Autohandel schafft fast Rekordergebnis
Mit 319.403 Pkw-Neuzulassungen wurde dank Ökoprämie das zweitbeste Verkaufsergebnis erreicht nach dem Jahr 1992.
Die Ökoprämie hat verstärkt Privatkunden in die Autohäuser gelockt. 319.403 Pkw wurden 2009 in Österreich neuzugelassen.
Nach den verhaltenen und oft düsteren Prognosen vor einem Jahr dürfen die Autohersteller das Verkaufsjahr 2009 mit einem zufriedenen Lächeln abschließen. Zumindest was das Ergebnis in Österreich betrifft. Insgesamt wurden über alle Marken verteilt 319.403 Pkw neu zum Verkehr zugelassen. Der absolute Rekord wurde damit nur knapp verfehlt. 1992 wurden stolze 320.094 Neuzulassungen verzeichnet. Dieses erfreuliche Ergebnis wurde im Rahmen einer Pressekonferenz zur Eröffnung der Vienna Autoshow bekannt gegeben.
Ökoprämie lockte Privatkunden in die Autohäuser
Einen maßgeblichen Anteil am Beinahe-Rekordjahr hat die Ökoprämie, die zwischen April und Anfang Juli in Österreich wirksam war. Bei der Anschaffung eines Neuwagens erhielten Kunden eine Prämie in Höhe von 1500 Euro, wenn sie gleichzeitig ein Auto, das älter als 13 Jahre war verschrotten ließen. Noch bis März 2009 lagen die Verkaufszahlen unter den jeweiligen Vorjahresmonaten. Ab April gingen die Verkaufszahlen aber wieder bergauf. Das beste Ergebnis konnte im Juli verzeichnet werden, der um satte 44,1 Prozent über dem Juli 2008 lag. Im November und Dezember 2009 gab es noch einmal deutliche Zuwächse. Das liegt zum einen daran, dass die Vorjahresmonate bereits von der Wirtschaftskrise gekennzeichnet waren. Zum anderen sehen die Importeure aber auch Vorziehkäufe für Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß über 160 g/km, weil seit 1. Jänner für diese Modelle ein CO2-Malus bei der NoVA anfällt.
Trend geht zu kleineren Fahrzeugen und leistungsärmeren Motoren
Allgemein zeigt sich aber ein Trend zum Kauf von Fahrzeugen mit kleineren Motoren. Zwar dominieren nach wie vor Fahrzeuge mit über 89 kW Leistung (Marktanteil 28,5%). Ihr Anteil ging aber um 3,8 Prozent zurück. Gewonnen haben Modelle mit weniger als 89 kW. Diesem Trend entsprechend greifen die Kunden auch verstärkt zu Kleinst-, Klein- und Kompaktwagen. Diese drei Segmente gewinnen auf Kosten der Mittelklasse, Oberen Mittelklasse und der Luxuslimousinen. In diesem Punkt spiegelt sich auch wieder, dass der Anteil der Firmenkunden im Jahr 2009 stark rückläufig war. Ihr Anteil betrug nur mehr 43 Prozent, während er in den Jahren davor deutlich über 50 Prozent lag. Da bei kleinen Fahrzeugmodellen Benzinmotoren vorherrschend sind, ist auch der Dieselanteil stark im Sinken. Lag er noch im Jahr 2003 bei 71,5 Prozent, unterschreitet er 2009 die 50%-Marke und landet bei 46 Prozent. Alternative Antriebe führen weiterhin noch ein Schattendasein. Ihr Anteil ist mit 0,5 Prozent noch vergleichsweise gering.
Volkswagen behält Vorherrschaft
Im Marken- und Modellranking führte auch im Jahr 2009 nichts an Volkswagen und den anderen VW-Konzernmarken vorbei. Bei den Marken liegt VW unangefochten an der Spitze. 2009 wurden insgesamt 51.307 VW-Modelle neuzugelassen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 3,9 Prozent. Der Marktanteil von VW liegt bei 16,1 Prozent. Auf den Plätzen folgen Opel mit 22.732 und Ford mit 22.051 Neuzulassungen. Die Top Ten komplett manchen der Reihe nach Renault, Audi, Skoda, Fiat, Peugeot, Seat und BMW. Sehr deutliche Zuwächse konnten bei den größeren Herstellern Hyundai mit +77%, Seat mit +38,3% und Kia mit +28,9% verbuchen.
Sechs Modelle aus dem VW-Konzern im Modellranking voran
Bei den einzelnen Modellen wird die VW-Konzern-Vormacht noch deutlicher. Wie alle Jahre wieder landet der VW Golf mit klarem Abstand auf dem ersten Platz. 21.022 neue Golfs wurden 2009 in Österreich verkauft. 2008 waren es 17.589 Stück. Auf Platz zwei folgt mit 8928 Neuzulassungen der VW Polo. Knapp dahinter landet auf Platz Drei der Seat Ibiza (8018 Einheiten), gefolgt von Skoda Octavia (7307) und Skoda Fabia (7213). Der Audi A4 macht mit 6988 Neuzulassungen das erfreuliche Ergebnis für den VW-Konzern komplett. Auf Platz Sieben folgt mit dem Renault Mégane (6302 Einheiten) das erste Modell, das nicht aus dem Wolfsburger Konzern kommt. Opel Corsa (6293), Ford Focus (6033) und Ford Fiesta (5614) schaffen es ebenfalls noch in die Top Ten.
Ausblick auf 2010
Für das Jahr 2010 sind die heimischen Automobilimporteure durchaus optimistisch. Das hohe Niveau von 2009 mit 319.403 Neuzulassungen wird zwar nicht wieder erreicht werden. Viele Experten gehen aber davon aus, dass man das Niveau von 2008 mit rund 290.000 bis 295.000 Einheiten erreichen wird. Der Neuzulassungsrückgang würde also ungefähr jener Größe entsprechen, die 2009 durch die Ökoprämie erzielt werden konnte. Von der Politik wünschen sich die Automobilimporteure für das neue Verkaufsjahr wieder Anreize, um den Fuhrpark zu erneuern und auf moderne, abgasarme Fahrzeuge umzusteigen. Die positiven Begleiteffekte der Ökoprämie sollen also auch 2010 erreicht werden. Zudem arbeitet man an einem Gesetzesvorschlag für eine Ökologisierung der Pkw-Besteuerung. Zu Details hält sich der Sprecher der Automobilimporteure, Ingo Natmessnig noch bedeckt.
DruckenSenden13.01.2010 von Thomas Weibold