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Seat Exeo ST: Olà, ich war ein Avant

Seat greift einmal mehr ins große Regal des VW-Konzerns. Weil die Spanier auf dem Weg aus der Krise ganz schnell ein buntes Premierenfeuerwerk abbrennen und nicht erst lange neue Modelle entwickeln wollten, haben sie schon im Frühjahr kurzerhand den alten Audi A4 recycelt und mit ein bisschen frischer Schminke zum Exeo gemacht. Das kam bei den Kunden so gut an, dass nun der zweite Streich folgt.

Porsche Austria
Mit 442 Litern Stauraum bis zum serienmäßigen Gepäckrollo und 1354 Litern bis unters Dach ist der Seat Exeo ST mehr Prestige-Objekt als Packesel. 
Nach der Limousine fährt deshalb auch der Avant durch den Jungbrunnen und rollt als Exeo ST nun zu den Händlern. Die Kombiversion des Exil-Bayern, für dessen Produktion sogar die gesamten Fertigungsanlagen nach Barcelona gekarrt wurden, wird in Österreich mindestens 23.850 Euro kosten.

Prestige-Objekt statt Packesel
Dafür gibt es einen schnörkellosen und grundsoliden Lademeister, der wie die Limousine allerdings nur 4,67 Meter lang ist. Wo andere Hersteller dem Grandtour, Turnier oder Variant ein paar zusätzliche Zentimeter spendieren, haben sich die Spanier mit Blick auf das Gewicht und die Fahrdynamik selbst beschränkt und nehmen dafür auch ein paar Einbußen hin – denn mit 442 Litern Stauraum bis zum serienmäßigen Gepäckrollo und 1354 Litern bis unters Dach ist der ST mehr Prestige-Objekt als Packesel.

Außerdem sind die einzig pfiffigen Detail des Kombis sein doppelter Ladeboden und das in der Heckklappenverkleidung versteckte Warndreieck. Clevere Lösungen wie eine Einfinger-Bedienung zum Umlegen der Rückbank, Gleitschienen oder verschiebbare Befestigungselemente sucht man vergebens. Daran merkt man, dass für den Exeo eigentlich schon vor zehn Jahren die Zeit stehen geblieben ist.

VW kann sich eine Scheibe abschneiden
Doch das ist alles schnell vergessen, wenn man erst einmal hinter dem Steuer sitzt. So vornehm und edel wie im Exeo geht es in keinem anderen Seat – selbst der – ohnehin nicht viel jüngere - VW Passat könnte sich davon eine dicke Scheibe abschneiden: Der Blick schweift über hochwertige Kunststoffe und schmuckes Holz, die Finger streichen über weiches Leder und griffsympathische Schaltelemente, und die Hände greifen in ein Lenkrad, das einem ein gutes Gefühl für die Straße gibt. Denn so solide, wie der Exeo wirkt, so fährt er sich auch.

Nicht ganz so stramm abgestimmt wie in seinem ersten Leben als A4 Avant, steht der Spanier den Spagat zwischen dem komfortablen Langstreckenauto für die Strada del Sole und der Spaßgranate für die Berge im Hinterland: Straff aber komfortabel und vor allem sehr präzise lässt er sich nahe an der Ideallinie führen und macht fast so viel Spaß wie die sportlichen FR- und Cupra-Modelle in den kleineren Baureihen.

Schneller als die Polizei erlaubt
Natürlich steigt das Vergnügen mit der Leistung. Nicht umsonst decken die je drei Benziner und Diesel ein Spektrum von 102 bis 200 PS ab. Doch man muss gar nicht ganz oben einsteigen, um ein wenig Spaß zu haben. Dafür genügt schon der mittlere Diesel, der aus zwei Litern Hubraum 143 PS schöpft und mit bis zu 320 Nm zu Werke geht. Von einem knackigen Sechsganggetriebe an der kurzen Leine geführt, beschleunigt er den Kombi in 9,6 Sekunden auf Tempo 100, ist mit 207 km/h viel schneller, als es die spanische Polizei erlaubt, und gibt sich dennoch mit 5,7 Litern zufrieden. Außerdem ist er dank Common-Rail-Technik ein echter Leisetreter und klingt viel besser als die Pumpe-Düse-Motoren im alten Flaggschiff Toledo, das in homöopathischen Dosen wacker weitergebaut wird.

Sieben Jahre nachdem die Spanier mit dem Cordoba Vario ihren letzten Kombi in Rente geschickt haben, sind sie jetzt offenbar wieder auf den Geschmack gekommen. Der Exeo ST wird deshalb nicht lange alleine bleiben: Schon zum Jahreswechsel bekommt auch die Ibiza-Familie Nachwuchs.

DruckenSenden01.07.2009 von Thomas Geiger

 

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