Cayenne GTS: Muckis statt Matsch
Mit dem GTS bekommt der Cayenne noch einen Sportler dazu. Er verwöhnt mit sattem Klang und sportlichen Sitzen und nähert sich so seinem stärkeren Bruder, dem Turbo, an.

Mit 112.950 Euro Einstiegspreis liegt der Porsche Cayenne GTS 18.000 € über dem S und 39.000 € unter dem Turbo.
Sitzen wie im SUV und Fahren wie in einem Sportwagen – das verspricht Porsche für den neuen Cayenne GTS. Er ist zwar nicht der stärkste und auch nicht der schnellste Ableger des schweren Schwaben. Aber es ist die Variante, die Elfer & Co mit straffem Fahrwerk, spontanem Antritt und kernigem Sound tatsächlich am nächsten kommt. Dafür muss man allerdings auch ein wenig tiefer in die Tasche greifen: Der preis gegenüber dem normalen Cayenne S steigt um rund 18 000 Euro und beginnt zum Verkaufsstart im Juli bei 112.950 Euro.
Leistung macht einsam
Natürlich haben die Ingenieure bei ihrer Arbeit zuallererst am Motor begonnen. Allerdings ist der Effekt durch neue Ventile, eine geänderte Kurbelwelle und eine neue Steuerung auf dem Papier vergleichsweise gering: Statt 400 gibt es jetzt 420 PS und das maximale Drehmoment klettert um 15 auf 515 Nm. In der Praxis dagegen merkt man sehr deutlich, dass der Motor aggressiver ist und spontaner reagiert und das Dickschiff so etwas leichtfüßiger wirkt: So reichen nun 5,7 Sekunden, bis sich der Zweitonner auf Tempo 100 gewuchtet hat. 160 km/h sind nach 13,3 Sekunden erreicht, und das Spitzentempo liegt bei soliden 261 Sachen. Zwar gibt es Geländewagen, die schneller sind. Doch wird es da für ein SUV auf der linken Spur schon ziemlich einsam.
Feine Klangkulisse
Noch viel wichtiger als das bisschen mehr Kraft ist der kernige Klang, mit dem der GTS seinen Fahrer umgarnt. Weil sich im Sportmodus zwei Klappen im „Soundcomposer“ öffnen, werden die Ansauggeräusche des Motors direkt in die A-Säulen übertragen und beim Kickdown klingeln einem die Ohren – da kann man das Radio getrost auslassen und sich tatsächlich fast am Steuer eines Sportwagens wähnen.
Straffer abgestimmt
Aber stark allein reicht nicht zum sportlich sein. Deshalb hat Porsche den Allradler um gute zwei Zentimeter tiefergelegt und so viel straffer abgestimmt, dass er deutlich mehr Kurvendynamik erlaubt. Das Auto schaukelt sich nicht so schnell auf, bleibt näher an der Ideallinie und folgt williger dem Lenkeinschlag. Dafür hoppelt man im strammsten Modus auch ganz ordenrlich über Bodenwellen oder Querfugen und freut sich am besseren Seitenhalt der tiefer ausgeschnittenen Sportsitze.
Ein bisschen Turbo
Wem das nötige Feingefühl im Popometer fehlt, um diese Unterschiede heraus zu fahren, dem hilft Porsche mit einer beton sportlichen Ausstattung samt und einem entsprechend testosterongeladenen Design auf die Sprünge. Deshalb bekommt der Cayenne GTS nicht nur dickere Schweller und weiter ausgestellte Radläufe, sondern auch die Frontpartie des Turbos. Spätestens damit kann man sich auch denn satten Preisaufschlag schön rechnen. Denn wir bislang das wahrscheinlich böseste SUV-Gesicht in den Rückspiegel seines Vordermannes drücken wollte, musste dafür rund 39.000 Euro mehr bezahlen.
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DruckenSenden21.06.2012 von Thomas Geiger
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