Wie sicher ist der Leaf?
Die bekannten Risiken von Lithium-Ionen-Batterien sollten mit der neuen Laminier-Methode im Griff sein. Das Batterie-Paket selbst schützt Nissan mit einer eigenen Crash-Struktur am Unterboden (der das Auto steifer macht und auch den Insassen zugute kommt). Crash-Sensoren unterbrechen bei einem Unfall auch sofort sämtliche Stromleitungen. Darüber hinaus sind alle gängigen aktiven und passiven Sicherheitssysteme serienmäßig an Bord: sechs Airbags, ABS, ESP.
Und wie sicher ist der Leaf für Fußgänger, die ihn nicht hören?
Sie hören ihn. Bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h sendet der Leaf über einen Lautsprecher im Bereich des Stoßfängers permanent ein leicht pfeifendes Geräusch aus. Auch beim „Starten“ meldet er sich zu Wort, und beim Rückwärtsfahren piepst er wie ein Lkw. Von innen hört man die warnende Soundkulisse kaum, der Innenraum ist zu gut gedämmt.
Wie praktisch ist der Leaf?
So wie jedes andere fünftürige Kompaktauto am Markt, mit einer kleinen Einschränkung. Das Ladegerät, das den Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, befindet sich in einer Art Traverse im Kofferraum – daher entsteht beim Umklappen der Rücksitze eine steile Stufe. Der Laderaum selbst zählt mit 330 Liter zwar nicht zu den größten seiner Klasse, ist aber nicht weit hinter dem Golf (350 Liter) angesiedelt.
Wie funktioniert das Stromtanken?
Vorne auf der Motorhaube, im Bereich des Logos, befindet sich eine kleine Klappe, darunter kommen zwei Anschlüsse zum Vorschein: einmal fürs Schnellladen, einmal fürs normale Laden. Letzteres kann an jeder Steckdose geschehen, das dazu notwendige Kabel führt man im Kofferraum mit. Einmal „volltanken“ dauert acht Stunden. Schnellladestationen wird man in Zukunft öfter finden – etwa bei Einkaufszentren oder bei Autobahnstationen. Damit lässt sich der Leaf in einem halben Stündchen zu 80 Prozent aufladen. Der Haken: Schnellladestationen sind teuer (rund 10.000 Euro), müssen also Teil eines größeren Konzepts sein.
Wie kann eine kommende Infrastruktur aussehen?
Europäische Märkte wie Portugal oder Irland zeigen es vor: Dort entstehen bereits Netze bestehend aus normalen Stromtankstellen und Schnellladestationen. Ende 2011 werden es in beiden Ländern je 1500 Tanksäulen und einige Dutzend Schnellladestationen sein; letztere findet man dann bereits alle 60 Kilometer auf den großen Autobahnen. Getankt wird denkbar einfach: Man bekommt eine Karte und einen Code, damit öffnen sich die Säulen und geben den elektrischen Zapfhahn frei. Gezahlt wird per monatlicher Abrechnung.
Wie viel kostet der Leaf?
Das lässt sich für Österreich noch nicht exakt benennen. Grundsätzlich strebt Nissan einen Kundenpreis von rund 30.000 Euro an, was angesichts der Topausstattung und der Größe durchaus mit einem entsprechenden kompakten Dieselmodell vergleichbar ist. Der Haken: Um auf den Wert zu kommen, rechnet Nissan mit staatlichen Förderungen von 5000 Euro, so wie es sie die Niederlande, Irland oder Portugal gewähren; in Großbritannien sind es sogar 5000 Pfund. Österreich hat sich so wie Deutschland allerdings noch nicht zu einer Förderungspolitik entschlossen, sodass der Leaf eher 35.000 Euro kosten wird; es sei denn, Nissan schluckt einen Teil der Differenz, was noch offen ist.
Was kostet ein Kilometer im Leaf? Seite 3.