen einfach das zu sein hatte was er per se ist, nämlich ein auf erhöhten Platzbedarf Rücksicht nehmendes Fahrzeug, sind längst vorbei. Heutzutage muss auch der Lifestylefaktor hervorgekehrt werden und das geht nach Meinung der Hersteller am besten mit dem Zusatz „Sport“- in welcher Form auch immer. Weil, so scheint es: Wer will schon als fader Pragmatiker ausgewiesen die Straßen entern? Laderaum schön und gut. Auf diesen Anspruch allein, wollen sich die Kombi-Kunden von heute nicht reduzieren lassen. Auch wenn ab einem gewissen Lebensabschnitt das Kofferraumvolumen bei der Anschaffung eines Autos das ausschlaggebende Kriterium ist, so soll doch signalisiert werden, dass dabei die juvenile Lebensfreude nicht flöten gegangen ist, dass man sich jünger fühlt als man ist, dass man trotz Kind und Kegel im Fond keineswegs als abgeklärter Familienschlaffi gilt. Auch Opel mag dieses Image seiner Kundschaft nicht zumuten und nennt seinen Kompakt-Lader flott Sports Tourer. Und nicht genug damit, addieren sie noch den etwas holprigen Zusatz „zupackender Athlet“. Na da werden die Köpfe aber geraucht haben in der Rüsselsheimer Marketingabteilung.
Saubere Sache
Bei all dieser Konzentration auf die dynamischen Qualitäten des neuen Astra Kombi wollen wir uns dennoch zu Beginn den praktischen Tugenden des Astra Kombi in neunter Generation zuwenden. Und derer gibt es tatsächlich mannigfache, wie sich bei der ersten Testfahrt des Rüsselheimers gezeigt hat. Zwar ist das Kofferraumvolumen im Vergleich zu jenem des Vorgängers um den einen oder anderen Liter geschrumpft, dennoch sind 500 Kubikdezimeter bei aufgestellter Rücksitzlehne und ausgenutzter Reserveradmulde unter dem Ladeboden wenn schon kein Rekord, ein sehr annehmbarer Wert allemal. Sofort ins Auge springt dabei, wie aufgeräumt das Gepäckfach wirkt. Das Ladegut ist problemlos verstaubar, ohne um Ecken, Kanten und Winkel herumschlichten zu müssen.
An Alles gedacht
Ein geradezu haptisches Erlebnis ist dabei die Betätigung der vom Kofferraum aus bedienbaren Schalter zum Umlegen der Rücksitzlehnen. Dieses sogenannte FlexFold-System funktioniert elektrisch und nicht, wie selbst bei vielen Kombis höherer Klassen, per primitivem Seilzug. Einmal leicht an den Schaltern gezogen, und das Kofferraumvolumen erweitert sich auf brettlebene 1550 Liter – ganz ohne lästiges Herumfummeln an den Kopfstützen. Komplett unfummelig ist auch die Laderaumabdeckung, die durch leichtes Antippen nach oben fährt, oder mit einem einfachen Handgriff gänzlich entfernt und bequem unter dem Ladeboden verstaut werden kann. Als die 110 Euro Aufpreis wert erweisen sich auch die Schienen an den Seiten des Laderaums, an denen Ösen, Netze, Taschen, Haken und andere, den Transportalltag erleichternde Dinge befestigt werden können. Wer gern nach oben buckelt und nach unten tritt (derer soll es in Österreich ja viele geben), der kommt im nächsten Jahr mit einer neuen Version des integrierten Fahrradträgers auf seine Kosten. Und für die Kynologen unter uns gibt es einen ausklappbaren Teppich, der den lackierten Stoßfänger vor Kratzern schützt wenn der Vierbeiner in den Kofferraum springt. Sonst noch jemand, der seine spezifischen Bedürfnisse hier nicht berücksichtigt sieht?
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