Stohl testet
15.10.09 von Peter Schönlaub
 

Mazda3 MPS: Leistungssport

Autonet-Cheftester Manfred Stohl bringt das neue kompakte Kraftwerk an seine Grenzen – mit einem erstaunlichen Ergebnis.

zur FotoshowMarion Rodler
Ein Mann und sein Auto: Rallye-As Manfred Stohl mit dem Mazda3 MPS 
>>>Hier geht's zum Video: Manfred Stohl und der Mazda3 MPS<<<

Die vor Kraft gewölbte Motorhaube mit dem markanten Luftschlitz deutet es schon an: Hier wohnt ein Ausnahmetalent. Konkret ist es ein 2,3 Liter großer Turbomotor mit Direkteinspritzung, der dem Mazda3 zu außergewöhnlichen Fahrleistungen verhilft und zu einem der stärksten Kompaktwagen in Österreich macht.

Die Konkurrenz ist klar: Ford Focus RS (305 PS, Frontantrieb), Audi S3 (265 PS, Allrad) und BMW 130i (258 PS, Heckantrieb). Gegenüber diesen drei illustren Mitbewerbern hat der Mazda3 MPS einen offensichtlichen Vorteil: den mit 33.590 Euro bei weitem günstigsten Preis. Aber kann er auch mit Power und Performance überzeugen? Das klärt der Intensiv-Test mit Rallye-As Manfred Stohl im Driving Camp Pachfurth.

Schall & Rauch: Spektakuläre Turbo-Power
260 PS haben in diesem kompakten Umfeld keine Probleme, sich durch spektakuläre Fahrelistungen bemerkbar zu machen. Schon von der Leerlaufdrehzahl weg steht genug Power zur Verfügung, um die Antriebsräder zu malträtieren und die Räder von einem Aggregatzustand zum nächsten überzuführen: aus „fest“ wird „gasförmig“ oder anders gesagt, aus Gummi wird Rauch. In nur 6,1 Sekunden zoomt man auf 100 Stundenkilometer, die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 250 km/h begrenzt.

Damit ist auch klar, dass man jederzeit Beifahrer zum Kreischen und seinen eigenen Führerschein in Gefahr bringen kann, wenn man nicht aufpasst. Doch nicht nur die schiere Power, auch die Kurven-Performance bewegt sich auf hohem Niveau. Um die Traktion weiter zu verbessern, hat Mazda in der neuen Generation ein Sperrdifferenzial eingeführt: „Damit wird der Speed in den Kurven erhöht “, lobt Stohl.

Hart und weich zugleich: Die Motor-Charakteristik
Auch in den vom Profi herbeigeführten Grenzsituationen bleibt der Turbomotor stets gut kontrollierbar. Manfred Stohl unterstreicht die guten Manieren des modernen Direkteinspritzers: „Die Gas-Annahme erfolgt sanft, die Lastwechselreaktionen sind weich, man spürt kein Ruckeln“ – keineswegs selbstverständlich für einen zugespitzten Motor mit einer spezifischen Leistung von deutlich mehr als 100 PS pro Liter. Trotzdem schicken wir hier einen Wunschzettel an die Mazda-Ingenieure: Auch wenn das Sechsgang-Getriebe sauber schaltet, ein Doppelkupplungsgetriebe wäre hier noch passender.

Der Motor wurde übrigens bereits im Vorgängermodell verwendet, zahlreiche Modifikationen im Detail sorgen jedoch für einen Rückgang der Emissions- und Verbrauchswerte. 9,6 Liter gibt Mazda für den kombinierten Gesamtverbrauch an, bei unserem beherzten Test lagen wir knapp unter zwölf Liter; in Relation zur Performance ist dieser Wert akzeptabel, zumal er bei zurückhaltender Fahrweise unter die Zehn-Liter-Grenze gedrückt werden kann.

Kraft unter Kontrolle: das Fahrwerk
Wer Manfred Stohl kennt, weiß es: Knüppelharte Fahrwerke für Straßenautos werden von ihm nicht geschätzt – auch nicht bei den schnellen Glühern. Daher ist der Wiener nach den Testfahrten mit dem Mazda3 MPS umso erfreuter: Der kompakte Japaner bietet nämlich keineswegs kompromisslose Sportlichkeit, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Power und Alltagstauglichkeit.

So lässt das tiefer gelegte Sportfahrwerk mit den markanten 18-Zoll-Felgen einerseits genug Spielraum für Komfort, vermittelt aber andererseits gutes Feedback. Die Lenkung ist direkt, die Bremsen sind gut dosierbar und die Reaktionen des Chassis sind auf Gutmütigkeit getrimmt. Es verlangt schon die ganze Kunst eines ehemaligen Rallye-Weltmeisters – und abgeschaltete Fahrhilfen –, um die spektakulären Stunts in unserem Video zustande zu bringen.

Warum die Größe doch entscheidend ist und wieso man für den Mazda3 MPS ein Studium braucht, lesen Sie auf Seite zwei - hier klicken.

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Größe bringt’s: Raum für den Alltag

Auch der MPS profitiert vom Größenwachstum des neuen Mazda3. Mit einer Außenlänge von rund 4,5 Metern siedelt sich der Japaner am oberen Ende seiner Klasse an, ist ihr fast entwachsen. Zum Vergleich: Klassen-Boss Golf ist rund 30 Zentimeter kürzer. Kein Wunder also, dass der Mazda3 einen extrem geräumigen Innenraum und mit 340 Liter Fassungsvermögen auch einen großzügigen Kofferraum bietet. Noch ein weiteres Detail hebt die Alltags- und Familientauglichkeit: Der Mazda3MPS wird ausschließlich mit fünf Türen angeboten.

Alles inklusive: die Top-Ausstattung
Auch bei diesem Punkt grinst Cheftester Manfred Stohl bis über beide Ohren. Noch bevor er richtig Gas gibt, beschäftigt er sich nämlich mit den elektronischen Goodies und gibt gerne zu: „In dieser Hinsicht bin ich verspielt, mit taugen all die Luxus- und Komfortausstattungen – da kann ich nie genug haben.“ Beim Mazda3 MPS kommt er auf seine Kosten. Allein das Lenkrad signalisiert schon die stattlichen Fähigkeiten des Entertainmentsystems: „Da braucht man ja ein Studium“, sagt er angesichts der vielen Knöpfe. Nach kurzem Anlauf findet er sich aber doch zurecht und entdeckt das Navigationssystem, das wie viele andere Features in diesem Auto bereits serienmäßig ist.

Das Display befindet sich an ungewöhnlicher Stelle, im schwungvollen Bogen des Instrumententrägers und ist recht klein – aber die Bedienung und die Qualität der Anzeigen sind perfekt. Zu den weiteren Highlights der Ausstattung zählen der Smart Key (Öffnen und Starten ohne Schlüssel), die Reifendruck-Kontrolle, das Bose-Soundsystem mit CD-Wechsler, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Regen- und Lichtsensor, eine Einparkhilfe, die Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein Spurwechselassistent. Dieser Name täuscht allerdings: In Wahrheit handelt es sich um ein System, das vor Fahrzeugen warnt, die sich im toten Winkel befinden. Sobald dies bei höheren Geschwindigkeiten der Fall ist, blinken Warnleuchten, die in die beiden Außenspiegel integriert sind.

Das Fazit: Power für die ganze Familie
Mit dem Mazda3 MPS bauen die Japaner nicht nur einen Hypersportler, sondern ein rundum versiertes Auto ohne entscheidende Schwachstelle. Der Motor ist bärenstark, gleichzeitig aber geschmeidig und kultiviert; das Fahrwerk versteht das schnelle Geschäft, bleibt aber ausreichend komfortabel, damit man auf der Autobahn oder auf schlechten Straßen nicht grantig wird.

Dazu gibt’s ein opulentes Raumangebot, eine lückenlose Sicherheitsausstattung und mehr Hightech-Features als in vielen großen Limousinen. All das zu einem Preis, der die Konkurrenz alt aussehen lässt und sich vor jedem Familienrat rechtfertigen lässt – wenn wir noch ans Christkind glaubten, dann wäre der Wunschzettel schon ausgefüllt. 

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