Lancia Thema & Voyager: Schon gefahren
Der Fahrzeughersteller Lancia schwächelt in ganz Europa. Die Hoffnung ruht deshalb ab November vor allem auf zwei Autos, dem Thema und dem Voyager. Wir sind die beiden uns verdächtig bekannt vorkommenden Neo-Italiener bereits gefahren.

Den Thema gibt's in Österreich ab 45.900 Euro, den Voyager ab 46.900 Euro.
In Europa sieht es für Lancia nicht gut aus: Außerhalb von Italien hat zwar jeder mit ein bisschen Benzin im Blut die noble Fiat-Tochter irgendwo im Gedächtnis zwischengespeichert, doch auf dem Einkaufszettel hat die Marke kaum mehr einer, klagt Saad Chehab. Der neue Chef der Marke ist angetreten um das zu ändern. „Die Welt braucht Lancia“, ist er überzeugt und baut darauf, dass die Marke „einmal mehr unsere Herzen stehlen und unsere Blicke fangen kann.“
Verkaufsstart Mitte November
Dabei beschwört er zwar den italienischen Charakter der Marke, doch ruht die Hoffnung vor allem auf zwei Autos, die alles andere als italienisch sind. Denn wenn der Neustart Mitte November mit der Luxuslimousine Thema und dem Nachfolger des Phedra beginnt, werden diese Autos vielen verdächtig bekannt vorkommen. Nicht umsonst sind beides Modelle aus der Chrysler-Palette, die auf dem Weg über den Atlantik vor allem ein neues Gesicht und wohlwollend betrachtet auch ein aufgewertetes Interieur bekommen haben.
Lancia Thema
Der Thema basiert auf dem Flaggschiff Chrysler 300. Der sieht zwar aus wie ein besseres Facelift des bisherigen 300C, der noch auf der Mercedes E-Klasse basierte. Doch Chehab schwört Stein und Bein, dass es kaum eine Schraube mehr von früher gibt. „Immerhin haben wir eine Milliarde Dollar in das Auto investiert, um es in einer Rekordzeit von 18 Monaten auf die Straße zu bringen.“ Der Luxusliner misst 5,07 Meter und zitiert zumindest in ein paar Details tatsächlich alte Lancia-Modelle: Der Kühlergrill und die rechteckigen Scheinwerfer zum Beispiel erinnern die Italiener an den originalen Thema aus den Achtzigern, und die aufrechten Rückleuchten an ihren spitzen Finnen sollen die Brücke zur Flaminia schlagen.
Platz und Ausstattung überzeugen
Innen bemüht sich der Thema zwar tatsächlich um eine gewisse Eleganz und versucht sich in einer leidlich liebevollen Materialauswahl. Doch sind es vor allem die amerikanischen Tugenden, mit denen er überzeugen kann. Es gibt Platz in Hülle und Fülle, ein Heer elektrischer Helfer für jeden noch so kleinen Handgriff und eine Ausstattung, die jedem Audi-Käufer die Tränen in die Augen treibt. Und das alles zu einem Preis, der in dieser Klasse konkurrenzlos ist: 45.900 Eurorufen die Italiener auf und bieten damit nach Chehabs Worten „eine Limousine im Format des Audi A8 zu einem Preis unterhalb des A6“.
ZweiDiesel und ein Benziner
In Fahrt bringt das zwei Tonnen schwere Dickschiff ein drei Liter großer Diesel, den Lancia bei VM-Motori einkauft. Der Sechszylinder hat je nach Software 190 oder 239 PS, kommt aber immer auf 232 km/h und einen Verbrauch von 7,1 Litern. Er arbeitet kultiviert und kraftvoll und wird eigentlich nur von der antiquierten Fünfgang-Automatik eingebremst. Dass es auch anders geht zeigt der neue V6-Benziner. Denn diesen 3,6-Liter-Motor mit 286 PS kombiniert Lancia mit demselben Achtstufen-Getriebe, das BMW zum Beispiel im Siebener einsetzt.
Erster Test: Lancia Thema & Voyager
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