Mit dem RCZ beweist Peugeot eindrücklich, dass sie nicht nur durchdachte Familienkutschen, sondern auch ausgewachsene Sportwagen bauen können. autonet.at ist den dynamischen Gallier testgefahren. Nach Österreich kommt er im April zu Preisen ab 28.400 Euro.

Die Bezeichnung Sportwagen verdient sich der Peugeot RCZ redlich: agiles, straffes Handling, herzhafter Antritt und ebensolcher Sound. Zu haben ab 23. April ab 28.400 Euro.
Wer bei Peugeot Schärfe suchte, hielt sich am besten an die formidablen Pfeffermühlen. Für Sportwagenenthusiasten war die Löwenmarke bislang ein weißer Fleck auf der automobilen Hochleistungslandkarte. Vielleicht konnte gerade noch die vage Erinnerung an einen 205 GTi den Anflug einer Emotion auslösen, aber das war´s dann auch schon. Das Raubtier im Emblem der Marke schien domestiziert. Bis jetzt: Nun haben die Pariser aber ein ambitioniertes Auswilderungsprogramm gestartet. Am 24. April öffnet Peugeot den Käfig und entlässt das Sportcoupé RCZ in die freie Wildbahn.
Exterieur
Es ist nicht zu übersehen, dass Peugeot mit dem RCZ im Revier eines Audi TT wildern will. Eine gewisse Ähnlichkeit des Parisers mit dem Ingolstädter zu leugnen wäre unglaubwürdig. Allerdings ist der RCZ über den Verdacht des Plagiats erhaben. Der dynamische Gallier nimmt lediglich die Grundform des TT auf und die liegt bei der Konstruktion eines 2+2-sitzigen Sportcoupés doch relativ nahe. Peugeot-Designer Boris Reinmöller hat dem RCZ durch gewitzte Stilelemente wie etwa der Doppelwölbung in Dach und Heckscheibe und den Aluminiumholmen einen eigenständigen Charakter mit hohem Wiedererkennungswert verpasst. In seiner Gesamtheit wirkt der RCZ äußerst edel und hochwertig.
Interieur
Eine Wertung, die unumwunden auch für das Interieur gilt. Lediglich die Mittelkonsole ist bereits aus dem 308 bekannt. Ansonsten wurde dem Coupé eine komplett eigenständige Innenarchitektur zurechtgeschneidert, die klar auf den sportiven Charakter des Autos ausgerichtet ist - ganz besonders in der Top-Version. In der Basis versprüht das Ganze etwas konventionelleres Flair, das aber durch das ab Sommer erhältliche Performance Design Paket aufgefettet werden kann. Dann gibt es ein kleiner dimensioniertes, unten abgeflachtes Sportlenkrad und einen kürzeren Schaltstick. Gesessen wird serienmäßig auf bequemen Sportsitzen mit integrierter Kopfstütze. Was sich allerdings bei der ersten Kurvenhatz im bergigen Nordspanien gezeigt hat, ist, dass der Seitenhalt einen Deut ausgeprägter sein könnte.
Fahrwerk
Und da sind wir auch beim zentralen Angelpunkt dieses Autos. Mit dem Fahrwerk des RCZ setzt Peugeot ganz klar einen Maßstab für Autos französischer Provenienz. Der Löwensportler pariert schnelle Kurvenfahrten dank niedrigem Schwerpunkt, straffer Abstimmung und hoher Verwindungssteifigkeit souverän. Das für Fronttriebler typische Untersteuern haben die Peugeot-Techniker gut in den Griff bekommen. Das ESP greift spaßfördernd spät ein. Für Spurtreue bei hohen Geschwindigkeiten sorgt zudem ein in zwei Stufen automatisch ausfahrender Heckspoiler: ab 85 km/h fährt der Heckpürzel mit einem Anstellwinkel von 19 Grad aus. Die zweite Stufe wird ab 155 km/h gezündet. Dann sorgt der Spoiler mit einem Anstellwinkel von 34 Grad für spürbaren Abtrieb.
Wie sich der neu entwickelte, 200 PS starke Direkteinspritbenziner im Peugeot RCZ geriert und wie er soundtechnisch auf Vordermann gebracht wurde lesen Sie auf der nächsten Seite.