IAA ´09: Bayrische Hybridoffensive
BMW präsentiert in Frankfurt den 7er und den X6 mit leistungsstarkem Hybridantrieb.
Mit der Kraft zweier Herzen: BMX X6 Active Hybrid mit insgesamt 485 PS
Mit der „Efficient Dynamics“-Strategie und den serienmäßigen Spritsparpaketen für die gesamte aktuelle Modellpalette hatte BMW zur rechten Zeit den Nagel auf den Kopf getroffen und der Konkurrenz im Oberhaus eine lange Nase gedreht. Doch der Blick in die Zukunft der alternativen Antriebe war für die Bayern bislang eher trübe: Hier ein paar Elektro-Minis und dort der mittlerweile nur noch halbherzig gefeierte Wasserstoff-Siebener – das sind zwar nette Feigenblätter, doch konkrete Produktionsabsichten gibt es für beide Modelle nicht. Ambitionierter Spritsparer mußten deshalb bei BMW bislang in die Röhre schauen. Doch damit ist jetzt endlich Schluss: Auf der IAA in Frankfurt zeigen die Bayern die überfällige Serienfassung ihrer Hybridvarianten von X6 und Siebener, die dann im April 2010 tatsächlich auch auf den Markt kommen sollen – fast ein Jahr später als die Konkurrenten von Mercedes, die zumindest in Teilen gemeinsam entwickelt wurden.
Zwar tragen Geländewagen und Limousine den gleichen „ActiveHybrid“-Schriftzug vor dem Namenskürzen, und beide setzten sie unter der Haube auf einen V8-Benziner. Doch könnten die Autos sonst unterschiedlicher kaum sein. Denn der Siebener hat genau wie die Mercedes S-Klasse hoch moderne Lithium-Ionen-Akkus an Bord, kann dafür aber nicht ohne Einsatz des Benziners fahren. Und der X6 teilt sich mit der Stuttgarter M-Klasse die betagten Nickel-Metall-Hydrid-Batterien, schafft es damit jedoch auch ein paar Kilometer nur mit Strom.
Beim X6 kombiniert BMW den 4,4 Liter großen und 407 PS starken V8-Motor mit gleich zwei Elektromotoren, die auf 91 PS und 86 PS kommen. Das reicht für eine Systemleistung von 485 PS und ein gemeinsames Drehmomentmaximum von 780 Nm – und in der BMW-Statistik für den Ehrentitel „leistungsfähigstes Hybrid-Fahrzeug der Welt.“ Entsprechend attraktiv sind die Fahrleistungen: Obwohl rund 2,5 Tonnen schwer, beschleunigt der X6 mit dem elektrischen Turbo-Effekt in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 und kommt mit maximal 236 km/h nahe an die Höchstgeschwindigkeit der reinen Benziner heran. Gleichzeitig haben die Elektromotoren genügend Kraft und die Batterie genügend Kapazität, um den X6 auf Kurzstrecken mit bis zu 65 km/h rein elektrisch zu betreiben.
Schon das dürfte mit dem Dickschiff ein erhebendes Gefühl sein. Doch am schönsten wird für X6-Fahrer mit dem Hybrid der Stopp an der Tankstelle: Denn mithilfe des zweiten Herzen sinkt der Verbrauch des Achtzyliders immerhin um etwa 20 Prozent auf 9,9 Liter. Dumm nur, dass die Diesel-Versionen trotzdem noch mehr als einen Liter sparsamer sind.