Volvo C70: Schieß in den Wind!
Die elegante Art, sein herrliches Haar zu föhnen – und 220 PS sorgen dafür, dass es auch auf Kurzstrecken schön trocken wird.
Der neue Volvo C70 zeigt die ganze Bandbreite an Knowhow und Stilsicherheit, die ein Cabriolet benötigt.
Wussten Sie, dass im Norden Europas mehr Eis gegessen wird als im heißen Süden? Vielleicht erklärt sich diese Liebe aus Leid; wenn’s schon wenig Sonne gibt, dann wird sie eben umso exzessiver genossen.
Zu dieser Pilosophie passt, dass gerade die Cabriolets der zwei skandinavischen Automarken, Volvo und Saab, nicht nur smart sind, sondern bereits richtige Klassiker. Die Neuauflage des C70 zeigt demnach auch die ganze Bandbreite an Knowhow und Stilsicherheit für diese Art von Fahrzeug. Eleganter kann man kaum einen offenen Viersitzer zeichnen, und die Funktionalität stützt sich auf die neuesten Technologien, um das Dach mit großem Theaterdonner verschwinden und wieder hervorheben zu lassen.
Kein Spitzensportler, sondern angenehmer Begleiter
Bemerkenswert ist vor allem die Solidität, die der gesamten Struktur zugrunde liegt. Geschlossen sind Verwindungen nur für die sensibelsten Popometer bemerkbar, das Geräuschniveau ist auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten extrem niedrig. Dabei sollten wir an dieser Stelle einschieben, dass unser Test vom T5, dem Topmodell der Palette, handelt.
Sein Fünfzylinder-Turbo leistet 220 PS, lässt sich aber eher als angenehmer Begleiter, kaum als Spitzensportler einstufen. Der Kick leidet nämlich unter dem hohen Eigengewicht des C70, ganze 1720 Kilo sind eine echte Bürde. Die Power reicht zwar, um vorwitzige Diesel auf Distanz zu halten, wässrige Augen vom Beschleunigen gibt’s aber nicht. Der Motor beherrscht dafür die elegante Art des Fahrens: ruckfreies Ansprechen, souveränes Aufbauen des Drehmoments, Laufruhe.
Ein kleiner Schönheitsfehler
All diese Eigenschaften kommen besonders gut zur Geltung, wenn das Dach im Heck verstaut und die Zeit für den Concours d’Elegance gekommen ist. Im geöffneten Zustand nehmen die Verwindungen naturgemäß zu, bleiben aber in jenem Rahmen, den man in dieser Klasse gewohnt ist; dasselbe gilt übrigens für die Raumverhältnisse im Fond und im Kofferraum.
Ein optionales Windschott, das um gut 500 Euro in der Liste steht, ist bei geschlossenen Seitenscheiben entbehrlich; dass bei offenen Scheiben der Wind am Gurt zerrt, ist der einzige kleine Schönheitsfehler. Nach alter Schwedenart bleibt die Sicherheitsausstattung hingegen makellos: ROPS, SIPS und ihr Freund WHIPS sorgen für Schutz bei Überschlag, Seitenaufprall und Auffahrunfall.
DruckenSenden30.06.2009 von Peter Schönlaub