Jeep Grand Cherokee: Neue Wege
Lebenszeichen von Jeep. Der Grand Cherokee kommt in neuer Aufmachung zu uns.

Keine Wirtschaftskrise zu schlimm, kein Gelände zu hart. Neu entwickelt fährt der Jeep Grand Cherokee ab Dezember vor.
Die Ehe ist zwar längst geschieden, die meisten Scherben sind weggefegt und Chrysler gehört jetzt zur Fiat-Familie. Doch die letzten Wehen aus der Liaison mit Daimler wirken noch nach. Denn wenn zum Jahreswechsel der neue Jeep Grand Cherokee auch zu uns kommt, dann rollt der Geländewagen nicht auf einer Chrysler-Plattform oder einer Bodengruppe aus Italien vom Band, sondern nutzt noch den Baukasten der aktuellen Mercedes-Benz M-Klasse.
Buckelpisten glatt gebügelt
Die deutschen Gene tun dem Amerikaner gut: Mit der neuen Plattform wird der Geländegänger in jeder Dimension ein wenig größer, ohne aus der Form zu gehen. Das Fahrwerk wirkt solide, der Wendekreis ist sogar ein wenig geschrumpft, die Karosse ist angenehm steif und in den gehobenen Varianten gibt es nun sogar eine Luftfederung, die selbst die Buckelpisten, die Amerikaner freundlich „Highway“ nennen, halbwegs glatt bügelt. Nur kurze Stöße an schnell folgenden Querfugen kann der Grand Cherokee nicht leiden und quittiert sie mit einem Massageprogramm für die Passagiere. Außerdem hat die Bremse sichtlich Mühe mit dem 2,5-Tonner. Nicht dass ihr der Biss fehlen würde, aber ein wenig mehr Feingefühl wäre keine Schande.
Mehr Holz als im Western-Saloon
Auch innen macht der Häuptling der Indianer ein bisschen auf Mercedes. Vor allem in der Top-Variante Overland, mit der im Dezember der Verkauf in Österreich startet, gibt es deshalb mehr Lack, Leder und Holz als in einem noblen Western-Saloon. Das dicke Lenkrad liegt so fest in der Hand wie der Schaft einer Winchester, die Sessel sind so weich und bequem wie das Sofa im Hinterzimmer des „Golden Nugget“ und 13 Zentimeter mehr Radstand sorgen für bis zu 1554 Liter Stauraum und genügend Platz auf allen Sitzen – allerdings kann im Fond auch die große Kniefreiheit nicht über die kurze Sitzfläche und die steile Lehne hinweg täuschen. Auf langen Reisen wird der Rücksitz deshalb schnell zur Strafbank.
Alles drin, alles dran
Alles andere als Mercedes-mäßig ist die Ausstattung: Wo man beim Original für viele Extras auch extra bezahlen muss, ist der amerikanische Vetter „fully loaded“: alles drin und alles dran. Die Serienausstattung reicht vom schlüssellosen Startsystem über die Lederpolster bis hin zum Knieairbag für den Fahrer. Trotzdem gibt es natürlich auch hier ein paar Extras wie ein großes Glasdach oder das Navigationssystem, dessen Rechengeschwindigkeit allerdings auf ein Produktionsjahr schließen, in dem die Post noch mit der Kutsche kam. Ebenfalls an Bord sind unter anderem ein Tempomat mit Abstandsregelung, ein Warnsystem für Auffahrunfälle und der elektronische Blick in den Toten Winkel.
Jeep Grand Cherokee: Mächtig
In den USA bevölkert der neue Jeep Gran...
Das Kapitel DaimlerChrysler ist zwar ab...
Im Innenraum herrscht kein rauer Offroa...
DruckenSenden26.11.2010 von Thomas Geiger