Ford Focus: Der Klassenaufsteiger
Für die Fahrdynamik gelobt, will sich der Ford Focus nun auch bei der Sicherheit noch mehr profilieren.

Der 140 PS starke Zwei-Liter-Common-Rail-Diesel ist nur in der Topausführung Titanium erhältlich.
Jeder Kritik erhaben in Punkto Fahrverhalten, das ist seit Jahren der Ford Focus. Seit seiner Einführung im Jahr 1998 hat sich der kompakte Kölner in Testberichten stets hinsichtlich der souveränen Fahrwerksabstimmung großes Lob abgeholt. Mit der nunmehr dritten Generation wird sich daran kaum etwas ändern, und wenn, dann nur zum Besseren. Die Konkurrenz schläft ja schließlich auch nicht. Am deutlichsten spürt der Fahrer die Änderungen am verbesserten Lenkverhalten.
Dynamiker mit hohem Komfortbewusstsein
Die elektrische Servolenkung liefert nun noch bessere Rückmeldung von der Fahrbahn. Für die Agilität speziell bei Kurvenfahrten zuträglich, ist die Torque Vectoring Control. Beim Rausbeschleunigen aus engen Kurven würde das innere Rad zum Durchdrehen neigen. Die Sensoren des ESP erkennen das und leiten einen gezielten Bremseingriff auf das Rad ein. So gelangt mehr Drehmoment an das kurvenäußere Rad. Im Unterschied zu anderen Herstellern, bietet Ford dieses System auch in einem Kompaktmodell wie dem Focus an und zwar für alle Varianten serienmäßig. Änderungen an der Hinterachse und der Dämpferabstimmung runden das Bild ab und beweisen, dass eine dynamisch ausgerichtete Fahrwerksabstimmung nicht mit Komforteinbußen bezahlt werden muss.
Die Kamera hat alles im Blick
Mit dem Fahrwerkstuning hat es sich aber noch lange nicht beim neuen Focus. Nicht erst mit dem neuen Modell hat sich Ford das Thema Assistenzsysteme auf die Fahnen geschrieben, Systeme, die man in diesem Umfang in der Kompaktklasse noch nicht gewöhnt ist. Zwar verlangt Ford dafür Aufpreis. Im Fahrer-Assistenz- (1300 Euro) und im Easy-Driver-Paket Plus (650 Euro) zusammengefasst und jeweils ab der Ausstattungsstufe Trend erhältlich, hält sich dieser Aufschlag aber in Grenzen. In erstgenanntem Paket bekommt man unter anderem Active City Stop, Fahrspur-, Fernlicht-, Toter-Winkel-Assistent, Verkehrsschild-Erkennungssystem und Müdigkeitswarner. Zentrales Instrument der meisten dieser Systeme ist eine digitale Frontkamera oberhalb des Innenspiegels. Sie erkennt Bodenmarkierungen und warnt den Fahrer durch Vibrationen am Lenkrad vor dem ungewollten Verlassen der Fahrspur oder kann in einem zweiten Schritt sogar durch sanfte Lenkeingriffe das Fahrzeug in der Spur halten. Über die Spurgenauigkeit und das Lenkverhalten des Fahrers kann das System Rückschlüsse auf die Aufmerksamkeit des Fahrers ziehen und fordert bei Auffälligkeiten zum Einlegen einer Pause ein. Die Kamera erkennt aber auch Überholverbote und Tempolimits und zeigt diese im Info-Display an. Und schließlich kann sie bei Nacht auch zwischen der Umgebungsbeleuchtung und hellen Hauptscheinwerfern oder roten Rücklichtern unterscheiden und so das Fernlicht automatisch auf- oder abblenden.
Sicherheitspolster und Parkservice
Active City Stop dagegen arbeitet mit Infrarotsensoren an der Front. Sie sind bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h aktiv und scannen den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen. Ist der Abstand zu gering und droht ein Auffahrunfall, werden die Bremsen vorgespannt. Reagiert der Fahrer nicht rechtzeitig, leitet das System eine Notbremsung ein. Bis zu einem Geschwindigkeitsunterschied von 15 km/h kann ein Auffahrunfall gänzlich vermieden werden, darüber hinaus werden die Unfallfolgen abgemildert. Beim Easy-Driver-Paket Plus sticht der aktive Einpark-Assistent heraus. Über eine Taste in der Mittelkonsole aktiviert, scannen Ultraschallsensoren an der Fahrzeugseite die Fahrbahnränder nach freien Parklücken ab. Ist eine ausreichend große gefunden, die 20 Prozent länger sein muss als der Focus, werden die weiteren Anweisungen an den Fahrer im Info-Display angezeigt. Er muss nur Gas und Bremse betätigen, die Lenkarbeit wird vom System übernommen. So wird das Parallel-Einparken zum Kinderspiel.
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DruckenSenden29.08.2011 von Thomas Weibold