Von wegen Altherrenauto! Der letzte Mercedes CL mag zwar ein bisschen barock geraten sein. Doch schon das neue S-Klasse Coupé wirkt wie frisch aus dem Jungbrunnen. Und das ist nur der Anfang. Denn jetzt wird der Beau auch noch zum Bodybuilder und lässt unter dem Designerdress die Muskeln spielen. Schuld daran ist wie immer die schnelle Schwester AMG, die den Luxusliner im April auf der Motorshow in New York als S 63 mit 584 PS zeigt.
Vieles neu
Hinter dem neuen Kühlergrill mit der scharfen Doppelklinge links und rechts des großen Sterns montiert die schnelle Truppe aus Affalterbach ihren 5,5 Liter großen V8 mit diesmal 584 PS und bis zu 900 Nm. Das reicht beim Hecktriebler für einen hochsportlichen Sprintwert von unter fünf Sekunden. Mit dem neu ins Programm aufgenommenen Allradantrieb gelingt der Spurt sogar noch vier Zehntelsekunden schneller. Schluss ist zwar für beide Varianten offiziell bei 250 km/h. Doch braucht es nur ein Kreuzchen auf dem Bestellschein, dann läuft das Coupé locker 270, vielleicht sogar 300 km/h. Zwar punktet der S 63 AMG gegenüber dem Vorgänger mit 41 PS mehr Leistung und glatten 100 Nm mehr Drehmoment und ist entsprechend druckvoller unterwegs.
Effizient
Doch mindestens genauso stolz sind die Schwaben auf den geringen Verbrauch. Der geht um bis zu 0,4 Liter zurück und liegt nun bei 10,1 Litern. Das verdanken sie nicht nur Feinschliff am Motor, sondern auch einer kleinen Fastenkur. Denn mit serienmäßigen Schmiederädern, Keramikbremsen und einer Starterbatterie mit Lithium-Ionen-Technik sowie den aus der Großserie übernommenen Alublechen bringen sie das Gewicht um immerhin 65 Kilo herunter. Natürlich geht es bei einem AMG-Modell immer und zuallererst mal um die Stärke.
Fahrwerk
Aber die dicksten Muskeln bringen nichts ohne die nötige Schärfe im Set-Up. Deshalb wurden die Luftfederung und die optionale Magic Body Control neu programmiert und natürlich gibt es auch bei AMG den neuen Querkraftausgleich für noch schnellere Kurvenfahrten. Außerdem haben die Bremsen mehr Biss, das Getriebe schaltet schneller und die Lenkung ist ein bisschen direkter ausgelegt. Dazu gibt es ein modifiziertes Design mit einem höheren Wiedererkennungswert. Außen sorgen dafür der neue Grill, die größeren Nüstern sowie die markanten Spoiler und Schweller oder der Diffusoreinsatz zwischen den vier Endrohren. Und innen haben die Sitze etwas mehr Kontur und neue Nappa-Bezüge, das Lenkrad bietet mehr Grip und die digitalen Instrumente wurden im AMG-Design neu Programmiert.
Alles besser
Schöner, sportlicher und obendrein auch noch sparsamer als vorher – viel ist dem S-Klasse Coupé damit eigentlich nicht mehr hinzuzufügen. Außer noch ein bisschen mehr Eleganz und Elan. Deshalb lassen es die Schwaben auf Dauer nicht beim V8 bewenden, sondern arbeiten mit Hochdruck auch schon wieder an den Versionen mit Zwölfzylinder.





