Mercedes E 250 CGI Cabrio: Offenbarung
Schotten dicht
Wird´s witterungstechnisch dann doch etwas unwirscher, stehen als erste Gegenmaßnahme einmal der so genannte Airscarf parat: aus in die vorderen Kopfstützen integrierte Lüftungsdüsen ergießt sich auf Knopfdruck und gegen Bezahlung von rund 600 Euro ein wohligwarmer (oder auch erfrischend kühler) Luftstrom in den Nacken von Fahrer und Beifahrer. Wird es dann zusätzlich, auch noch feucht, hilft´s nichts mehr, dann muss letztendlich doch das Verdeck als Kompensation für die Unbill herhalten. Aber keine bange, stehen geblieben muss deswegen nicht gleich werden: Der Schließmuskel funktioniert bis Tempo 40. Ist es dann mal zu, was nicht länger als 20 Sekunden dauert, gibt es zweierlei zu bemerken: Erstens sperrt das dick wattierte Verdeck Umgebungslärm in einer Effektivität aus, die eines Hardtops mehr als würdig ist. Zweitens nimmt die Optik des E-Klasse Cabrios keinerlei Schaden, werden die Schotten dichtgemacht. Und an dieser Stelle wollen wir der Unumstößlichkeit noch einmal explizit Ausdruck verleihen: nur ein Stoffverdeck gewährleistet eine derart stimmige Integration des Dachs ins Gesamtbild eines Cabriolets.
Schlüssiger Antrieb
Mit dem 250 CGI versah der zweitkleinste im Portfolio des E-Klasse Cabriolets zur Verfügung stehende Benziner in unserem Testwagen seinen Dienst. Die Nomenklatur ist dabei etwas irreführend: Der Hubraum misst nicht, wie suggeriert, 2,5, sondern 1,8 Liter. Ein Zeichen von Schwäche ist das aber mitnichten. Die von der formidablen 5-Gang-Automatik gemanagten 204 PS des aufgeladenen Direkteinspritzers bringen den 1,7-Tonner rasch auf Touren. Das über einen weiten Bereich (2.000 bis 4.300 Touren) zur Verfügung stehende Drehmoment von 310 Newtonmetern sorgt dafür, dass der Benz stets fein am Gas hängt. Wird dem nicht allzu sehr Rechnung getragen, peilen sich die Verbrauchswerte im Schnitt bei knapp unter 10 Liter ein.
Steif und fest
Punkto Verwindungssteifigkeit und Straßenlage gehört das E-Cabriolet zu den Vertretern der Referenzklasse im Segment. Selbst forsch überfahrene Straßenschweller zeitigen keinerlei Vibration oder wie immer geartete dissonante Geräusche. Auf der Autobahn ist das Cabriolet, wie seine festbedachten Modellkollegen ein Ausbund an Ruhe und Gelassenheit. Wie sang schon Pipi Langstrumpf: „So will ich immer reisen . . .“ Nicht ganz revidieren können wir in diesem Zusammenhang (Reisen, und so) Punkt fünf der im ersten Absatz aufgelisteten Vorhaltungen: bei geöffnetem Verdeck reduziert sich der Gepäckraum von wohlfeilen fast 400 auf 300 Liter.
Fazit
Dem oben Gesagten gibt es im Prinzip nicht mehr viel hinzuzufügen. Vielleicht noch die leidige Sache mit dem Preis: Das von uns gefahrene Modell, der 250 CGI , will mit 56.770 Euro beim Händler ausgelöst werden. Lässt man neben Feinheiten wie Airscarf, Aircab, Ledersitze, Navigation auch noch Parktronic, Komfortsitze, Spiegel- und Lichtpaket implantieren, sind noch mal runde 20 Flocken zu addieren. Ergo: Weinenden Auges müssen wir wieder einmal von der Absicht der Anschaffung Abstand nehmen.
Mercedes E 250 CGI Cabrio: Intensivtest
Erwachsener und seriöser lässt es sich ...
Ein Cabriolet bar jeglicher pubertärer ...
Schwarz ist´s! In dieser Farbe kommen d...
DruckenSenden16.09.2010 von Christian Zacharnik