Maserati Quattroporte: Sportler im Smoking
Elan statt Effizienz und zum Luxus eine gehörige Portion Leidenschaft, so hat Maserati neben all den nüchternen deutschen Limousinen den Quattroporte als italienische Alternative für die Oberklasse etabliert. Nach über zehn Jahren, geht der Viertürer im Januar in die nächste Generation und will alles ein bisschen besser machen. Hier der Bericht zur ersten Ausfahrt.

Der Maserati Quattroporte wuchs um stolze 20 Zentimeter auf gesamt 5,26 Meter Außenlänge. Ebenso wuchs aber auch der Preis - auf rund 180.000 Euro.
Er wird schneller und sportlicher und braucht trotzdem weniger Sprit. Er wiegt einen Zentner weniger und ist entsprechend leichter zu fahren. Und mehr Lack, Leder und Luxus gibt es auch. Allerdings hat das auch seinen Preis: Rund 180.000 darf der heimische Käufer einplanen. Dafür bekommt man zwar mehr Auto als je zuvor, weil der Quattroporte um rund 20 Zentimeter gestreckt wurde und nun stolze 5,26 Meter misst. Deshalb haben es zumindest die Knie der Hinterbänkler sogar bequemer als etwa in der S-Klasse. Und wenn man nicht gerade 1,90 Meter groß ist, reicht auch die Kopffreiheit. Doch unter der Haube fährt Maserati einen Schrumpfkurs.
V8-Biturbo
Statt des alten V8 mit zuletzt 4,7 Liter Hubraum gibt es jetzt einen nur noch 3,8 Liter großen Achtzylinder. Was ihm an Volumen fehlt, macht er mit zwei Turbos wett. Sie blasen dem wie immer bei Ferrari gebauten Triebwerk stolze 530 PS ein und treiben die Drehmomentkurve im Overboost kurzfristig auf 710 Nm. Das sind fast 20 Prozent mehr Leistung und 40 Prozent mehr Anzugskraft. Und trotzdem geht der Verbrauch um 20 Prozent zurück. Zumindest in der Theorie ist der V8 jetzt mit 11,9 Litern zufrieden. In der Praxis allerdings zeigt der Bordcomputer gerne auch mal den doppelten Wert an.
Krawallstark
Der Quattroporte ist stärker denn je, aber er klingt ganz anders als früher: Wo der große Sauger noch wild und ungehobelt brüllte wie die italienische Rockröhre Zucchero, gibt der Turbo den vornehmen PS-Pavarotti. Sein Grollen klingt weich wie durch Watte und das Röhren hat beinahe etwas Sanftes, Verführerisches. Doch wehe man spielt etwas schneller mit dem rechten Fuß: Dann knallen die Gasstöße wie Gewehrsalven und beim Abblasen des Überdrucks zischen die Zylinder wütend wie ein Höllenhund. Was bleibt, ist der ungeheure Elan des Luxusliners.
Schnellste Serienlimo
Wo Siebener und S-Klasse immer etwas Staatstragendes anhaftet, fährt der Quattroporte wie ein Kampfsportler, den man mühsam in einen Smoking gezwungen hat. Nicht umsonst katapultiert ihn sein V8-Motor in 4,7 Sekunden auf Tempo 100, wuchtet den Zweitonner in 14,7 Sekunden auf 200 Sachen und danach ungeniert weiter bis 307 km/h. „Das macht den Quattroporte zur schnellsten Serienlimousine der Welt“, schwärmt Markenchef Harald Wester. Wo sich der Quattroporte bei Antrieb und Abstimmung treu bleibt und nur ein paar mehr Facetten bietet, geht er bei Aussehen und Ambiente neue Wege.
Maserati Quattroporte: Sportler im Smoking
Nach über zehn Jahren geht der Maserati...
Für rund 180.000 Euro bekommt man zwar ...
... unter der Haube fährt Maserati eine...
DruckenSenden10.12.2012 von Thomas Geiger