Renault Laguna Grandtour: Voyage en français
"C´est la vie", wie der Franzose sagt. So ist es im Autoleben. Zur Halbzeit gibt’s ein Facelift. Besonders gelungen ist das bei unserem Intensivtestkandidaten, dem Renault Laguna.

Besonderes Highlight des getesteten Renault Laguna Grandtour: die Allradlenkung 4Control. Wie sich der Kombi um die Kurven schleudern lässt, zeigt der Intensivtest.
Schon vor der Überarbeitung kein hässliches Entlein, hat die Front durch klarer gezeichnete Linien, ein wenig Chromschmuck und die zur Zeit sehr modischen, klavierlackschwarzen Applikationen an Ausdruck dazugewonnen. Das Heck entzückt nach wie vor mit seiner Schnittigkeit, zu der auch die besonders schöne Duplexauspuffanlage ihren Beitrag leistet. Ein klares Statement in Richtung Dynamik setzen auch die besonders schönen, grau lackierten 18-Zoll-Räder "Interlagos" für 579,60 Euro Aufpreis wohlfeil. Aber so viel Sportlichkeit bei einem Renault? Irgendwie ungewöhnlich – und doch angebracht.
Vier gewinnt
Als Alleinstellungsmerkmal in seiner hart umkämpften Fahrzeugklasse wurde dem Laguna ein besonderes Extra mitgegeben. Um den geneigten Passat- oder Mondeokunden vielleicht doch mal nach Frankreich schielen zu lassen gibt es eine Allradlenkung - und die bietet wesentlich mehr Vorteile, als nur beim Einparken behilflich zu sein, wie man sich das jetzt im ersten Moment vorstellt. Durch ständige Überwachung des Lenkwinkels, der Geschwindigkeit und der Fahrdynamik wird die Hinterachse passend dazu gesteuert. Im Geschwindigkeitsbereich bis 60 km/h lenken die hinteren Räder in die entgegen gesetzte Richtung der vorderen – wie zum Beispiel bei manchen Reisebussen oder Radladern. Das erhöht die Wendigkeit und nimmt Lenkarbeit ab.
Agilitätswunder
Die erste Durchfahrt eines Kreisverkehrs ist dabei mit Sicherheit ein "Aha-Erlebnis". Wer das ein wenig zu forsch angehen lässt, dem wird in Notsituationen auch noch geholfen. Die Hinterachse ist auch mit dem Stabilitätsprogramm gekoppelt und hilft wenn nötig durch blitzschnelle Manöver, einen stabilen Fahrzustand wiederherzustellen. Bei höherem Tempo lenken die hinteren Räder gleich mit den vorderen, stemmen das Fahrzeugheck also sanft dagegen. Das Ergebnis davon ist ein Geradeauslauf, den sonst nur wesentlich teurere Fahrzeuge mit Heckantrieb oder Allrad eine Klasse über der Mittelklasse zu bieten haben. Kurz zusammengefasst bedeutet das also: die einerseits beeindruckende Wendigkeit und die andererseits störrische Unbeirrbarkeit der Autobahn oder Landstraße zu folgen, täuscht sogar über den reinen Frontantrieb hinweg. Klar – wenn die Räder vorne weniger zu tun haben, weil hinten auch gelenkt wird, so haben sie mehr Ressourcen sich der Motorkraftübertragung zu widmen.
Gut erzogen – kein Säufer
Mit seinem 175 PS starken Zwei-Liter-Turbodiesel im Team mit einer komfortabler schaltenden 6-Gang-Automatik, die es nur mit diesem Motor gibt, ist der Laguna optimal motorisiert. Mit ausreichend Durchzug in allen Lebenslagen, beim Dahingleiten akustisch unauffällig und sehr linear in der Leistungsentfaltung ist er ein kreuzbraver Vertreter seiner Gattung. Die guten Manieren kann man auch am Bordcomputer ablesen. Der Testverbrauch von 7,5 Litern geht für die Fahrzeugkonfiguration voll in Ordnung. Denn an Ausstattung fehlte in unserem Testfahrzeug nichts.
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DruckenSenden04.03.2011 von Philipp Stalzer
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