Der neue Renault Megane CC kommt deutlich eleganter daher als sein Vorgänger. autonet.at ist den neuen Open-Air-Franzosen testgefahren. Erster Eindruck neben der optimierten Optik: mehr Cabriofeeling und sportlicheres Handling.
Anfang der 2000er Jahre haben die Franzosen den Cabriomarkt rationalisiert und demokratisiert. Offenfahren verlor mit den Klappdachcabrios (206 CC) seinen leicht verwegenen Appeal. Offenfahren wurde dank der Blechhauben auch ängstlicheren Naturen zugänglich gemacht. Die Stoffdachfraktion beäugte die Szene argwöhnisch und sprach den Hardtoplern vorerst das klare Bekenntnis zur automobilen Freiluftkultur ab. Nach dem Motto: Wenn schon offen fahren, dann ohne Für und Wider und ohne rettendes Netz einer Stahlkapuze. Daran änderte sich auch nichts, als 2004 Renault den Megane CC inaugurierte. Das CC stand und steht wie bei Peugeot für Coupé-Cabriolet. Wobei die Reihenfolge stimmte: Mit ihrer weit bis über die Vordersitze reichenden Windschutzscheiben kam am Steuer der Open-Air-Franzosen wenig echtes Cabriofeeling auf. Auch offen waren sie irgendwie geschlossen. Und dann war da noch die Sache mit der Optik: Eleganz konnte man den Franzosen wirklich nicht attestieren, um es gelinde auszudrücken. Dass Blechdach nicht immer gleich "schiach" bedeutet, hat uns erst BMW mit dem 3er Cabrio und Mazda mit dem MX5 gezeigt.
Eleganter und dynamischer
All dieses Eingangs erwähnten Kritikpunkte dürfte sich Renault bei der Konstruktion der dritten Generation des Megane CC zu Herzen genommen haben, wie es scheint. Der Neue weiß zu gefallen. Die Linienführung ist deutlich klarer und homogener als beim Vorgänger. Das Heck ist flach, ohne irgendwelche Auswüchse und Wülste. Die Silhouette mit ihren schärfer gezogenen Linien ist um ein Hauseck eleganter. Dazu trägt auch die durch ein Längenplus von 13 Zentimeter gestrecktere Form bei. Positiv ausgewirkt hat sich auch die Verringerung der Überhänge. Die Front ist um ein gutes Stück dynamischer geraten. Statt mickrigem Grill gibt es nun einen selbstbewussten Kühlerschlund in der Frontschürze. Das Design-Asset allerdings ist die in satiniertem Alu gehaltene Umrandung der Fahrgastzelle und Einfassung der Windschutzscheibe. Das verleiht dem Megane CC einen hochwertigeren Auftritt. In Kombination mit dem dunkel getönten Glasdach kommt der Megane CC optisch nun näher an traditionelle Stoffdachcabrios heran. Mit diesem Gesamteindruck können wir schon mal ganz gut leben.
Endlich frei!
Angenehme Überraschung auch beim Einsteigen in den Megane CC. Man muss sich mit dem Kopf nicht mehr an der Kante der Windschutzscheibe vorbeischummeln. Das Frontfenster wurde um 6 Zentimeter nach vorne gerückt was ein unumschränkteres Frischluftvergnügen bietet. Endlich sitzt man direkt unter freiem Himmel. Die Querstrebe ist dort wo sie sein sollte: vor dem Fahrer und nicht über ihm. Orkanartige Sturmböen müssen aber trotzdem nicht befürchtet werde. Auf den ersten Testkilometern rund um Valencia in Spanien hat sich gezeigt, dass der Megane CC bei geöffnetem Verdeck durchaus hochgeschwindigkeitstauglich ist. Lediglich der Oberkopf wird von einem angenehmen Luftstrom umspielt. Dazu trägt auch der so genannte Winddeflektor bei. Das ist eine kleine Scheibe zwischen den Fondkopfstützen, die die Luftverwirbelungen bis zu einer Geschwindigkeit von 90 km/h deutlich reduziert - auch für die hinteren Passagiere.
Platz an der Sonne
Apropos: Auch wenn Renault von einem, dank des Längenzuwachses, Mehr an Beinfreiheit auf den Fondplätzen spricht, ist Erwachsenen der Platz dort nach wie vor kaum zuzumuten. Die Plätze an der Sonne sind in der ersten Reihe des Megane CC. Die Sitze bieten nun einen verbesserten Seitenhalt und wurden ergonomisch optimiert. Für generöseres Raumgefühl sorgt die um 51 Zentimeter auf 1,46 Meter gewachsenen Ellenbogenfreiheit. Damit ist der Megane CC Klassenbester. Ansonsten kennt man das Interieur im Großen und Ganzen von Megane in seinen fünf geschlossenen Varianten, das auch dem Coupé-Cabriolet ganz gut zu Gesicht steht. Lediglich der massige Aufbau des Navi-Bildschirms am Armaturenbrett über der Mittelkonsole macht nicht gerade einen schlanken Fuß.
Wie sich der neue Megane CC fährt, mit welchen Motoren er zu haben ist und wieviel er kostet, lesen Sie auf der nächsten Seite.