Nissan GT-R Black Edition: Der Porsche-Killer
Supersport reloaded
Jetzt wird’s aber Zeit, den Motor von der Leine zu lassen. Der Sound ist schon beim Starten gewaltig, vielleicht sogar eine Spur rauer als früher. Die Komposition aus Ansauggeräuschen, Turbopfeifen und dem sonoren Brüllen aus den vier Auspuffrohren ist ein Gänsehautfabrikant erster Güte. Mit einem Zug an der Lenkradwippe legt sich der erste Gang ein – mit einem laut vernehmlichem „Klonk"; daran merkt man, dass der GT-R ein Supersportwagen und kein weichgespültes Sportcoupé ist. Sollte doch noch jemand Zweifel haben, empfiehlt sich nun ein Tritt aufs Gaspedal: Die Beschleunigung ist völlig abgehoben und eine veritable Herausforderung für die Wahrnehmung. Während andere Sportcoupés und auch nicht schwachbrüstige GTIs gerade die 100er-Mauer durchbrechen, rauscht der GT-R schon an der 200-km/h-Schwelle vorüber.
Sensibel und transparent
Doch der GT-R ist nicht einfach nur ein Vollgas-Macho, der vor der ersten Kurve kapituliert – wie etwa die Dodge Viper oder frühere Corvette-Generationen. Im Gegenteil: Im Lastenheft der Entwicklung standen ja schnelle Rundenzeiten, also geht’s auch um Stabilität, Beweglichkeit, Transparenz und eine gute Brems-Performance. All das wurde im neuen GT-R auf eine noch höhere Stufe gehoben. Vor allem das Kurvenverhalten ist nun noch eine Spur stabiler, das Verhalten im Grenzbereich berechenbarer geworden. Für schnelle Etappen auf öffentlichen Straßen empfiehlt es sich, alle einstellbaren Parameter – Allrad, Fahrwerk, ESP – in ihren jeweiligen R-Modus zu schalten. Dann lässt es sich sehr geschwind fahren, man hat aber dennoch ein kleines Fangnetz: Das ESP lässt im Racing-Mode jede Menge Spaß zu, verhindert aber immer noch das Schlimmste. Für den Kick auf der Rennstrecke lässt es sich komplett deaktivieren.
Der Alltag
Vom ersten Moment war es die erstaunliche Alltagstauglichkeit, die den Reiz des GT-R weiter vermehrte. Er hat unter dem Facelift in keiner Weise gelitten. Wie bisher gibt es vorne ausreichend Platz und zwei Notsitze im Fond. Man steigt ohne Kreuz-Verreißen ein und aus, kann zudem einen mit 315 Liter sehr vernünftig dimensionierten Kofferraum befüllen. Nicht zuletzt lässt sich das elektronische Fahrwerk auch in einen Komfort-Modus schalten, womit sich lange Etappen angenehm abspulen lassen. Einzige Einschränkung: Die Geräuschkulisse ist vor allem bei niedrigeren Geschwindigkeiten immer präsent. Bei höherem Speed relativiert sich der Lärm wieder, 180 ist ein feines, völlig relaxtes Reisetempo – bei kaum angetipptem Gaspedal.
Zum angenehmen Leben abseits der Rennstrecke trägt zudem der mitgelieferte Luxus bei: Was man bei Lambo und Porsche noch teuer extra bezahlen muss, ist hier aufpreisfrei an Bord: feine Recaro-Ledersitze, ein Navi-Entertainmentsystem mit 40-GB-Festplatte, die Freisprecheinrichtung, iPod-Anbindung, 20-Zoll-Felgen und vieles, vieles mehr.
Resümee: Ernsthafter Sport – und unendlich viel Spaß
Der GT-R ist ein ganz seltener Fall in der Automobilwelt, wo sich Hightech, Spaß und Alltagsnutzen und ein – vergleichsweise – attraktiver Preis auf höchstem Niveau verbinden. Das wäre nun der rationale Zugang. Im Wahrheit wird man in Liebe entflammen und im GT-R die Erfüllung eines Traums sehen oder halt weiterhin auf einen Lamborghini, Ferrari oder Turbo-Porsche sparen. Die kosten zwar fast das Doppelte, sind aber auch nicht schneller. Und damit das auch so bleibt, gibt’s dieses geglückte Update.
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DruckenSenden23.05.2011 von Peter Schönlaub