Smart ED: Unterwegs im Elektro-Zwerg
Die Elektroautos kommen. Der Smart ED im Test.
Einer von 100 Smart ED, die derzeit in einem Feldversuch in London und Berlin unterwegs sind.
Der Erstkontakt ist ein relativ unverdächtiger. Nichts am Smart ED unterscheidet ihn von seinen mit Verbrennungsmotor bestückten Kollegen. Lediglich die Rechtslenkung kommt einem etwas britisch vor. Das hat aber nichts mit der alternativen Antriebsmethode, sondern viel mehr damit zu tun, dass der Elektro-Smart von einem Testprogramm abgezogen wurde, bei dem derzeit 100 seiner Art in London Dienst versehen. Vier Jahre soll das Pilotprojekt dauern und dann auf andere Städte ausgeweitet werden.
Stille Wasser sind tief.
Den zweifelsfreien Hinweis, dass wir uns in einem Strom betankten Smart befinden, liefert der Dreh am Zündschlüssel: nichts, nada, niente - kein Mucks entfleucht dem Smart ED. Der Druck auf´s Gaspedal (wie heißt das eigentlich bei E-Fahrzeugen) liefert dann einen weiteren Hinweis: Der Hochspannung-Winzling surrt wie an einer unsichtbaren Schnur gezogen los. Anfahrtsschwäche? Fehlanzeige. Trotz der nur 41 zur Verfügung stehenden PS stellt der Smart ED vom ersten Moment an sein gesamtes Drehmoment von nicht unbeträchtlichen 120 Newtonmeter zur Verfügung. Der kleine Stromer geht ab wie die Brabus-Version und das trotz eines Mehrgewichts von 100 Kilogramm. Diese physikalische Spezifikation von Elektromotoren ist es, die letztendlich auch noch so leistungsorientierte Verbrennungsmotor-Dogmatiker überzeugen wird.
Nähert man sich im Smart ED der gedrosselten Höchstgeschwindigkeit von 112 km/h, ist´s aus mit der elektroimmanenten Stille: Erst in einem E-Vehikel fällt auf, wie laut eigentlich Abroll- und Windgeräusche sind.Von aussen allerdings ist lediglich ein leises Surren zu vernehmen. Wären in unseren Städten auschließlich Elektrofahrzeuge unterwegs, man würde wieder die Vögel zwitschern hören.
Serienreife in frühestens vier Jahren.
Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Die Serienproduktion des Smart ED wird laut Entwicklungsvorstand von Mercedes Benz Prof. Leopold Mikulic frühestens in vier Jahren aufgenommen. Vorher gelte es noch die Problematik der Energiespeicher, sprich: Batterien, zu lösen. Der Lithium-Ionen Akku des Smart ED hat eine Reichweite von rund 110 Kilometer. Das reicht zwar für innerstädtische Bereiche, Überlandfahrten sind allerdings eine recht risikoreiche Unternehmung. Von der jüngst mit dem US-E-Autohersteller Tesla verspricht sich Mercedes einen Entwicklungsschub im Bereich des Energiemanagements.
DruckenSenden24.07.2009 von Christian Zacharnik