Grenzgänger zwischen Mittelklasse und gehobener Mittelklasse. Der Skoda Superb Combi überzeugt im Intensivtest.
Superb, was soviel bedeutet wie ausgezeichnet oder vorzüglich, als Modellbezeichnung für ein Auto, klingt nach einem sehr selbstbewussten Auftreten des dahinterstehenden Herstellers. Und so recht wollte die Kundschaft dem auch nicht glauben schenken, wenn man sich die Verkaufszahlen des Skoda Superb der ersten Generation (1876 Fahrzeuge in Österreich verkauft zwischen 2002 bis 2008) anschaut. Mit der zweiten Generation will man das alles vergessen machen und ist auch auf dem besten Weg. Die Verkaufszahlen gehen steil nach oben und nun hat man auch endlich das Modell im Angebot, das schon in der ersten Generation am Wunschzettel ganz oben stand: den Superb Combi. autonet.at hat den großen Tschechen als 1,8 TSI 4x4 Elegance einem Intensivtest unterzogen.
Sprengt die Segmentsgrenzen
Und so stehen wir nun vor dem angeblich vorzüglichen Kombimodell aus unserem nördlichen Nachbarland. Die Front gleicht der Limousine, trägt also den steilen und großen Kühlergrill mit aufgesetzter Chromspange und die groß dimensionierten Scheinwerfer inklusive Superb-Schriftzug. Das Heck des Combi weicht natürlich vom Viertürer ab. Die Heckscheibe steht in relativ flachem Winkel, was den Verdacht nahe legt, dass damit Ladevolumen verschenkt wird. Die Zahlen sprechen aber ein anderes Bild. Folgt man der Segmenteinordnung von Skoda, ließe sich der Superb Combi mit Opel Insignia ST, Ford Mondeo Traveller und Toyota Avensis Kombi vergleichen. Das trifft aber eigentlich nur beim Preis zu, denn in den Abmessungen und beim Ladevolumen übertrifft er sie fast alle und auch einige Vertreter der gehobenen Mittelklasse.
Beinfreiheit wie in der Oberklasse
Der Skoda Superb Combi misst 4,83 Meter in der Länge – zum Vergleich: der als technische Basis dienende VW Passat Variant misst 4,77 Meter, der Audi A6 Avant 4,93 Meter. Den Wolfsburger Bruder überragt der Superb Combi auch beim Radstand. Der macht beim langen Tschechen 2,76 Meter aus, sechs Zentimeter mehr als beim Passat Variant. Was das bedeutet, sollte man sich mit eigenen Augen vergegenwärtigen. Die Angst, dass man vorne zu wenige Platz haben könnte, stellt sich ganz sicher nicht. Mit 1,90 Meter Körpergröße genießt man mehr als genug Freiraum. Einzig die Sitze würden eine etwas bessere Ausformung vertragen. Auf längeren Strecken könnte es wegen der Polsterung etwas ungemütlich werden. Große Augen bekommt man allerdings, wenn man dann den Blick in den Fond wagt. Trotz der Größe des Fahrers steht hinten noch ein Beinraum zur Verfügung, den man sonst nur aus den Langversionen von Oberklasselimousinen kennt. Dem Ausflug des „Langen-Lulatsch-Klubs“ steht also nichts im Wege.
Ladequalitäten vom Feinsten
Schon gar nicht, wenn dann auch noch ein Blick in den Kofferraum gewagt wird. Wie bereits erwähnt neigt sich die Heckscheibe relativ flach nach unten, ganz im Stil des kleineren Skoda Octavia Combi. Da auf der Optionenliste angekreuzt, reicht ein Druck auf den Knopf der Fernbedienung und die Luke hebt sich elektrisch an (440 Euro Aufpreis). Vor einem erstreckt sich dann ein Laderaum mit 633 Litern Volumen (30 mehr als der VW Passat Variant) und zahlreichen praktischen Details – von der Gepäckraumbeleuchtung, die heraus genommen werden kann und als Taschenlampe dient, über das Schienensystem mit Fixierösen, Spannelementen und Querstrebe bis zum aufstellbaren und heraus schiebbaren Ladeboden. Natürlich lässt sich das Ladeabteil noch erweitern. Mit wenigen Handgriffen sind die Sitzflächen im Fond hochgeklappt und die Rücksitzlehnen flach umgelegt. Dabei verlangt der Superb Combi auch nicht, dass man die Vordersitze nach vorne schiebt, dem großzügigen Beinraum sei Dank. Mit einem maximalen Gepäckraumvolumen von 1865 Litern übertrifft er fast die gesamte Konkurrenz. Nur das T-Modell der Mercedes E-Klasse packt mit 1950 Litern mehr rein.
Was der Skoda Superb Combi antriebsseitig zu bieten hat und in welcher Preisliga der geräumige Tschechen-Kombi mitmischt, lesen Sie auf Seite 2.