Nissan 370Z: Und wenn der Schnee staubt
Gentleman, start your engine!
Manfred Stohl drückt auf den Startknopf und weckt den Bären unter der Haube. Er erwacht brummig, brüllt einen räudigen Ton durch die beiden verchromten Auspuffrohre und macht sich für seinen Einsatz bereit. Auf den großzügigen Flächen des Driving Camp Pachfurth (www.drivingcamp.at) wollen wir herausfinden, wie agil und sicher sich ein ausgereizter Sportwagen bei winterlichen Verhältnissen fahren lässt. Dazu dreht der Rallye-Champion zunächst ein paar Runden auf trockener, dann auf nasser Fahrbahn. Schließlich fährt er auf einem mit hartem Schnee und Eis gespickten Teil der Fahrbahn, um ganz zuletzt im knöcheltiefen Schnee zu wedeln. Schon die Bilder sprechen Bände über den Spaß, den das Fahren unter diesen Bedingungen macht. Mit ausgeschaltetem ESP schwenkt das Heck auf der Schneefahrbahn sofort quer, wobei Stohl klarstellt: „Um mit diesem Auto einen Drift zustande zu bringen, braucht man keine rutschigen Verhältnisse. Auch bei trockener Fahrbahn reicht ein kurzer Druck aufs Gaspedal, um das Heck ausbrechen zu lassen.“ Dabei lassen sich die Bewegungen gut kontrollieren: „Der Nissan bleibt auch bei fahrdynamisch anspruchsvoller Bewegung gut beherrschbar, das Fahrwerk ist sauber abgestimmt.“
Hilfe auf Knopfdruck
Einzig im tiefen Schnee würde sich der ehemalige Weltmeister doch eine etwas anderes Set-up des Sperrdifferenzials wünschen. Dieses serienmäßige System begrenzt den Schlupf an den Hinterrädern und ist an sich für schnelle Rundenzeiten gedacht: Das innere Rad wird ja bei hurtig gefahrenen Kurven entlastet und beginnt leichter durchzudrehen – dabei geht Leistung verloren. Das Sperrdifferenzial verringert die Tendenz eines einzelnen Rades, durchzudrehen. Klar, dass man dieses System auch im Schnee gut gebrauchen kann, allerdings vermißt Stohl eine noch stärkere Sperrwirkung. „Im tiefen Schnee kommt ein Sportwagen wie der 370Z natürlich an seine Grenzen“, sagt der Autonet-Cheftester. „Dennoch bin ich erstaunt, wie weit man mit dem Auto unter diesen untypischen Verhältnissen kommt – und wie viel Spaß es auch macht.“
Erstaunlich ist dann auch der Vergleich mit eingeschaltetem ESP. Diese Hilfe ist ja nur einen Knopfdruck entfernt und zieht sofort ein Sicherheitsnetz ein, das für eine vertrauenerweckende Stabilität und Spurtreue sorgt. Damit lässt sich der 370Z auch unter widrigsten Bedingungen sicher und souverän zu bewegen – und ohne dass man dafür eine Rennfahrerlizenz benötigt.
Resümee: Es geht doch!
Die Bandbreite heutiger Autos wird immer größer: Geländewagen lassen sich wie Limousinen bewegen, Kombis fahren dynamisch und auch Sportwagen haben sich längst aus der engen Nische ihrer Vollgaspflichten befreit. Am Beispiel des Nissan 370Z zeigt sich, dass ein optisch wie technisch spektakulärer Sportwagen auch im Alltag und selbst unter widrigen Bedingungen bestehen kann. Er bietet Luxus, ein akzeptables Raumangebot und – vor allem in Verbindung mit der superben Automatik – ein überraschendes Maß an Komfort. Dass man auf all das während der Wintermonate nicht zu verzichten braucht, bestätigen die Grenzerfahrungen von Manfred Stohl.
Nissan 370Z: Wintersport
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DruckenSenden22.01.2010 von Peter Schönlaub