Porsche Panamera GTS: Flotter Vierer
Porsche hat seine Panamera-baureihe um eine Spielart erweitert. Der GTS bildet mit seinen 430 PS das Bindeglied zwischen dem S und dem Turbo. Und zum Drüberstreuen gibt´s noch ein rundkurstaugliches Fahrwerk. Wir haben es ausprobiert.

Der zweitstärkste Panamera nach den Turbo leistet 430 PS und sprintet in 4,5 Sekunden auf 100.
Porsche setzt dem Panamera die Krone auf. Zwar gibt es natürlich stärkere Modelle des Gran Turismo, schnellere und natürlich teurere. Doch wenn die Schwaben als mittlerweile neunte Spielart im Februar den Panamera GTS an den Start bringen, dann wird der Viertürer vollends zum Sportwagen. Nicht dass sich jemand mit einem Auto von knapp fünf Metern Länge und annähernd zwei Tonnen Gewicht tatsächlich auf die Rennstrecke verirren könnte. Doch wer tatsächlich zum Familienausflug auf die Nordschleife starten möchte, wäre mit dieser Variante gar nicht so fehl am Platz. Wie immer bei Porsche hat dieses Vergnügen allerdings seinen Preis: Allerdings muss man dafür tief in die Tasche greifen: Gibt es den einfachsten Panamera in Österreich mit V6 bereits ab 95.640 Euro und den V8 für 121.490 Euro, kostet der GTS mindestens 144.300 Euro.
Sounddoping
Dafür wird allerdings mehr geboten, als die auf dem Papier vergleichsweise zaghafte Leistungssteigerung von 30 PS und 20 Nm vermuten lässt: Der 4,8 Liter große V8-Motor ist nämlich nicht nur kräftiger, er klingt vor allem deutlich kerniger. Auf Knopfdruck aktiviert die Elektronik einen Sound-Symposer, der das Ansauggeräusch des Motors direkt in den Innenraum überträgt, so dass man den Achtzylinder am Steuer förmlich atmen hört. Weil zudem natürlich ein Sportauspuff mit größerem Durchmesser montiert ist und die Elektronik auf Finessen wie das sonore Brabbeln oder die schönen Fehlzündungen beim Runterschalten achtet, röhrt der GTS deutlich lauter und macht ein Spektakel, für das einen der Nachbar hassen und sein Sohn lieben wird.
Chips away
Erreicht wird die Leistungssteigerung übrigens nicht durch schnödes Chip-Tuning: Sondern die Schwaben haben nach alter Väter Sitte die Drehzahl ein wenig angehoben und vor allem die Luftzufuhr im Bug des Panamera verbessert: Zwei zusätzliche Luftfiltergehäuse lassen den Achtzylinder jenseits von 3500 Touren freier Atmen und wirken mit einem leichten Staudruck bei schneller Fahrt fast wie ein Turbo. Unter dem Strich kommt der Panamera GTS damit jetzt auf 430 PS und 520 Nm, mit denen er fast so sportlich unterwegs ist wie der Panamera Turbo: Braucht der für den Sprint auf Tempo 100 4,2 Sekunden, schafft es der GTS immerhin in 4,5 Sekunden und presst die Insassen dabei tief in die stärker konturierten Sitze. Und auch beim Spitzentempo trennt die beiden Viertürer nur ein Wimpernschlag: Läuft der Turbo 303 km/h, schafft der GTS immerhin 288.
. . . tiefer . . . härter . . . !
Mindestens so wichtig wie der stärkere Motor ist den Schwaben aber die stramme Auslegung des GTS. Das Fahrwerk ist deshalb einen Zentimeter tiefer gelegt, die Luftfederung ist deutlich härter abgestimmt, die Spur ist breiter, die elektronische Stabilitätskontrolle ist etwas toleranter, das Getriebe schaltet später und die Bremsen haben mehr Biss. Auch wenn man damit noch immer fast so entspannt von Hamburg nach München kommt wie in einem Privatjet, lässt sich das Dickschiff jetzt spürbar sportlicher bewegen. Enge Kehren nimmt der GTS jetzt so leichtfüßig und präzise, dass kurvige Landstraßen beinahe zur Lustmeile werden. Und wenn einen dort in diesen Tagen noch ein paar Schneereste überraschen, hat der GTS-Fahrer dafür nur ein kaltes Lächeln parat – nicht umsonst fährt auch dieser Panamera grundsätzlich mit Allradantrieb.
Schöner Schein
Weil zur schnellen Show auch der schöne Schein gehört, hat Porsche zudem das Design überarbeitet: Der GTS hat den breiten Bug des Turbo, einen noch markanteren Heckflügel und schwarze Zierelemente. Außerdem gibt es innen adaptive Sportsitze, ein besonders griffiges Lenkrad und eine neue Lederpolsterung.
What else?
Mit Diesel, Hybrid und den verschiedenen Sechs- und Achtzylindern, Heck- oder Allradantrieb gibt es mittlerweile schon neun Panamera-Varianten. Wie viele noch kommen, will bei Porsche zwar keiner verraten. Und für erste lautet die offizielle Sprachregelung: „Jetzt ist die Familie komplett“. Doch reicht ein Blick auf den 911, um weiteren Zuwachs zu erwarten. Wer für den Sportwagen eine Familie mit 23 Modellen anbietet, dem wird auch für den Gran Turismo noch etwas einfallen.
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Mehr PS und straffere Auslegung: Porsch...
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DruckenSenden23.01.2012 von Thomas Geiger
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