Mit dem Countryman begibt sich Mini auf Abwege. autonet.at ist den Prototyp des Offroaders ein halbes Jahr vor Markteinführung testgefahren. Erster Eindruck: Das Mini-typische Go-Kart-Feeling leidet unter der echt familientauglicher Dimensionierung keineswegs.
Jedes Jahr ein neues Modell – das hat BMW den Mini-Fans versprochen und bislang immer Wort gehalten. Nachdem Dreitürer, Cabrio und Clubman bereits am Start sind, lösen die Bayern ihr Versprechen für dieses Jahr mit dem Countryman ein. Ganz im Zeichen der Vier entwickelt, wird das Crossover-Modell nicht nur die vierte Baureihe der britischen Tochter, sondern auch das erste Auto mit vier Türen, mit mehr als vier Metern Länge und mit der Option auf vier angetriebene Räder. Zwar kommt der aufgebockte Familien-Kombi zu Preisen knapp über 20 000 Euro erst im September auf den Markt. Doch saßen wir bei letzten Abnahmefahrten bereits am Steuer und haben schon mal ein paar Runden gedreht.
Satte Zuwachsrate
Die machen mit dem großen Modell fast genau so viel Spaß wie mit jedem anderen Auto der Marke. „Denn wir wollten, dass sich der Countryman anfühlt wie ein echter Mini“, sagt Ingrid Reyzl, die für die Fahrdynamik verantwortlich zeichnet. Obwohl man sieben Zentimeter höher sitzt als in den anderen Modellen, obwohl der Radstand um 13 Zentimeter auf 2,60 Meter gestreckt wurde, und obwohl der knapp 1,4 Tonnen schwere Countryman ein paar hundert Kilo mehr schleppen muss, sollte das typische Go-Kart-Gefühl nicht auf der Strecke bleiben.
Spaß Utility Vehicle
Natürlich kann der Countryman sein Wachstum nicht vollends verleugnen, doch macht der Maxi-Mini auf dem abgesperrten Rundkurs tatsächlich eine gute Figur: Die Lenkung reagiert ausgesprochen direkt und schmeißt den Wagen buchstäblich in die Kurven, das Fahrwerk ist schön stramm und die sechs Gänge sind angenehm kurz übersetzt. Außerdem hilft dem Countryman hier sein Allradantrieb, den BMW allerdings nur für die stärkeren Motoren und auch dort nur für rund 2000 Euro Aufpreis anbietet: Wo der normale Mini vielleicht längst über den nassen Asphalt gekreiselt wäre, zieht der Countryman ganz unbeirrt seine Bahn zwischen den Pylonen. Selbst wenn man Schrittweise die elektronischen Helfer in die Pause schickt, muss man sich schon ziemlich anstrengen, um ihn aus der Bahn zu werfen. Jeder Meter dieser Testfahrt macht deutlich: Mini ist keine Frage der Maße.
Wie es um die Platzverhältnisse im Mini Countryman bestellt ist, lesen Sie auf der nächsten Seite.