Tödlich: Jeder Dritte liest SMS am Steuer
Rollendes Hochrisiko: Laut Kuratorium für Verkehrsicherheit (KfV) liest ein Drittel aller Autofahrer während der Fahrt SMS. Jeder 7. schreibt sogar Kurznachrichten via Handy und nimmt dafür eine Reaktionszeit von fünf Sekunden in Kauf. Spitzenreiter der autofahrenden Handyuser sind die Wiener.
Fünf Sekunden dauert die Reaktionszeit eines SMS-lesenden Autofahrers. Genausogut kann man mit geschlossenen Augen fahren.
Das eindringliche "Biepbiep" einer ankommenden SMS-Nachricht führt bei den Meisten von uns zu einer geradezu pawlowschen Reaktion: dem sofortigen Griff zum Handy. Man muss ja auf dem Laufenden bleiben. Nicht vorzustellen, was passieren könnte, wenn man sich mit ein paar Minuten Verzögerung auf den neuesten Stand der Dinge bringt. Dafür nimmt eine erkleckliche Anzahl von Autofahrern sogar ein Hochrisiko in Kauf. Laut einer Sudie des Kuratorium für Verkehrssicherheit ist es Gang und Gäbe am Steuer eines fahrenden Autos SMS zu lesen ist Gang und Gäbe. Auch dem Schreiben einer Kurznachricht via Handy sind Viele nicht abgeneigt.
5 Sekunden Reaktionszeit
Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt das KfV nach einer Befragung von 1.000 Autofahrern. Unumwunden gibt ein Drittel zu, sich durch das Lenken eines Fahrzeug nicht davon abhalten zu lassen, das Short-Message-Service in Anspruch zu nehmen. Jeder 7. beantwortet sogar eingegangene Nachrichten während der Fahrt. Was oberflächlich betrachtet eine lässliche Sünde ist, stellt sich bei genauerem Hinsehen als extrem risikoreiches Unterfangen dar: Die Reaktions SMSender Autofahrer erhöht sich auf fünf Sekunden.
Wiener SMSen am häufigsten
Das negative Schlusslicht der KfV-Studie bilden die Autofahrer der Bundeshauptstadt: Jeder zweite offenbart, am Steuer SMS zu lesen und jeder Fünfte haut in die Handytastatur um sich via Kurznachricht mitzuteilen. Das Problembewußtsein ist bei Österreichs Autofahrern generell ein nicht allzu ausgeprägtes: Nur vier von 10 Befragten glaubt, dass es die Fahrtüchtigkeit einschränkt, am Steuer mit dem Mobiltelefon zu hantieren.
Schockvideo
Was beim SMS-lesen am Steuer passieren kann, haben die britischen Verkehrsbehörden eindringlich in Szene gesetzt. Wer die kurze Filmsequenz sieht, wird sich vielleicht überlegen, beim nächsten "Pieppiep" während der Fahrt zum Handy zu greifen.
DruckenSenden10.02.2010 von Christian Zacharnik