Opel Ampera: Strom auf der Langstrecke
Elektro-Sportler
Das elektrische Fahren selbst ist eine Wucht. Der E-Motor besitzt satte 150 PS Leistung und ein Drehmoment von 370 Newtonmeter ab der ersten Umdrehung. Damit kann man in sportlichen neun Sekunden auf 100 km/h sprinten, die Höchstgeschwindigkeit wurde bei 161 km/h begrenzt. Noch viel eindrucksvoller als dieses dynamische Potenzial ist jedoch der Komfort: Der Motor reagiert im normalen Modus supersanft, dreht ganz gleichmäßig nach oben und verursacht dabei naturgemäß keine Geräusche – es ist tatsächlich das Fahrgefühl einer Zwölfzylinder-Staatslimousine. Dazu kommt noch die recht kommod ausgelegte Federung, die stufenlose Automatik und die penible Dämmung von Windgeräuschen, die auch auf die aerodynamische Karosserie zurückzuführen ist – und schon fühlt man sich im siebten Autohimmel.
Nicht groß, aber praktisch
Für den Alltag ist das Auto auch mit seinen fünf Türen und dem ausreichenden Platzangebot gerüstet. Einzige Einschränkung: Es gibt nur vier Sitzplätze. Dafür sitzt man vorne und hinten sehr bequem, im Fond können trotz der abfallenden Dachlinie Passagiere bis gut 1,80 Meter untergebracht werden. Der Kofferraum ist für ein Auto mit 4,5 Meter Außenlänge (knapp länger als Astra) eher unterdurchschnittlich, aber mit seinen 310 Litern doch brauchbar. Dafür klappen die Fondsitze einfach nach vorne und erweitern damit die Kapazitäten auf freundliche Weise und auf mehr als 1000 Liter Laderaum.
Keine Knöpfe mehr
Der Instrumententräger wirkt auf den ersten Blick recht konventionell–dann erst bemerkt man, dass auf der Mittelkonsole fast keine Regler und Knöpfe zu finden sind – man steuert die Funktionen über berührungsempfindliche Oberflächen. Nach einer kurzen Einschulung hat man’s aber rasch kapiert. Auch die zunächst verwirrenden Anzeigen am Cockpit und am mittigen Bildschirm erschließen sich dann logisch; wie bei Öko-Autos gewohnt geht es hauptsächlich um das Überwachen des eigenen Fahrstils und die Motivation, möglichst effizient unterwegs zu sein. Opel hat auch die Regulierung der Klimaautomatik – einer der größten Stromverbraucher an Bord – miteinbezogen. Und noch ein nettes Detail: Die mächtige Bose-Soundanlage mit acht Lautsprechern verbraucht nur halb so viel Energie wie vergleichbare Anlagen. Beides – also Klimaautomatik und Bose – sowie das Navi sind im Basispreis von 42.990 Euro noch nicht enthalten; die Lederpolsterung kurioserweise schon.
Resümee: Teuer – aber es wirkt
Auch mit verlängerter Reichweite ist der Opel Ampera kein Auto für jedermann. Man muss ins Anwenderprofil passen, heißt es. Wer also oft lange Strecken fährt, wird das Sparpotenzial nicht ausnützen und mit einem braven Diesel besser bedient sein. Wer sich jedoch regelmäßig im 60-Kilometer-Fenster bewegt, bekommt mit dem Ampera eine smarte, technisch ausgereifte Lösung, die neben dem Umwelt-Bonus auch die hohe Schule der Fahrkultur zelebriert. Und vor allem: alle Ängste vor dem elektrischen Verhungern zerstreut. Das Hightech-Paket muss einem allerdings einen ordentlichen Aufpreis wert sein: Um 42.990 Euro bekäme man schließlich als Alternative einen deutlich größeren, luxuriös ausgestatteten Insignia mit sportlich-effizientem Dieselmotor und modernen Assistenzsystemen wie die intelligenten Scheinwerfer oder die Verkehrszeichenerkennung. So schätzt Opel die Verkaufszahlen auch nicht allzu hoch ein: magere 10.000 Stück will man 2012 in Europa unter die mutigeren Öko-Driver bringen. Österreich gehört zur zweiten Welle des Verkaufsstarts und ist ab nächstem Frühjahr dabei.
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DruckenSenden04.07.2011 von Peter Schönlaub