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Intensiv-Tests

Skoda Yeti 4x4 TDI: Everybodys darling 

Anders als sein Namensgeber, ist der neue Offroad-Tscheche über jeden Zweifel erhaben. Will man ihn aber voll ausgestattet, gehts preislich in doch recht Skoda-untypische Höhen.

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Mato-Braun nennt sich die elegante Farbe unseres Test-Yeti. So wie er da steht, kostet er rund 39.000 Euro. Schockiert? Dann lesen Sie mal was alles drin und dran ist am Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 Experience mit 140 PS. 
Rege ist das Interesse, das uns beziehungsweise dem Skoda Yeti während unserer Testphase entgegen gebracht wird, groß der Fragenkatalog. All unsere bereitwillig zur Verfügung gestellten Informationen werden äußerst wohlwollend zur Kenntnis genommen. Er wird gemocht, der Yeti. Die Blicke verfinstern sich allerdings bei der Beantwortung der Preisfrage. Die Zahl 38.000 wird mit heftigen Kopfschütteln quittiert. Da hilfts auch nicht, wenn wir aus- und nachdrücklich darauf hinweisen, dass unser Testwagen mit allem ausgestattet ist, was die Optionenliste so hergibt und dass es den Yeti freilich auch günstiger gibt (ab 18.980, -). 38.000 Euro dürfte aber ein Betrag sein, der mit den Vorstellungen präsumtiver Skoda-Fahrer so gar nicht einhergehen will. Häufigste Entgegnung: "Da kauf ich mir gleich den Tiguan".   

Warme Semmel
Das sei freilich jedem unbenommen. Der Fairneß halber sei allerdings gesagt, dass der Yeti, so wie Skoda als ein Ganzer, jeglichen Ostblockmief längst abgestreift und zur internationalen Premiumriege aufgeschlossen hat - sowohl was das Image, als auch den qualitativen und technischen Nimbus betrifft. Warum soll sich ein Skoda also unter seinem Wert verkaufen?  Für den Yeti im Speziellen gilt außerdem auch noch, dass er in einem Fahrzeugsegment vertreten ist, das derzeit einfach weg geht wie warme Backwerke. Los werden sie ihn also und das auch, wie sich zeigt, in rauhen Mengen: In nur zweieinhalb Monaten nach seiner Markteinführung hat Porsche Austria bereits 1.000 Stück ausgeliefert.

Freundlicher Geselle
Neben dem Reiz des Neuen, ist es zum einen die Optik des Yeti, der ihn in die Garagen des Landes treibt. In Zeiten, wo man mit martialisch wirkenden Allradlern aneckt, kommt der fast schon liebliche Yeti gerade recht. Gerade von vorn betrachtet kann dem Yeti niemand ernsthaft krumm nehmen, dass er sich allradgetrieben durchs bestens ausgebaute Straßennetz des Landes bewegt. Den SUV nimmt man ihm erst auf den zweiten Blick ab, obwohl alles dran ist, was ein solcher eben braucht. Das seitliche Fensterband gemahnt etwas arg an jenes des Konzernkollegen Roomster. Das Heck ist kompakt gezeichnet, kann die gewisse Raffinesse der Front allerdings nicht ganz weiterführen. Alles in allem aber wird einem nicht fad, den Yeti anzuschauen. Formattechnisch passt der SUV mit seiner Länge von 4,22 Meter perfekt ins Urbangewühl. In Parklücken ist der Yeti schnell manövriert, die Übersichtlichkeit ist top. Da kann man sich den Parklenkassistenten (PPA) getrost sparen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite wie sich der Yeti fährt, was er im Innenraum kann und warum er im Konzernbverbund ein gelehriger Schüler ist.

Premiumanspruch
Der Innenraum des Yeti macht den Premiumanspruch der Marke sehr deutlich klar. Das wurde insbesondere evident, als wir direkt vom neuen Highline-Polo in den Yeti umstiegen. Die Materialien sind weich, fassen sich hochwertig an und wirken ebenso verarbeitet. Die edle Optik in unserem Testwagen erhält vor allem durch die feinen Ledersitze Nahrung. Allerdings ist das mit 1.965 Euro Aufpreis auch recht teuer erkauft. Die Wurzelholzapplikationen sind in einem Superb besser aufgehoben, als im segmentsbedingt doch eher hemdsärmelig auftretenden Yeti. Ernsthaft zu überdenken gilt die Anschaffung des riesigen Panorama-Glasschiebedachs. Für 1.100 Euro gibt´s viel Licht und darob freundliche Atmosphäre. Auch fein zu haben, aber leider keine Mäzie: Das Radio-DVD-Navigationssystem "Columbus" für 2.000 Euro. Wer sich seinen Yeti so ausstattet, braucht sich über die fast 40 Tausender nicht wundern.

Guter Kompromiss
Serienmäßig ist dafür das sehr ausgeglichene Fahrverhalten des Yeti. Die Lenkung ist direkt, der Wendekreis mit 10 Metern äußerst parkgaragenfreundlich. Die straffe Fahrwerksabstimmeung weiß man bei dynamischerer Fahrweise zu schätzen und bei Unebenheiten oder im Gelände nicht zu verdammen. Hier ist ein guter Kompromiss gelungen. Der 140 PS starke 2-l-Commonrailer macht in unteren Drehzahlbereichen nicht gerade durch besondere Spritzigkeit von sich reden. Ab 2.000 Touren allerdings ist der Bann gebrochen und das Drehmoment von 320 Newtonmeter beginnt zu greifen. Auf Autobahnen geht´s stabil dahin. Bei Tempo 130 läuft der Motor allerdings trotz eingelegtem sechsten Gang recht hochtourig, was dem Geräuschpegel nicht sonderlich zuträglich ist. Dafür steigt der Treibstoffverbrauch kaum über 5,6 Liter hinaus. Über den gesamten Testzyklus lässt sich ein Test-Konsum von 6,4 Liter vom Bordcomputer ablesen, und das trotz Allrad und immerhin 140 PS.

Reisefreund
Dafür reist sich auf den Fondplätzen sehr kommod. Wer auf ein, zwei Liter Gepäckvolumen (von insgesamt properen 510) verzichten kann, fährt die um 15 Zentimeter längs verschiebbare Bank ganz nach hinten, neigt die Lehnen, schaut beim Panoramadach hinaus und freut sich des Lebens auf Tour.
 
Fazit
Es ist tatsächlich schwer, den Skoda Yeti nicht zu mögen. Er ist wie ein guter Anzug, mit dem man nie over- und nie underdressed ist, der gut sitzt und, wie meine Großmutter immer sagte, aus einem "dankbarem" Stoff ist. Solch ein Beinkleid muss kein Haus kosten, gratis gibt es ihn freilich auch nicht. Der Grundpreis von knapp 19.000 Euro ist nur eine theoretische Größe. Wer Allrad will - und wer will den nicht? - plus ein paar der oben beschriebenen Gimmicks, sprengt rasend schnell den 25-Tausender-Rahmen. Noch ein paar Kreuzerln mehr auf der Optionenliste und der heiße Vierzger, wie bei gegenständlichem Fahrzeug, ist keine Hexerei. Da hat Skoda gut gelernt von den arivierten Produkten der Konzernmutter.

15.12.09 von Christian Zacharnik

 

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Fahrspaß:

Skoda  Yeti  4x4 2.0 TDI Experience

Preis: 37.970,01 Euro (Testwagen)
Motor: 4-Zylinder Common Rail
Hubraum: 1.968 ccm
Leistung: 140 PS
Vmax: 190 km/h
0 -100 km/h: 9,9 s von 0 auf 100 km/h
CO2: 159 g/km
MVEG-Verbrauch: 6,1 l/100 km
Maße/Gewichte: 1.455 kg
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