Das kleine japanische Kult-Van kommt ab 30. Jänner auch nach Österreich – wir haben ihn bereits getetest.
Alles ist relativ. Was bei uns ein unbeschriebenes Blatt ist, gilt andernorts längst als Designikone und Kultobjekt. In Japan zum Beispiel. Dort wurden vom Cube bereits fast eine Million Exemplare verkauft, das Auto ist in seinem Heimatland so populär wie bei uns Mini und Fiat 500 zusammen. Der große Erfolg hat nun endlich dazu geführt, dass Nissan den kleinen, großen Van auch nach Europa schickt – in seiner brandneuen, dritten Generation.
Es lebe der Würfel
Grundsätzlich ist der Cube ein Designobjekt, das einen ganz besonderem Lifestyle huldigt: Es geht innen ums Wohlfühlen, außen ums Auffallen. Letzteres ist bei der würfelförmigen Form mit der bulligen Frontmaske keine schwere Aufgabe. Durch diese Front, die laut Nissan-Designer Anthony Sahs an eine „Bulldogge mit Sonnenbrillen“ erinnert, wirkt der Cube deutlich größer, als er in Wahrheit ist. In der Länge bleibt er knapp unter vier Metern und unterbietet daher den hauseigenen Nissan Note sowie die Liga der neuen Kleinen wie Polo, Punto, Clio. Damit – und mit einem Wendekreis von 10,6 Metern, besitzt er ideale Dimensionen für ein Stadtauto.
Das Wohlfühlen im Inneren wird stark von japanischer Design-Tradition inspiriert. Man denkt an Zen-Gärtchen, wo der Ehrgeiz darin besteht, anmutige Wellen in Kiesflächen zu rechen. Solche kreisförmigen Wellen entdeckt man bei den Becherhaltern, als Abdeckung der Lautsprecher, im Dachhimmel. Einen weiteren Gruß aus Japan findet man beim serienmäßigen Panorama-Glasdach. Dieses kann man entweder mit einer blickdichten Jalousie oder mit dem so genannten Shoji-Shade bedecken – einem transparenten, Reispapier nachempfundenem Material, das angenehmes, milchiges Licht in den Innenraum lässt.
Der schnellste Jacuzzi
Man weiß ja: Am Autofahren schätzen die Japaner, dass sie sich dabei in ihrer eigenen, abgeschlossenen Welt aufhalten. Dieses Gefühl wollten die Designer von Nissan sichtlich unterstützen: mit einem Interieur, das Behaglichkeit und Distanz zur Außenwelt schafft. „Man sitzt wie in einem Jacuzzi, einem Whirlpool für vier Personen“, erklärt Anthony Sahs. Dazu wirkt das eigenwillige Armaturenbrett wie eine Barriere, die einen vor dem Geschehen außerhalb Scheiben schützt. Darunter leidet zwar die Übersicht (vor allem beim Einparken), dafür wird aber ein kuscheliges Raumgefühl vermittelt. Vom Verkehr – ob aggressiv oder in gestauter Form – fühlt man sich nicht weiter behelligt, man cruist so relaxt wie der Dalai Lama durchs städtische Leben und freut sich aufs Rechen des Zen-Gärtchens daheim.
Teppiche, Spanngurte und andere Ideen
Der Innenraum wurde darüber hinaus mit vielen witzigen Ideen ausstaffiert: So gibt es gegen Aufpreis einen runden, hochflorigen Teppich („Fluffy Carpet“) mitten auf dem Armaturenbrett, auf dem Handy oder MP3-Player sicheren Halt finden. In den Türen ist Platz für kleine Flaschen, während bunte Spanngurte („Magic Rubberband“) kleine Gegenstände fixieren. Welche das sein können? Vom kleinen Stoff-Teddybären bis zum Einkaufszettel ist alles möglich.
Nicht neu, aber trotzdem effektiv ist die um 240 Millimeter verschiebbare Rückbank. In zurückgeschobener Position bietet der Cube fürstlichen Sitzkomfort im Fond (bei einem immer noch brauchbaren Ladevolumen), in der vorderen Position wächst der Gepäckraum auf stolze 403 Liter. Einzige kleine Haken: Am Heck besitzt der Cube eine seitlich angeschlagene Tür, die in engen Parklücken nicht die praktischste Lösung ist. Außerdem ist die Ladekante aufgrund des Designs höher als bei anderen kleinen Vans.
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