Dodge Journey: Happy Meal
Wer Platz braucht, aber nicht zu viel ausgeben will, sollte sich den Dodge Journey genauer anschauen. Wir haben es im Intensivtest für Sie getan.

Ein bulliges, kanitges Design ist ein Markenzeichen von Dodge - so auch beim Minivan Journey.
Chrysler Voyager – Made in Austria. Das war einmal. Heute gibt es nur mehr den Grand Voyager und der kommt auch nicht mehr aus Graz. Grund zum Trauern und Lamentieren über das viel zu große Auto ist aber nicht angesagt. Wer individuell sein will, dabei den Blick auf die Geldtasche nicht vergisst und die Praxistauglichkeit ganz oben auf die Liste setzt, wird vom Dodge Journey nicht enttäuscht werden.
Mächtig viel Platz bei weniger als fünf Meter Länge
Die Marke mit dem Widder im Logo ist vielen bekannt aus der Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“. Al Bundy fuhr Dodge. Hätte er damals schon den Journey gehabt, wäre ihm das Leben als Schuhverkäufer vielleicht weniger frustrierend vorgekommen. Der Journey ist ein geräumiger Minivan mit bis zu sieben Sitzplätzen und nimmt bei uns heute die Position des Chrysler Voyager ein. Vom Vorreiter in diesem Segment ist in Österreich aktuell nur mehr die Grand-Version erhältlich. 5,14 Meter Außenlänge sind dabei schon ein mächtiges Zeichen amerikanischen Automobilbaus, die sich bei der Parkplatzsuche nicht gerade entspannend erweisen. Da zeigt sich der Dodge Journey mit 4,89 Meter schon etwas angenehmer, zumal er nicht mit Platz geizt und praktische Lösungen für den Alltag bietet.
Zahlreiche Ablagen und praktische Transportlösungen
Serienmäßig steht der Dodge Journey als Fünfsitzer vor der Tür. Hinter den Vordersitzen befinden sich zwei Staufächer im Boden, die bis zu zwölf Getränkedosen aufnehmen. In die geteilt umlegbare Rücksitzlehne ist eine Mittelarmlehne mit weiteren Getränkehaltern integriert. Natürlich gibt es auch für die vorderen Passagiere eine verschiebbare Armlehne mit Getränkehaltern und wie es sich für ein amerikanisches Auto gehört, ist das Handschuhfach zweigeteilt mit einem kühlbaren oberen Teil. Wer neben Getränken auch noch andere Dinge verstauen will, bekommt ab der Ausstattungsstufe SXT einen Beifahrersitz mit umklappbarer Rückenlehne und einen Staufach in der Sitzfläche. Das Kofferraumvolumen des Fünfsitzers reicht von stolzen 784 Litern bis 1562 Liter bei umgeklappten Rücksitzen. Wer Platz für die ganze Rasselbande benötigt, um den Wunsch nach einem Happy Meal zu erfüllen, greift zur Optionenliste. Gegen 1100 bis 1300 Euro Aufpreis ist der Dodge Journey als Siebensitzer erhältlich. Dann stehen bei voller Bestuhlung nur mehr 167 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Zum leichteren Einstieg in die hinterste Reihe lassen sich die Seitentüren 90 Grad weit öffnen. Die äußeren Sitze der zweiten Reihe können mit einem Handgriff nach vorn geschoben werden. Dabei hebt sich die Sitzfläche selbständig.
Keine weiche, amerikanische Fahrwerksabstimmung
So wie der Journey als Lademeister überzeugen kann, erweist er sich auch als feine Reiselimousine. Klimaanlage und CD-Radio mit Sechsfach-CD-Wechsler sind ab Basis serienmäßig. Zwei-Zonen-Klimaatuomatik, elektrisch verstellbaren Fahrersitz, Lenkradfernbedienung für das Audiosystem und Tempomat gibt es ab der nächsten Ausstattungsstufe SXT und im Topmodell R/T sind auch Sitzheizung, Radio mit 20 GB Festplatte, Rückfahrkamera, Teilledersitze und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung an Bord. Zum Kapitel Komfort zählt aber auch ein gut abgestimmtes Fahrwerk. Wer sich hier eine schwammige, amerikanische Variante vorstellt, wird positiv überrascht. Der Journey ist ausreichend straff, um den europäischen Geschmack nicht zu enttäuschen. In Kurven zeigt er eine spürbare Tendenz zum Wanken. Der geräumige Amerikaner hat aber nicht das Ziel im Segment Sportwagen zu punkten.
TDI-Motor von VW darf seinen Dienst verrichten
Das unterstreicht allein schon die gängige Motorisierung. Für Europa darf es ein Diesel sein und der kommt von Volkswagen. Beim 140-PS-Aggregat handelt es sich um den guten alten 2-Liter-Pumpe-Düse-TDI aus Wolfsburg. Wer es nicht glaubt, wird spätestens nach dem Starten überzeugt sein. Unüberhörbar verrichtet der Selbstzünder seinen ausreichend kraftvollen Dienst. Mit 140 PS ist der fast zwei Tonnen schwere Dodge kein Sprinter, aber auch keineswegs untermotorisiert. Der Wunsch nach einem leiseren Aggregat darf hier dennoch angemeldet werden. Mit Blick auf den Einstieg von Fiat bei Chrysler und den bekannt guten Multijet-Motoren aus Italien schwingt dabei ein bisschen Hoffnung mit. Dodge bietet den TDI-Motor in Österreich übrigens auch in einer steuergünstigen Version mit 120 PS an. Die ist ausschließlich mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe erhältlich. Für den 140-PS-Dieselmotor gibt es dagegen auch ein Sechsgang-Automatikgetriebe mit Doppelkupplung, das mit feinen, ruckfreien Gangwechseln explizites Lob verdient. Gegenüber dem manuellen Getriebe genehmigt sich der Journey mit Automatik um einen halben Liter mehr Diesel pro 100 km. Mit sieben Litern im Schnitt ist der Verbrauch aber nicht abgehoben.
Preis-Leistungsverhältnis ist in Ordnung
Sehr konkurrenzfähig präsentiert sich der Dodge Journey beim Kapitel Preis. Die 120-PS-Version beginnt bei 27.990 Euro. 20 PS mehr sind ab 28.390 erhältlich. Der von uns getestete 2,0 CRD R/T Automatik kostet 36.970 Euro. Dazu kommen noch 1100 Euro für das 7-Sitze-Paket und 1080 Euro für das Navigationssystem. Vorerst unerfüllt bleiben dann also nur die Wünsche nach einer anderen Dieselmotorisierung und Allradantrieb. Der würde dem kantig gestylten Journey sicher gut stehen und auch im winterlichen Österreich seine Anhänger finden.
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