Skoda Yeti 4x4 TDI: Everybodys darling
Premiumanspruch
Der Innenraum des Yeti macht den Premiumanspruch der Marke sehr deutlich klar. Das wurde insbesondere evident, als wir direkt vom neuen Highline-Polo in den Yeti umstiegen. Die Materialien sind weich, fassen sich hochwertig an und wirken ebenso verarbeitet. Die edle Optik in unserem Testwagen erhält vor allem durch die feinen Ledersitze Nahrung. Allerdings ist das mit 1.965 Euro Aufpreis auch recht teuer erkauft. Die Wurzelholzapplikationen sind in einem Superb besser aufgehoben, als im segmentsbedingt doch eher hemdsärmelig auftretenden Yeti. Ernsthaft zu überdenken gilt die Anschaffung des riesigen Panorama-Glasschiebedachs. Für 1.100 Euro gibt´s viel Licht und darob freundliche Atmosphäre. Auch fein zu haben, aber leider keine Mäzie: Das Radio-DVD-Navigationssystem "Columbus" für 2.000 Euro. Wer sich seinen Yeti so ausstattet, braucht sich über die fast 40 Tausender nicht wundern.
Guter Kompromiss
Serienmäßig ist dafür das sehr ausgeglichene Fahrverhalten des Yeti. Die Lenkung ist direkt, der Wendekreis mit 10 Metern äußerst parkgaragenfreundlich. Die straffe Fahrwerksabstimmeung weiß man bei dynamischerer Fahrweise zu schätzen und bei Unebenheiten oder im Gelände nicht zu verdammen. Hier ist ein guter Kompromiss gelungen. Der 140 PS starke 2-l-Commonrailer macht in unteren Drehzahlbereichen nicht gerade durch besondere Spritzigkeit von sich reden. Ab 2.000 Touren allerdings ist der Bann gebrochen und das Drehmoment von 320 Newtonmeter beginnt zu greifen. Auf Autobahnen geht´s stabil dahin. Bei Tempo 130 läuft der Motor allerdings trotz eingelegtem sechsten Gang recht hochtourig, was dem Geräuschpegel nicht sonderlich zuträglich ist. Dafür steigt der Treibstoffverbrauch kaum über 5,6 Liter hinaus. Über den gesamten Testzyklus lässt sich ein Test-Konsum von 6,4 Liter vom Bordcomputer ablesen, und das trotz Allrad und immerhin 140 PS.
Reisefreund
Dafür reist sich auf den Fondplätzen sehr kommod. Wer auf ein, zwei Liter Gepäckvolumen (von insgesamt properen 510) verzichten kann, fährt die um 15 Zentimeter längs verschiebbare Bank ganz nach hinten, neigt die Lehnen, schaut beim Panoramadach hinaus und freut sich des Lebens auf Tour.
Fazit
Es ist tatsächlich schwer, den Skoda Yeti nicht zu mögen. Er ist wie ein guter Anzug, mit dem man nie over- und nie underdressed ist, der gut sitzt und, wie meine Großmutter immer sagte, aus einem "dankbarem" Stoff ist. Solch ein Beinkleid muss kein Haus kosten, gratis gibt es ihn freilich auch nicht. Der Grundpreis von knapp 19.000 Euro ist nur eine theoretische Größe. Wer Allrad will - und wer will den nicht? - plus ein paar der oben beschriebenen Gimmicks, sprengt rasend schnell den 25-Tausender-Rahmen. Noch ein paar Kreuzerln mehr auf der Optionenliste und der heiße Vierzger, wie bei gegenständlichem Fahrzeug, ist keine Hexerei. Da hat Skoda gut gelernt von den arivierten Produkten der Konzernmutter.
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15.12.09 von Christian Zacharnik