VW move up! 1.0: Der neue Volkswagen
Den großzügigen Innenraum des Fox will VW auf den kompakten Außenmaßen des up! untergebracht haben. Ob's stimmt, zeigt der autonet-Intensivtest des 75 PS move up!.

Ab 9.990 Euro ist der up! zu haben. Der getestete, 75 PS starke move up! ab 11.690.
Zwischen 2012 und 2016 investiert der Volkswagen Konzern 62,4 Milliarden (!) Euro in die Entwicklung neuer Modelle – allein 600 Millionen davon in regenerative Energien. Denn 2018 wollen die Wolfsburger an der Spitze aller Fahrzeughersteller stehen. Dabei spielt ein kleines Auto eine ganz große Rolle – der 3,54 Meter kurze up!. Vom Cabrio bis zur Cross-Version und von Erdgas- bis Elektroantrieb – bei VW steckt noch einiges in der Forschungsschublade. Bis diese verschiedensten Modellvarianten tatsächlich auf den Markt kommen, testen wir die benzingetriebene, zweitürige Version.
Gelungenes Innenraumfeeling
Was uns bereits die ersten Ausfahrten mit dem up! zeigten, bestätigte der Intensivtest ein weiteres Mal: Der aktuell kleinste VW bietet – gefühlt – enorm viel Raum und Luft im Innenraum – zumindest in der ersten Reihe. Großgewachsene werden sich in der zweiten Reihe nie richtig wohl fühlen, dafür sind die Außenabmessungen dann doch zu kompakt. Das Interieur ist liebevoll gestaltet und hervorragend verarbeitet. Von der Klimaanlage über die Sitzheizung bis hin zum Navigations- und Infotainmentsystem lässt sich alles kinderleicht bedienen und gibt keine Rätsel auf. Ablagen sind ebenfalls reichlich vorhanden und der Kofferraum fasst akzeptable 251 bis 951 Liter. Innen passt also eigentlich alles – fast, denn den fahrerseitig nicht vorhandenen Beifahrer-Fensterheber vermissten wir hie und da doch. Und wo wir schon beim Meckern sind: Die beiden vorderen Sitze merken sich nach dem Umklappen leider nicht ihr vorherige Position und der Hebel dafür ist nicht auf Schulterhöhe sondern weit unten am Sitz montiert. Ansonsten können wir über die dynamisch geformten Sitze nur Positives berichten: Selbst üppigeren Mitmenschen bieten sie ausreichend Sitzfläche und Seitenhalt.
Das Trinkverhalten zählt…
Ebenfalls erstaunlich gut, macht sich der Einliter-Dreizylinder-Benziner. Der 75 PS Alu-Murl hält sich selbst bei 130 km/h angenehm ruhig im Hintergrund. Bis Autobahntempo vergeht allerdings einiges an Zeit – böse Leute behaupten, da reiche ein Sekundenzeiger nicht mehr aus. Von 0 auf Tempo 100 sind’s jedenfalls akzeptable 13,2 Sekunden. Aber welchen Stadtfahrer interessiert schon die Beschleunigung – das Trinkverhalten zählt: 5,5 Liter Super schluckte der kleine up! im zweiwöchigen Test. Spaßarm waren wir dabei allerdings nie unterwegs. Soll heißen: Werte unter 5 Liter sind in urbanen Gefilden bei Einhaltung der Schaltempfehlungen locker möglich. Wer noch weniger verbrauchen will, kreuzt für 370 Euro Aufpreis die BlueMotionTechnology-Variante mit Start-Stopp-System an.
Besser als der GTI…
Gut gelungen ist VW auch die Fahrwerksabstimmung: Präzise und ohne große Wankbewegungen meistert der City-Flitzer Kurven, und so smooth wie der up! rollt kein Konkurrent ab. Selbst auf Straßen mit miserablem Zustand kann weder ein Poltern noch ein Knarzen vernommen werden – auch nicht alltäglich. Richtig bissig zeigen sich die Bremsen – ein Wert ins Datenblatt schafft Klarheit. Lediglich 36 Meter benötigt der up! aus Tempo 100 und steht damit sogar früher als ein Golf GTI.
Fazit & Preis
Wie der Intensivtest zeigt, wurde der up! nicht um sonst zum Weltauto des Jahres 2012 gewählt. An ihm müssen sich von nun an wohl alle Kleinstwagen messen, denn in Sachen Verarbeitung und Fahrkomfort legt der kleinste Wolfsburger die Messlatte eine Stufe höher. Auch in Sachen Aufpreispolitik hält er sich preislich durchwegs zurück: Lackierung uni-red 125 Euro, Portables Navi- und Infotainmentsystem mit 5-Zoll Touchscreen 360 Euro, „drive pack“ mit Tempomat, Multifunktionsanzeige und Rückfahrwarner 412 Euro und „winter pack“ mit elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel, Nebelscheinwerfer und beheizbaren Vordersitzen 342 Euro. Mit all diesen Goodies ausgestattet, erhöht sich der Preis des getesteten move up! von 11.690 Euro auf überschaubare 12.893 Euro. Zusätzlich steuert VW derzeit jedem privat zugelassenen up! einen 1000 Euro BP, Shell oder OMW Tankgutschein bei.
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