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Schon gefahren

Mercedes SLS E-Cell: Silberpfeil unter Strom

Wenn es sein muss, geht es auch sparsam
Genauso vertraut wie die Schaltwippen ist die AMG Drive Unit auf dem Mitteltunnel. Zwar weicht der Schaltknauf drei einfachen Druckknöpfen für Parken, Vorwärts- und Rückwärtsfahren. Doch die vier verschiedenen Performance-Stufen kann man auch beim elektrischen SLS vorwählen. C steht jetzt für City und Comfort. Da wird der SLS zum Cruiser, rollt nur mit 40 Prozent der Leistung und fährt maximal 120 km/h – ist aber besonders sanft unterwegs und hat die größte Reichweite. Am anderen Ende der Skala gibt es einen Rennmodus, wo alles auf Volldampf programmiert wird.

Innovativ wo man auch hinblickt
Während diese Elemente alle wunderschön vertraut sind, haben die Entwickler bei der Instrumentierung ihren Spieltrieb ausgelebt: Nicht nur die Mittelkonsole sieht jetzt nach Zukunft aus, weil die billige Bedieneinheit aus der C-Klasse einem modernen Touchscreen im Stil von Apples iPad gewichen ist und man Radio, Navigation, Klima oder Telefon mit einem Fingerzeig bedient. Sondern auch im direkten Blickfeld des Fahrers sieht es neuerdings anders aus. Wo beim normalen SLS noch echte Zeiger durch klassische Rundinstrumente rauschen, gibt es hier nur noch Bildschirme mit fast hypnotischer Wirkung. So dreht sich im Tacho die Skala kreisweise um den fest montierten Zeiger. Und dort, wo früher der Drehzahlmesser war, gibt es jetzt eine Leistungsanzeige für den Ladestand der Batterie und den Energiefluss beim Bremsen und Rekuperieren.

Statt eines Tanks hat der elektrische Starfighter ein paar Hundert Lithium-Ionen-Zellen, die Mercedes in sechs Paketen gebündelt hat. Je zwei davon sind vorn und hinten unter der Haube und zwei sind im Mitteltunnel verborgen. So bleibt die Gewichtsverteilung in der Balance, die Karosseriestruktur muss nicht verändert werden und die Montage sei ein Kinderspiel, versprechen die Ingenieure – auch das ist ein Hinweis darauf, dass AMG es mit dem Elektrorenner durchaus Ernst meint.

Bekommt AMG hausinterne Konkurrenz?
Die Fahrleistungen liegen fast auf dem Niveau des 571 PS starken Benziners. Und den Sound bewertet Projektleiter Feustel als ähnlich extrem wie bei einem SL 63 „nur eben am anderen Ende der Skala“. Einzig bei der Reichweite kann es der Stromer mit den anderen AMGs freilich noch nicht aufnehmen. Doch die zusammen 324 Zellen mit 40 Amperestunden und 48 Kilowattstunden haben immerhin genügend Saft für 150 bis 180 schnelle Kilometer. Dass der Flügeltürer danach für acht Stunden an die Steckdose muss, wird Fahrer und Piloten kaum stören. So können nach einem heißen Ritt nicht nur die Reifen auskühlen, sondern auch die Rennfahrer regenerieren.

Feinschliff: Markteinführung nicht vor 2013 geplant
Dass AMG kaum mehr als ein halbes Jahr nach der Ankündigung des Strom-Sportlers einen derart ausgereiften Prototypen auf die Räder stellen kann, hat einen einfachen Grund: „Wir haben diese Variante von Anfang an mit eingeplant und den Flügeltürer entsprechend konzipiert“, sagt Feustel über die vor vier Jahren begonnene Konzeptphase. Um so schwerer wird jetzt allerdings die Geduldsprobe für all jene AMG-Kunden, die auch sonst nicht nach dem Preis fragen und sicher bald die ersten Blanko-Schecks nach Affalterbach schicken. Denn solchen Aktionismus werden die Schwaben nicht belohnen. Stattdessen bittet Projektleiter Feustel noch um etwas Geduld: „Für den Feinschliff brauchen wir noch zwei Jahre. Vor 2013 wird der SLS E-Cell deshalb nicht auf den Markt kommen.“

Mercedes SLS E-Cell

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Je Rad ein Elektromotor: Unter der "Hau...  

DruckenSenden28.06.2010 von Thomas Geiger

 
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