Startschuss zum Dauertest. Drei Monate im Skoda Yeti liegen vor uns. Lieb gewonnen haben wir den sympathischen Tschechen jetzt schon.
Vollgetankt nehmen wir unseren Dauertester, den Skoda Yeti TDI mit 2WD in Empfang. Vollgetankt sind Testautos zwar immer, das ist nichts Besonderes. Sehr wohl allerdings, dass am Bordcomputer eine Reichweite von 1.140 Kilometern abzulesen ist. Damit würden wir es locker an die Côte d´Azur schaffen, fährt es uns augenblicklich durchs Hirn. Die Versuchung ist groß, das stantapede auszuprobieren. Was uns davon abhält? Ein zu diesem Zeitpunkt massives Mittelmeertief, ein nicht ausgefüllter Urlaubsantrag und vermutlich auch ein persönlicher Mangel an Spontaneität. Mehr zum Verbrauch dann weiter unten im Text.
Freundlicher Geselle
Was sonst noch außer der enormen Reichweite beim Erstkontakt mit dem Yeti ins Auge sticht? Auf jeden Fall sein von Grund auf sympathisches Wesen. Wo andere SUV gerne einen auf grimmigen Yuppie-Kraxler machen, kommt der Skoda freundlich und treuherzig daher. Des nach Reinhold Messners Kryptiden benannten Skoda Schokoladeseite ist eindeutig die Frontpartie. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, der Yeti grinst einen an. Zum Feinbild taugt dieser SUV wahrlich nicht. Auch die Breitseite plustert sich nicht mit großgoschert ausgestellten Radkästen auf. Das Heck: homogen und fein proportioniert. Allerdings hätte, analog zum Bug, ein Schuss Raffinesse nicht geschadet.
Wohlfühlambiente
Den wohlwollend entspannten Gesichtsausdruck behält, wer den Innenraum des Yeti entert. Hebel, Knöpfe, Regler und Schieber aus Wolfsburg wurden in Mladá Boleslav sauber, übersichtlich und mit Bedacht auf intuitive Bedienbarkeit assembliert. Dass beim Interieur jemand gestaltend Hand angelegt hat, der um die praktischen Bedürfnisse im Autofahreralltag weiß, zeigen die zahlreichen Ablagemöglichkeiten. Die Alueinlagen am Armaturenbrett (Ausstattung: "Cosmic") vermitteln einen modernen Clean Chic. In der Mittelkonsole prangt ein 7-Zoll-Touchscreen mit Navifunktion ("Amundsen"). Eine Feinheit, die man sich durchaus den relativ wohlfeilen Aufpreis von 650 Euro kosten lassen kann.
Auf der nächsten Seite: warum wir unsere Meinung über frontgetriebene SUV geändert haben und warum es manchmal erfreulich ist, wenn der Praxisverbrauch von der Werksangabe abweicht.