BMW schwimmt mit dem Strom
Mit dem Concept ActiveE weist BMW den Weg in die elektrische Zukunft. Schon 2010 kommt eine Testflotte des Elektro-Einser auf die Straße.

170 PS Leistung setzt der Elektromotor im BMW Concept ActiveE frei. Die Höchstgeschindigkeit ist mit 145 km/h begrenzt.
Nachdem mittlerweile fast jeder Autohersteller ein Elektro-Fahrzeug in Aussicht gestellt hat, schwimmt jetzt auch BMW mit dem Strom. Nicht nur der Mini, sondern künftig auch das Einser Coupé sollen deshalb zu Testzwecken lautlos und frei von Schadstoffen durch die Stadt surren und den Weg für das ominöse „Projekt i“ ebnen, aus dem BMW in den nächsten Jahren ein ebenso umweltfreundliches wie raumsparendes und dennoch lustvolles Großstadt-Auto generieren will. Zum ersten Mal zu sehen ist das als weitere Vorstufe zum „i Car“ aufgebaute Concept ActiveE im Jänner auf der Motorshow in Detroit. Doch in einer Flotte von mindestens 100 Autos soll es schon bald auch auf die Straße kommen, damit ganz normale Kunden den Entwicklern mit ihrem Feedback bei der Arbeit helfen.
Antrieb schränkt das Platzangebot nicht ein
Angetrieben wird der elektrische Einser von einem neu entwickelten Elektromotor, der genau dorthin passt, wo sonst das Hinterachs-Differential montiert ist. Darüber liegt – frei sichtbar unter einer beleuchteten Plexiglas-Platte die Leistungselektronik – und daneben das Ladekabel mit dem von BMW entwickelten Spezialstecker, der alle weltweit gängigen Stromstärken verkraftet und dem Fahrer so das Tanken erleichtern soll. Weil die Akkus vor allem im Mitteltunnel, unter der Motorhaube und anstelle des Tanks montiert sind, bleiben im Kofferraum anders als beim Mini tatsächlich 200 Liter Platz für Kisten und Koffer, und auch die Rückbank kann man hier noch zum Sitzen nutzen.
Auf BMW-typisches Fahrvergnügen muss nicht verzichtet werden
Zwar wiegt das Coupé mit Batteriepack stolze 1,8 Tonnen, und die Höchstgeschwindigkeit ist auf 145 km/h limitiert. Doch das Fahrvergnügen sei so, wie man es von einem BMW erwarten könne, Versprechen die Bayern: 170 PS und 250 Nm bringen den Einser in der Stadt in weniger als fünf Sekunden ans Limit, und für den Spurt von 0 auf 100 braucht er keine neun Sekunden. Nur an die Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h müssen sich BMW-Fahrer erst noch gewöhnen. Aber die ist wie in jedem Elektroauto limitiert, um eine halbwegs alltagstaugliche Reichweite zu retten: Im jüngsten US-Prüfzyklus kommt das Active E-Concept deshalb 240 Kilometer weit, bis es wieder an die Strippe muss. Mit eingeschalteten Komfortverbrauchern wie der Klimaanlage oder dem Radio rechnet allerdings selbst BMW unter Alltagsbedingungen mit nicht mehr als einem Aktionsradius von 160 Kilometern.
Optisch gleicht die Studie einem Serien-Einser
Während die Techniker den Einser für die Studie nahezu komplett umkrempeln mussten, durften sie die Designer einen lauen Lenz machen. Während sie das Auto mit der IAA-Studie Vision Efficient Dynamics förmlich neu erfunden haben, gab es diesmal fast gar nichts zu tun: Einzig die bunten Aufkleber im Stil elektrischer Leiterplatten und die blaue Beleuchtung von Ladebuchse und Dachfinne zeugen außen vom neuen Antrieb. Und auch innen gibt es nicht viel mehr als bunte Ziernähte, ein paar Kunststoffreifen in Wagenfarbe und den Akku-Ladestandsanzeiger anstelle des Drehzahlmessers. Denn die Zukunft, so die Botschaft der Bayern, ist näher als man glaubt.
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DruckenSenden23.12.2009 von Thomas Geiger