Was einmal klappt, das geht auch beim zweiten Mal gut. Nach diesem Motto will Lamborghini jetzt den Kaufinstinkt der Superreichen mit einer neuen Auflage des Reventón wecken. Der brachiale Spitzensportler auf Basis des Murciélago stand 2007 als Coupé auf der IAA in Frankfurt und war trotz eines Nettopreises von exakt einer Million Euro binnen weniger Stunden ausverkauft – schließlich haben die Italiener nicht mehr als 20 Exemplare aufgelegt. Zwei Jahre später folgt nun nach dem gleichen Muster der Roadster, den es sogar nur 15 Mal geben wird. Doch wie immer bei offenen Autos fällt auch hier ein Open-Air-Zuschlag an, so dass die Rechnungssumme bereits netto auf 1,1 Millionen Euro steigt, Mehrwertsteuer und NoVA noch gar nicht mit eingerechnet.
Tiefflieger mit messerscharfen Kanten
Wie das Coupé ist auch der Roadster einem Kampfjet näher als einem Straßenauto: Entworfen nach einem Betriebsausflug des Designteams auf einer italienischen Luftwaffenbasis, duckt sich der Tiefflieger auf die Straße als wolle er unter dem Radar durchtauchen und leitet den Wind mit rasiermesserscharfen Kanten um die schnelle Skulptur herum. Dabei wirken die LED-Tagfahrleuchten im Rückspiegel wie Luke Skywalkers Laserkanonen, die 18 Zoll großen Felgen in den 245er Reifen vorn und den 335er Walzen hinten erinnern an die Schaufelräder von Turbinen, und in den Rückleuchten strahlen LED-Muster wie rot glühende Wurfsterne.
Feeling wie im Kampfjet-Cockpit
An Bord des Reventón wird sich der Fahrer schnell fühlen wie ein Jet-Pilot. Den Helm kann er zwar zu Hause lassen, und auch den Knopf für den Schleudersitz sucht er vergebens. Doch ist er festgeschnallt in einer engen Sitzschale und blickt nicht wie sonst auf klassische Rundinstrumente. Stattdessen klebt das Auge auf drei kleinen Bildschirmen, über die Daten und Grafiken flirren wie im Cockpit eines Starfighters. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Steuerknüppel anstelle des Lenkrades. Schließlich ist der Schalthebel bereits verschwunden und macht Platz für die Köpfchen des serienmäßigen eGear-Getriebes.
3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Die Antriebstechnik übernimmt der Reventón vom normalen Murciélago LP 640. Unter der Glasabdeckung im Heck steckt deshalb wie ein Diamant in der Vitrine der gleiche 6,5-Liter-V12. Zwar wurde die Leistung nur um magere zehn PS angehoben. Doch ließ der Motor ja schon vorher 640 Pferde traben. Mit nun 650 PS und 660 Nm ist der aus Karbon gebackene Reventón deshalb so stark, dass er eher liegt als fährt: In nur 3,4 Sekunden jagt er auf Tempo 100 und stürmt danach mit bis zu 330 km/h dem Horizont entgegen. Ein Flugzeug hat bei diesem Tempo die Erde längst verlassen.
Lamborghini Reventón Roadster: Sturmfrisur
Äußerst ausgesucht dürfte die Kundschaft des offenen Reventon sein. Es werden nur 15 Stück gebaut.





