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Sicherheitsgurt: Rückhalt seit 50 Jahren

Im August 1959 hat Volvo erstmals ein Fahrzeug mit serienmäßigem Drei-Punkt-Sicherheitsgurt ausgeliefert.

Volvo
Das Grunddesign ist zwar unverändert, trotzdem finden die Entwickler immer neue Möglichkeiten, um den Sicherheitsgurt zu verbessern. 
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Sicherheitsgurt erobert von Skandinavien aus die Welt
Am 13. August 1959 lieferte Volvo das erste Auto mit serienmäßigem Drei-Punkt-Sicherheitsgurt aus. Zunächst nur in den Modelle PV 544 und Amazon und ausschließlich auf dem skandinavischen Markt angeboten, setzte sich der Sicherheitsgurt Schritt für Schritt in allen Fahrzeugkategorien und weltweit durch. Seither haben eine Vielzahl von Menschen dem Stoffband ihr Leben zu verdanken oder wurden vor schwerwiegenden Verletzungen verschont.

Vom Schleudersitz zum Sicherheitsgurt
Der Vater des Drei-Punkt-Gurtes heißt Nils Bohlin und war ursprünglich als Flugzeugingenieur tätig. Dort beschäftigte er sich mit der Entwicklung von Schleudersitzen und ging damals schon der Frage nach, wie der menschliche Körper bei extremen Verzögerungen bestmöglich zu schützen sei. 1958 wechselte er zum Fahrzeughersteller Volvo als Sicherheitsingenieur. Zum damaligen Zeitpunkt gab es bereits Gurtsysteme, die nur an zwei Punkten mit dem Fahrzeug verbunden waren. Am gebräuchlichsten war der Beckengurt, wie er heute noch in Flugzeugen verwendet wird. Dieses System konnte aber die Verletzungsgefahr bei Unfällen nicht ausreichend verringern. Bohlin war sich bewusst, dass der Ober- und Unterkörper der angeschnallten Person durch den Gurt geschützt werden müssen.

V-Design als Durchbruch
Die Lösung dieses Problems war der Drei-Punkt-Gurt. Er verläuft über das Becken und diagonal über den Rumpf zur Schulter und ist dabei an drei Punkten fix mit dem Fahrzeug verbunden. Der Gurt bildet dabei ein V dessen Spitze in Richtung Fahrzeugboden zeigt. Der große Vorteil lag darin, dass er über Becken und Brust geführt wurde, jene Knochenstrukturen, die am stärksten sind. Außerdem bot der Drei-Punkt-Sicherheitsgurt eine einfache Bedienung mit einer Hand.

Nach Überzeugungsarbeit setzt sich der Drei-Punkt-Gurt durch
Volvo hatte zwar das Patent auf die Sicherheitseinrichtung, gab dieses aber allen Automobilherstellern zur Nutzung frei. Trotzdem dauerte es einige Zeit und Überzeugungsarbeit, bis sich der moderne Sicherheitsgurt durchsetzen konnte. Viele Kunden begegneten der Einrichtung mit Skepsis. Man wollte sich die möglichen Gefahren bei einem Unfall nicht durch den Sicherheitsgurt vor Augen führen lassen bzw. sich an das Auto fesseln lassen. Erst von Volvo durchgeführte Studien und vor allem Vorführungen mit Schlitten- und Crashtests konnten die Kunden überzeugen. 1963 stellte Volvo den Sicherheitsgurt in den USA und anderen Ländern vor. Lag die Anschnallquote lange Zeit in einem niedrigen Bereich, konnte eine gesetzliche Anschnallpflicht in verschiedenen Ländern den Anteil der Gurtmuffel nach unten drücken. Seit 1984 gibt es in Österreich auch die Verpflichtung zum Einbau und zur Verwendung des Sicherheitsgurtes auf den Sitzplätzen im Fond.

Zahlreiche Auszeichnungen für Bohlins Erfindung
Nils Bohlin und seine Erfindung erhielten in den Jahren eine Reihe von Auszeichnungen und Ehrungen. Das deutsche Patentamt führte 1985 den Dreipunktgurt unter den acht wichtigsten Erfindungen im humanitären Bereich. Zum 50-Jahr-Jubiläum erhält der Sicherheitsgurt den „International Raod Safety Award“ verleihen von Prince Michael of Kent. Nils Bohlin wird diesen Preis leider nicht mehr entgegen nehmen können. Er starb 2002 an den Folgen eines Schlaganfalls.

DruckenSenden13.08.2009 von Thomas Weibold

 

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