Chevrolet Spark: Weiblich, herzig, jung
Aus dem Matiz wurde der Spark und damit eine sehr erwachsene Form des wirklich kleinen Autos. Aber 5 Türen, 81 PS, Klima und i-Pod Anschluss, was will man mehr?

Extrovertiertes Stadtvehikel: Der Chevrolet Spark ersetzt den Matiz und damit die Unscheinbarkeit durch ein gerütteltes Maß an Extravaganz. Motto: Kleinwagenfahrer müssen sich heutzutage nicht mehr verstecken. Zu haben ist der US-Koreaner bereits ab 9.000 Euro. Und das sehr komplett bestückt.
Rücken wir also zusammen. Was vorher unvorstellbar war, nahm reale Züge an: Nämlich eine 2-Stunden-Fahrt mit dem Spark zu dritt plus zwei Kater in Transportkäfigen und allerlei Zeugs, das in den 170 Liter fassenden Kofferraum, unter die Sitze und in die vielen Ablagen gestopft wurde. Was kann man sagen? Wir kamen an. Weder besonders erschöpft noch verschwitzt oder zerstritten. Natürlich zog sich die Westautobahn ein wenig länger, und die Steigungen schienen steiler, aber der kleine Chevy schnürte tapfer dahin und fiel uns auch durch übermäßige Lautstärke nicht auf die Nerven. Im Gegenteil. Der 4 Zylinder mit 81 PS verhielt sich leise, vielleicht auch deswegen, weil man ihn nur mit Mühe in höhere Drehzahlen bewegen kann. Daher lässt man´s, schaltet früh und harrt der Dinge, die da kommen.
Gernegroß
Bestimmte Autos laufen unter der Wahrnehmungsschwelle. Sie sind zwar da, manchmal sogar in erklecklicher Zahl, aber kein Mensch nimmt Notiz davon. Mit dem Matiz, dessen Nachfolger der Chevrolet Spark ist, fand man sich ab wie mit einer Ampel oder einem Randstein, über deren Schönheit oder Performance ja auch nicht weiter nachgedacht wird. Dass er es trotzdem auf Platz 2 der europäischen Zulassungsstatistik im Kleinwagensegment gebracht hat, zeugt von der profunden Klugheit und der uneitlen Denkungsart seiner Käufer. Nun hat er sich in den Spark verwandelt, dem man ein erwachsenes Auftreten geschenkt hat. So wurde aus dem süßen Springinsfeld ein Kleinwagen, der eifrig versucht, groß auszusehen. Der Innenraum folgt dem Trend zur zentralen Armatur mit Witzigkeit einer Mopedanzeige, wo im elektronischen Nebenfeld der Drehzahlmesser und andere relevante Daten abgebildet werden.
Feines Stadtwägelchen zu günstigem Preis
Über das Fahren braucht man nicht viel mehr Worte verlieren, als dass es stattfindet und tatsächlich ausreicht, um so bequem es eine Körperform von 3,64 mal 1,50 mal 1,50 Meter eben zulässt von A nach B zu gelangen. Zwei Benzinmotoren treiben mit 68 bzw. eben 81 PS an, eine Beschleunigung ist vorhanden, und die Sache geht in lobenswerter Weise sehr, sehr ruhig vor sich. Wer mehr erwartet, sollte sich um ein anderes Auto umschauen. Wer den Spark als feines Stadtwägelchen sieht, sitzt in einem wendigen, praktischen und äußerst günstigen Gefährten goldrichtig. Sogar die Rückbank bietet auf kurzen Strecken genügend Platz und kann geteilt geklappt werden, um auch den großen Einkauf auf immerhin 568 Liter maximalem Fassungsvermögen zu verteilen. Zeitgemäß und gar nicht sparsam ist die Ausrüstung mit 6 Airbags, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, CD/Radio mit AUX-In und in höheren Ausstattungen mit Klima und ESP. Sie ist für ein 9000 Euro-Auto mehr als komplett.
Frauenversteher
Das Fahrwerk macht seine Sache jedenfalls gut und reicht trotz eher weicher Auslegung vollkommen für das gebotene Temperament. Ein wenig verschrammt die verblüffend teigige 5-Gang Schaltung das Bild eines im Prinzip gut verarbeiteten Kleinwagens. Fast 70 Prozent der Käufer eines Spark sind weiblich, was beweist, dass Frauen zur reinen, von jedem Imagegeprahle freien Fortbewegung fähig sind. Der Spark erfüllt den Zweck. So einfach ist das. Und sieht dabei noch sehr ordentlich aus.
Chevrolet Spark: Extravaganz im Kleinformat
Matiz und fad war mal. Mit dem Spark br...
Selbstbewußt tritt der Chevy Spark ins ...
Mit einer Länge von 3,64 Metern ist der...
DruckenSenden31.05.2010 von Andreas Hochstöger