Hybrid-Champion Toyota geht in die Offensive: Mit dem Auris HSD debütiert die Eco-Technik aus dem Prius im Massensegment – der erste Vollhybrid in der ganz normalen Golfklasse. Ab September startet der Auris HSD mit einem kämpferischen Startpreis von 22.620 Euro. autonet hat Verbrauch, Fahrgefühl und Preise-Leistungsverhältnis schon gecheckt.
Toyota hat immer ganz fest an Hybrid geglaubt, auch als die anderen noch milde gelächelt haben. Heute ist Hybrid der große Trend, alle Hersteller arbeiten daran. Fertig geworden sind bei der Konkurrenz bislang allerdings nur die weniger effizienten Mild-Hybridsysteme und große Hybrid-Luxusautos, die Toyota über die Schwestermarke Lexus auch anbietet. Der Prius hat 13 Jahre nach seinem Debüt aber noch keine direkte Konkurrenz, inzwischen ist die dritte Generation am Markt. Diesen Vorsprung nutzt Toyota jetzt: Die Prius-Technik wird in den Auris transferiert, der bekommt den Beinamen HSD für Hybrid Synergy Drive – und ist der erste Vollhybrid in der ganz normalen Golfklasse.
Bewährtes Duo
Am Werk sind wie gewohnt ein 1,8-Liter Benzinmotor und ein Elektromotor. Im Schiebebetrieb und beim Bremsen wird sonst verpuffende Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt und in der Batterie hinter der Fondbank gespeichert. Ohne Zutun des Fahrers entsteht so ein System mit 136 PS Gesamtleistung, das den Benzinmotor entlastet und damit den Verbrauch senkt. 3,8 Liter offizieller Normverbrauch und ein CO2-Wert von 89 g/km sind Bestwerte im Segment.
Sein Metier: Stadtverkehr
Bei den ersten Tests von autonet.at lag der Verbrauch hauchdünn unter fünf Liter. Im Hybrid-freundlichen Umfeld wird auch weniger möglich sein: Im Stadtverkehr und beim flotteren Gleiten, etwa wenn man am Morgen in die Stadt pendelt, fühlt sich der Aursi HSD am wohlsten – niedrige Vierer-Werte sind dann erzielbar. Auf der Autobahn kann der Prius seine Hybrid-Vorteile weniger ausspielen, da wird auch der Verbrauch über die fünf Liter steigen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Fahrgefühl: Auf der Autobahn ist der Auris HSD mit ordentlicher Leistung und guter Geräuschdämmung durchaus hochwertig, aber nicht spektakulär. In der Stadt und beim entspannten Gleiten gibt es dagegen das eigene Hybrid-Feeling: Der Benzinmotor wird weniger oder mitunter garnicht gebraucht, dadurch ist das Auto sehr leise und durch die stufenlose Automatik zudem ruckfrei unterwegs. Ein ganz entspannter, eigentlich nobler Fahrstil. Neugierige Blicke sind einem auch sicher: Wenn das Auto geräuschlos nur mit dem Elektromotor anfährt oder nach dem Drücken der EV-Taste, wenn man rund zwei Kilometer rein elektrisch fahren und dabei knapp 50 km/h schnell werden kann.
Unterschiede zum Prius
Wo liegen die genauen Unterschiede zum Prius? Wie der Hybrid-Pioniers setzt auch der Auris HSD auf guten Fahrwerkskomfort, das Handling des ganz auf Europa zugeschnitten Auris ist allerdings noch flotter. Die Platzverhältnisse sind für Passagiere ähnlich, der Kofferraum des Auris HSD ist durch die dort untergebrachte Batterie etwas dezimiert – man muss die 310 Liter Basis-Ladevolumen öfter einmal durch Umlegen der Fondlehnen erweitern. Der Auris hat weniger Hightech-Komponenten als der Prius, zum Beipiel fällt das Display zur Darstellung der Energieflüsse im Hybridsystem simpler und kleiner aus. Nach der kürzlichen Auris-Modellüberarbeitung ist der Innenraum aber sehr schön strukturiert und hochwertig gemacht. Weil Hybrid-Käufer auch aus den Premiumklassen kommen, gibt es optional Feinheiten wie die Leder-Alcantara-Ausstattung.
Fazit und Preis
Äußerlich ist der Auris HSD nahe am normalen Auris. Die im Stoßfänger platzierten LED-Tagfahrlichter heben in ab, zudem gibt es mit der Perlweiß-Metallic-Lackierung optional eine besonders schicke weiße Weste. Mit einem kämpferischen Startpreis von 22.620 Euro für die Basisversion Young liegt der Auris HSD gute 4000 Euro unter dem (allerdings deutlich besser ausgestatteten) Prius und damit im Bereich normaler Kompaktklasse-Modelle mit ähnlicher Leistung. Klimaanlage, Stabilitätsprogramm VSC und alle Airbags bereits inklusive. Toyota nimmt damit auch die Preishürde und macht nocheinmal deutlich: Hybrid ist im Massensegment angekommen.
Den autonet-Fahrbericht zum konventionell motorisierten neuen Toyota Auris lesen Sie hier.