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Schon gefahren

Audi A1: Heiße Aktie für automobile Kleinanleger

Die Praxis: Viel Licht und Lust
Wir haben alle Motoren bereits verkostet. Unser Favorit ist diesmal der Einstiegsmotor: Der Kleine Benziner gibt sich überaus geschmeidig, laufruhig und dank Turbo-Aufladung auch bei niedrigen Drehzahlen schon munter. Unser erster Praxisverbrauch kam bei 6,1 Liter zu liegen. Auch der 105-PS-Diesel ist erstaunlich; wie generell üblich kann er den märchenhaften Normverbrauch von 3,9 Litern zwar nicht einlösen, gegen unseren Praxiswert von 4,8 Liter gibt es aber absolut keine Einwände. Einzige nicht ganz so elegante Lösung ist der 1,4 TFSI mit S tronic. Bei sanftem Fahren gibt sich auch das Getriebe geschmeidig. Wechselt man als Fahrer jedoch in die härtere Gangart mit vielen Lastwechseln – also aufs Gas, vom Gas –, dann ruckelt es spürbar. Völlig harmonisch funktioniert hingegen bei allen Motoren das Start-Stop-System. Selbst Skeptiker mit Vorbehalten können bei diesem geschmeidigen und doch spontanen Starten keine Einwände mehr vorbringen – und die Ersparnis für Börsl und Umwelt ist ohnehin der beste Fürsprecher.

Design: Was man will
Nachdem die erste Neugier gestillt ist, können wir uns in Ruhe mit Design und Ausstattung beschäftigen. Eines der markantesten Details ist der in Kontrastfarbe lackierte Dachbogen. Dieses Feature gibt es in vier Farben – Weiß, Schwarz, Silber, Rot –, kostet aber immer extra. Damit tritt man aber eine Lawine los, denn es ist Teil einer ganzheitlichen Individualisierungs-Strategie. So kann man für den A1 aus zwölf verschiedenen Rädern (bis zu 18 Zoll), aus zehn Lackierungen für die Karosserie und vier Farben für den Innenraum wählen – darunter Rot und ein modernes Grün. Dazu kommt eine Fülle an Sonderausstattungen und auch das bei Audi übliche S-Line-Paket, das sportliche Modifikationen an der Karosserie einschließt.

Ausstattung: Premium light
So edel der neue A1 auftritt und sich fährt, die Serienausstattung ist alles andere als Premium. Einzig das Sicherheitspaket gibt sich keine Blöße: die ganze Batterie an Airbags, ABS, ASR und ESP sind ab der Basisversion namens „Attraction“ löblicherweise an Bord. Was sonst noch dabei ist? Ein ziemlich abgespecktes Soundsystem, elektrische Fensterheber, elektrische Außenspiegel, Zentralverriegelung, die geteilte Rückbank und ein höhenverstellbarer Fahrersitz. Bestellt man um zirka 1700 Euro Aufpreis die bessere Version „Ambition“, dann bekommt man u.a. zusätzlich Leichtmetallfelgen, verchromte Auspuff-Endrohre, Sportsitze mit Easy-Entry-Funktion, ein Lederlenkrad und einen Lederschalthebel, ein Sportfahrwerk sowie das Fahrer-Informationsdisplay mit Bordcomputer & Co.

Die Extras: Zur Kasse bitte
Das bedeutet also: Für eine Klimaanlage, geschweige eine Klimaautomatik muss auf jeden Fall extra gezahlt werden. Ebenso für Licht- und Regensensoren, das schlüssellose Öffnen und Starten per Komfortschlüssel, den abblendenden Innenspiegel. Auch die markanten Xenon-Scheinwerfer mit dem bogenförmigen LED-Tagfahrlicht kosten einen happigen Aufpreis: gut 1100 Euro. Weiter geht’s mit den LED-Heckleuchten (308 Euro), Reifendruck-Kontrolle (62 Euro), dunkle Scheiben im Fond (480 Euro) und Mittelarmlehne vorne (147 Euro). Wer will, kann sich auch ein paar avantgardistische Oberklasse-Features gönnen: den Fernlicht-Assistenten (166 Euro) oder das „MMI Navigation Plus“ aus dem Audi A8 – um schlappe 3200 Euro.
Um diesem Aufpreis-Marathon zu entgehen, hat der österreichische Importeur ein freundliches Kompendium geschnürt: Im rund 2000 Euro teuren Komfortpaket ist im Grunde alles drin, was in der Basisversion fehlt: Alufelgen, Klimaanlage, Info-Display, Mittelarmlehne, Nebelscheinwerfer, Tempomat und beheizbare Außenspiegel.

Das Resümee
Mit dem A1 bringt Audi eine neue Referenz in das Kleinwagensegment. Wenn der Mini nostalgisch, der Citroën DS3 schick und der Alfa MiTo sportlich ist, dann muss der Audi A1 als technisches Ausnahmetalent gelten. Motoren und Effizienztechnologie sind state of the art, Fahrgefühl und Qualitätseindruck mindestens ein, zwei Klassen darüber einzuordnen. Beim A1 ist Premium keine Frage von Prestige oder Marketing, sondern fahr- und erlebbar, egal welchen Motor man sich unter die Haube wünscht. Dass dieser Premium-Auftritt nicht billig sein wird, war zu erwarten. Um den ersten Schrecken zu entschärfen, entschied sich Audi für vergleichsweise moderate Grundpreise, der Rubel rollt über die Extra-Schiene, die entsprechend verführerisch und vielfältig gestaltet wurde.

Wie es weitergeht
Klar, dass der A1 nur der Startschuss für eine ganze Modell-Familie sein kann. Schon Ende des Jahres kommt das Herzstück für Sportler, der S1; mit einer heißen Leistung von rund 200 PS kann gerechnet werden. Ende 2011 folgt schließlich nach dem Vorbild des A3 die fünftürige Variante, der A1 Sportback. Ob’s auch zu einem Cabrio auf dieser Grundlage kommen wird, lässt Audi noch unbeantwortet. Schön wär’s.

Klein, schick, sportlich

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DruckenSenden21.06.2010 von Peter Schönlaub

 
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