Der ÖAMTC hat beim Scheinwerfertest untersucht, ob sich die Investition in teure Lichtsysteme auszahlt.
Mit der Einführung von Xenon-Scheinwerfern ist auch die Diskussion über deren Sinnhaftigkeit entbrannt. Befürworter unterstreichen die höhere Leuchtkraft und damit die bessere Sicht. Studien ermitteln auch ein sinkendes Unfallrisiko. Hinzu kommt, dass die modernen Leuchtkörper weniger Energie benötigen und damit den Kraftstoffverbrauch positiv beeinflussen. Kritiker sprechen dagegen von der erhöhten Blendwirkung des Gegenverkehrs, die teuren Anschaffungskosten und dass bei einem Defekt die ganze Leuchteinheit getauscht werden muss.
Xenonlicht für alle Modelle gefordert
Der ÖAMTC hat nun in einem Scheinwerfertest überprüft, ob sich die Mehrkosten für Xenon-Scheinwerfer auszahlen. Das Ergebnis lautet eindeutig, „dass Xenon-Scheinwerfer im Vergleich zu Halogen-Scheinwerfern eine weitaus höhere Lichtleistung und somit auch mehr Sicherheit bieten“. Daher tritt der Automobilklub auch dafür ein, dass im Sinne der Verkehrssicherheit Xenon-Scheinwerfer für alle Modelle lieferbar sind. Xenonlicht hat einen rund 30 Meter längeren Lichtkegel und erfasst Hindernisse daher früher.
Wie wurde getestet?
Für den Scheinwerfertest wurden fünf Fahrzeugmodelle herangezogen, die mit Standardlichtern und aufpreispflichtigen Xenon-Scheinwerfern erhältlich sind. Bei den Modellen handelte es sich um die Mercedes E-Klasse, den Nissan Qashqai, den Opel Insignia, den Skoda Superb und den VW Golf. Der Test selbst lief in drei Etappen ab. Im Lichtkanal wurden unter Laborbedingungen die Leuchtreichweite, die Verteilung des Lichts, die seitliche Ausleuchtung und die Helligkeit ermittelt. Dabei wurde auch registriert, ob der Fahrer durch Streulicht von Reflektoren an Pfosten und Straßenschildern geblendet wird. Die nächste Station führte die Tester in ein Fahrsicherheitszentrum. Neben der Kurvenausleuchtung stand hier die Blendwirkung für den Gegenverkehr beim Überfahren einer Kuppe im Vordergrund. Den Abschluss bildete eine ausgedehnte Testfahrt durch Städte, über Landstraßen und Autobahnen.
Empfehlung für Xenonlicht
In fast allen Fällen hat das Xenonlicht besser abgeschnitten als die Halogenscheinwerfer. Nur beim Nissan Qashqai war der Unterschied zwischen konventionellem Licht und Xenonscheinwerfern sehr knapp. Ganz anders dagegen der Fall bei Opel Insignia und VW Golf. Die serienmäßige Halogenbeleuchtung ist gerade noch ausreichend. Der relativ hohe Aufpreis von rund 1350 Euro (beim Opel kommt dazu, dass es Xenonlicht erst ab der Ausstattungsstufe Edition gibt) zahlt sich laut ÖAMTC auf jeden Fall aus. Das Urteil „empfehlenswert“ erhalten auch die Systeme in der Mercedes E-Klasse und im Skoda Superb. Xenonlicht im Nissan Qashqai erhält das Urteil „bedingt empfehlenswert“. Dafür ist das Sicherheitsdetail im japanischen Crossover-Modell auch nur im Topmodell Tekna erhältlich, dafür aber serienmäßig.
Außer Konkurrenz wurde auch der Audi R8 V10 getestet. Der Supersportwagen aus Ingolstadt ist mit der modernsten Lichttechnik am Markt ausgestattet. Es ist das erste Serienfahrzeug, das über Voll-LED-Scheinwerfer verfügt und damit einen Blick in die Zukunft der Bleuchtungstechnik gibt. Den Autonet-Testbericht zum Audi R8 V10 mit 525 PS finden Sie
hier.