Da schau´n die Leut´! Der Bigsize-Mini Countryman ist d i e Attraktion auf den Straßen. Besonders wenn der Landmann neben Autos steht, die die bisherigen Produkte der Marke bei weitem überragt haben. Wir haben den Landmann in der 112-Diesel-PS-Version Cooper D mit Allradantrieb zwei Wochen durch die Weltgeschichte bewegt. Unsere Eindrücke lesen Sie hier.
Dieses Auto wird gemocht, das merkt man gleich, wenn man mit ihm die Straße frequentiert. An Kreuzungen tasten sich die Nebenherfahrenden im Schritttempo am Mini Countryman vorbei, Fußgänger, Radfahrer, Kutscher, sie alle drehen ihre Köpfe, schauen, staunen, tuscheln, zeigen, deuten. Den Gesichtern ist dabei durch die Bank Wohlwollen abzulesen. Besonders Interesse ist dabei klarerweise Mini-Fahrern eigen. Es hat den Eindruck, als fühlten sie sich plötzlich ganz besonders eingeengt, mehr als sonst. Fast scheint es, als stellten sie sich die dringende Frage, warum sie künftig weiterhin ihren Platz- und Komfortanspruch auf dem Lifestyle-Altar opfern sollten. Mit dem Countryman geht nämlich beides: ausgesprochen Hipp unterwegs sein, ohne dabei gleich in Angstschweiß auszubrechen, muss einmal mehr als der Wochenendeinkauf eines Singlehaushalts verstaut werden. Mit dem Countryman goes Mini nämlich Family, wie die Angelsachsen unter uns zu sagen pflegen. Und das erstaunlich kompromisslos. Mutter, Vater, Kind finden im Landmann feines Auslangen. Und gesellt sich dann vielleicht noch ein zweiter G´schrapp dazu, muss das Auto auch nicht gleich annonciert werden.
Autoritärer Mini
Aber: Platz schaffen, das ist ja prinzipiell keine Hexerei. Verbreitert, verlängert, erhöht ist ein Auto rasch. In diesem Fall sind es 10, 40 und 15 Zentimeter, um die der Countryman im Vergleich zum dreitürigen Hatch gewachsen ist. Das muss das Bildformat schon von 4:3 auf 16:9 umgestellt werden. Vor allem in der Frontansicht wird man da schon mit einem ordentlichen Bröckerl von einem Mini konfrontiert, das allemal dazu geeignet ist, notorische Linksfahrer auf der Autobahn mit Nachdruck zur Seite zu bellen. In der Seitenansicht ist des Countryman Bestreben ersichtlich, so etwas wie einen SUV darstellen zu wollen, allerdings ohne dieses Thema überzustrapazieren. Rustikal kommt man im Countryman nie daher. Von hinten ist ihm eine gewisse adipöse Attitüde nicht abzusprechen, was aber seit J Lo – vulgo Jennifer Lopez - absolut gesellschaftsfähig ist.
Platzmangel? Fehlanzeige!
Ja, und derart aufgeblasen sieht man sich plötzlich mit einem Fond konfrontiert, der jeglichen Kompaktkollegen um nicht nachsteht. Selbst wenn Fahrer und Beifahrer rücksichtslos die Sitze bis zum Anschlag nach hinten fahren, gerät der Heckpassagiere nicht in die Bredouille. Ab Werk wird der Countryman mit zwei Einzelsitzen ausgeliefert. Das Ausstatten mit einer durchgängigen Dreierbank kostet lediglich etwas an Originalität. Dann endet nämlich die coole Schiene, an der Brillenetuis, Handyhalterungen, Cupholder, etc . . . . befestigt werden können, bereits zwischen den Frontsitzen. Und hinterrücks? Dort tritt tatsächlich etwas zu tage, was den Ausdruck Kofferraum nicht mit Füßen tritt. Mit 350 Litern gibt’s im Countryman doppelt soviel Stauraum wie im normalen Mini. Noch mal 100 kommen unter dem Ladeboden dazu. Werden die Sitze umgelegt, was leider nicht vom Kofferraum aus zu bewerkstelligen ist, sind´s dann 1.170 Liter. Das kann ein BMW X1 auch nicht besser.
Wie sich der Mini Countryman mit dem 112 PS-Diesel fährt, lesen Sie auf Seite 2