Der neue Opel Astra ist ein äußerst ambitioniert gemachtes Stück Kompaktautomobil. Davon hat sich autonet.at beim Intensivtest der 160-Diesel-PS starken Topversion des Rüsselsheimers überzeugt.
Er ist keine Supersportflunder, kein Luxusschlitten, kein wie auch im gearteter Exot. Trotzdem: Es ist erstaunlich, welches Aufsehen der neue Opel Astra erzeugt. Da rittern sich die Verkehrsteilnehmer um einen Platz direkt hinter dem Rüsselheimer um das Heck ausgiebig in Augenschein nehmen zu können. Im Rückspiegel ist dann deutlich sichtbar, wie zwischen Fahrer und Beifahrer hitzige Diskussionen entbrennen. Geflissentlich wird uns am Steuer des Hessen Vorrang gegeben um den Segments-Kronprinz von der Seite eindringlich zu taxieren. Und nicht nur einmal werden wir auf Parkplätzen abgepasst und zur Rede gestellt: " Und, wie isser?" Das von uns gemeinhin entgegnete lapidare "Gut" wollen wir nun an dieser Stelle weiter ausführen.
Idealer Bodymassindex
Für gut befinden wir etwa das Design: der Rüsselsheimer kommt nicht aufgeplustert daher, biedert sich nicht mit artifiziellem Design-Schnickschnack seinen Betrachtern an. Das Blechkleid schmiegt sich eng ans Chassis und wirkt in seiner Schlichtheit elegant. Man hat den Eindruck, nur das Notwendigste mit sich herumzuführen. Einen Schuss Emotion steuern die sehr flache Windschutzscheibe und das stark nach hinten abfallende Heck bei. Alles Wesenszüge, die dazu angetan sind, den im Vergleich zum Vorgänger doch erheblichen Längenzuwachs von 17 Zentimeter zu kaschieren.
Hochwertige Knopfharmonika
Etwas weniger puristisch geht´s im Innenraum zu. Sofort ins Auge sticht die doch sehr überfrachtete Mittelkonsole. 43 Tasten und Drehknöpfe sind´s an der Zahl. Schnell mal bei voller Fahrt das Raumklima regulieren ist erst nach etwas längerer Eingewöhnungsphase gefahrlos möglich. Nächstgereihte Augenfälligkeit ist die perfekte Verarbeitung. Evident wird das vor allem während der Fahrt über schlaglochgepflasterte Straßen. Kein Mucks entfährt da dem Interieurverbau. Gesessen sind wir auf schwarz beledertem, straffem, mannigfach verstellbarem Sportgestühl zum Aufpreis von 2.000 Euro. Etwas nervig: der Hebel zum Justieren des Neigungswinkels der Lehne ist nur sehr schwer zugänglich weit unten an der linken Sitzseite angebracht. Obacht mit Würstelfingern! Trotzdem - Gesamteindruck: gut.
Dank FlexRide-Fahrwerk noch einmal straffer
Weiter in dieser Manier geht´s zum Fahrwerk. Der Astra liegt felsenfest auf dem Asphalt. Kurven, derer auch schneller gefahrene, durchfährt er ausgesprochen sicher. Die Neigung zum Untersteuern ist äußerst schwach ausgeprägt. Feines Ausstattungsfeature ist das FlexRide-System zum Aufpreis von 890 Euro. Per Druck auf die Sporttaste strafft sich das Fahrwerk, die Drehzahlen werden erhöht und die Lenkung direkter abgestimmt. Die "Tour"-Taste sorgt für sanftere Dämpfungseigenschaften und frühere Schaltzeitpunkte der 6-Gang-Automatik. Generell sind dem Fahrverhalten des neuen Astra, mit oder ohne FlexRide, ausgeglichene Wesenszüge zu bescheinigen. Ein Umstand, dem der um 7 Zentimeter gewachsene Radstand in die Hände spielt. Lediglich kurze, harte Stöße werden recht direkt in den Innenraum weitergegeben.
Was der 2.0 CDTI Motor unseres Test-Astra hergibt und was der Händler für den kompakten Hessen in Top-Ausstattung nimmt, lesen Sie auf der nächsten Seite.