VW Amarok: Der Alleskönner
Volkswagen bietet erstmals einen ausgewachsenen Pickup an, der vielseitigen Alltagsnutzen und Fahrkomfort mit hohen Nehmerqualitäten auch im schweren Gelände kombiniert.

Bisher waren bei uns weitgehend nur japanische Hersteller mit Pickup-Modellen vertreten. Mit dem Amarok bietet VW nun auch ein eigenes Modell an.
Volkswagen betritt automobiles Neuland. Ab Ende Oktober bieten die Wolfsburger erstmals einen großen Pickup der so genannten Ein-Tonnen-Klasse an. Was wir bisher nur von amerikanischen Herstellern und hierzulande vor allem aus japanischer Produktion kannten, wird also demnächst auch mit dem VW-Logo vorfahren und auf den schönen Namen Amarok hören. Der ausgewachsene Transporter mit großer Ladefläche hat natürlich in erster Linie die Aufgabe als Arbeitstier zu dienen. Mit dem Amarok will VW aber auch zum Beispiel Freizeitsportler ansprechen, die ihr großes sperriges Sportgerät stilgerecht transportieren wollen.
Größte Ladefläche seiner Klasse
Der erste von VW produzierte Pickup wird in Argentinien vom Band laufen und ist auch in erster Linie für den dortigen Markt und jenem im benachbarten Brasilien gedacht. Danach kommen aber schon die Märkte in Europa, Afrika und Australien. Wenn sich Volkswagen etwas vornimmt, dann kann man sicher sein, dass auch etwas Handfestes dabei herauskommt. Und so ist es auch mit dem Amarok. Der 5,25 Meter lange Transporter präsentiert sich mit einem klaren und gleichzeitig sehr kraftvollen Design und zeichnet sich durch vielseitige Nutzungsmöglichkeiten aus. Zu Beginn wird es den Amarok ausschließlich als Viertürer mit Doppelkabine geben. 2011 folgt auch eine Nutzfahrzeugvariante mit so genannter Single-Cab. Hinter dem großzügig dimensionierten Innenraum geht die Ladefläche mit ihren Abmessungen nicht unter. 1,56 Meter lang und 1,62 Meter breit ist das offene Ladeabteil. Die Breite zwischen den Radkästen beträgt 1,22 Meter, damit kann haarscharf ein Europalette auch platzsparend quer geladen werden. Das macht dem Amarok bislang keiner nach.
Drehmomentstarke TDI-Motoren
Als hartes Arbeitstier präsentiert sich der Amarok auch von der technischen Seite. Als Motoren stehen zwei Zwei-Liter-Common-Rail-Aggregate zur Auswahl, einmal mit 122 PS und einmal mit 163 PS. Der stärkere Dieselmotor besitzt zwei Turbolader, einen kleine für niedrigere Drehzahlen und einen größeren, der bei höheren Drehzahlen für die nötige Zwangsbeatmung sorgt. Zwei Liter Hubraum klingt nach wenig, maximale Drehmomente von 340 Nm (122-PS-TDI) und 400 Nm (163-PS-TDI) lassen aber erkennen, dass es dem Amarok kaum an Kraft mangelt. Dazu gibt es zwei Fahrwerkausführungen. Das Komfortfahrwerk dient sich vor allem den privaten Nutzern an, die Wert auf ein angenehmes Fahrgefühl legen und mit einer Zuladung von 948 Kilogramm auskommen. Keineswegs unangenehm abgestimmt zeigt sich auch die so genannte Heavy-Duty-Version. Sie zeichnet sich vor allem auf schlechten Straßen aus und erlaubt eine Zuladung von 1160 Kilogramm.
Vom reinen Straßenfahrzeug bis zum Expeditionsmobil
Nicht nur was die Beladung betrifft, ist der VW Amarok vielseitig, sondern auch beim Fahren. Drei Antriebsversionen sind im Programm. Wer vor allem auf befestigten Straßen unterwegs ist, wird mit dem Heckantrieb sein Auslangen finden. Für alle, die auch einmal abseits des Asphalts unterwegs sind, bietet sich der permanente 4Motion-Allradantrieb an. Ein zentrales Torsion-Differenzial verteilt hier je nach Anforderung die Kraft zwischen den Achsen. Für die wirklich harten Hunde unter der Sonne, die ihren Amarok schinden wollen, gibt es noch den zuschaltbaren 4Motion-Allradantrieb. Ein auf Knopfdruck zuschaltbares Verteilergetriebe und eine Klauenkupplung sorgen für einen starren Durchtrieb zwischen den Achsen. Zusätzlich gibt es eine Geländereduzierung für das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe. So überwindet der Amarok Steigungen mit einem Winkel von 45 Grad problemlos, geht vor gröbsten Verwindungen nicht in die Knie und kennt praktisch kein Halten.
Geländefahren ist ein Kinderspiel
Dank zusätzlicher Assistenzsysteme wird das Fahren im Gelände zum Kinderspiel. Das spezielle Offroad-ABS verkürzt auf losem Untergrund dem Bremsweg deutlich. Ein Bergabfahrassistent regelt die Bremse und verhindert, dass der Amarok ins Rutschen kommt, wenn es nach unten geht. Umgekehrt hält der Berganfahrassistent das Fahrzeug beim Anfahren am Berg, damit es nicht nach hinten rollt. Wer den letzten Beweis sucht, dass die Motoren mit dem kleinen Hubraum ausreichend stark sind, der stelle den Amarok an eine Steigung, gebe den ersten Gang rein und löse die Kupplung. Wie wenn es nichts wäre, zieht der Amarok mit Standgas den Hang hinauf, der jedem Freizeitsportler tief schnaufen lässt.
Vom Nutztier bis zum Lifestyle-Pickup
Breit gefächert ist nicht nur das Einsatzspektrum des VW Amarok, sondern auch seine Serienausstattung. Sie beginnt bei der Startline, die sich vor allem an die gewerblichen Kunden richtet, zu erkennen an den unlackierten Stoßfängern. Sie bietet ESP, Front- und Kopf-/Thorax-Airbags ebenso serienmäßig wie CD-Radio, höhenverstellbare Vordersitze und eine umklappbare Rücksitzbank. In der Trendline-Ausstattung sind 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Tempomat, Bordcomputer, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und Staufächer unter den Vordersitzen serienmäßig. Als Lifestyle-Pickup präsentiert sich der Amarok Highline mit Chromapplikationen außen und innen, Radlaufverbreiterungen und Breitreifen der Dimension 245/65 R17, getönten Scheiben und Klimaautomatik. Optional gibt es auch feine Ledersitze, Sitzheizung, Navigationssystem, etc.
Preise beginnen bei unter 26.000 Euro
Heuer rechnet Porsche Austria als Importeur noch mit etwa 200 Fahrzeugen, die ihren Weg nach Österreich finden. Die Auslieferung beginnt etwa Ende Oktober, die ersten Bestellungen werden ab Sommer entgegen genommen. Bei den Preisen darf von einem Einstiegspreis von deutlich unter 26.000 Euro ausgegangen werden (netto rund 21.000 Euro) für die Starline-Version mit Heckantrieb. Beide Allradversionen kosten den gleichen Aufpreis von knapp unter 2000 Euro. Der Unterschied zwischen den Motorisierungen liegt ebenfalls bei rund 2000 Euro.
VW Amarok: Schon gefahren
VW hat ein neues Lieblingstool, für Han...
Pickups sind die Alleskönner unter den ...
Gebaut wird der Amarok im VW-Werk in Ar...
DruckenSenden16.06.2010 von Thomas Weibold