BMW 5er GT: Buckliger Bayer im Smoking
Einen Siebener als Kombi? Ein Van auf Basis des Fünfers? Ein tiefer gelegter X5? All das kann man sich nur schwerlich vorstellen. Aber BMW hat es möglich gemacht.

Das neueste Meisterwerk aus der Müncher Autoschmiede: Der BMW 5er GT
Die Bayern waren fest davon überzeugt, dass die Welt nach einem geräumigen Sportwagen mit hoher Bodenfreiheit, variablem Innenleben und luxuriösem Ambiente verlangt, machen nun das Unmögliche möglich und bringen die eierlegende Wollmilchsau für Besserverdiener an den Start. Ab Ende November gibt es den Fünfer zu Preisen ab 61.500 Euro deshalb auch als GT. Damit ist er auf dem Papier fast 7000 Euro teurer als ein entsprechender Touring.
Raumfahrt in Lack und Leder
Zwar ist der Name mittlerweile nicht mehr ganz so sperrig wie der Arbeitstitel „Raumfunktionales Konzept“, doch so schlank wie der Ehrentitel „Gran Turismo“ vermuten lässt, ist der bucklige Bayer im Smoking deshalb noch lange nicht. Denn für die Raumfahrt in Lack und Leder hat BMW ein Konzept entwickelt, das auf den ersten Blick ein wenig an den X6 erinnert.
Allerdings wurde das unkonventionelle Geländecoupé für den neuerlichen Grenzgang in jeder Dimension gründlich verändert und auf die Plattform des aktuellen Siebeners gestellt: Die Länge wurde auf exakt fünf Meter gestreckt und die Höhe auf sozialverträgliche 1,56 Meter gestaucht. Außerdem gibt es mit 3,07 Metern mehr Radstand als in der Fünfer-Reihe und ein Heck, das endlich nicht mehr so ganz so hoch und schroff aufragt wie die Eiger Nordwand.
Raumfunktionalität durch und durch
Innen können sich BMW-Kunden auf ein völlig neues Raumerlebnis freuen. Während man sich diesseits des langen Siebeners bei den Bayern im Fond bislang meist auf der Strafbank wähnte, wechselt man nun auf einen Thron auf Rädern. Denn wie vorn bietet der Held der Hinterbänkler anstelle des üblichen Rücksitzes gegen Aufpreis auch im Fond zwei Einzelsitze groß wie Fernsehsessel, die man elektrisch verschieben und in der Neigung verstellen kann. „Soviel Beinfreiheit wie im Siebener und so viel Kopffreiheit im X5“, rühmen die Designer das Konzept.
Aber die variablen Rücksitze sind nicht das einzige, mit dem die Bayern die Bezeichnung „raumfunktional“ rechtfertigen: Dazu zählt auch die variable Trennwand. Selbst wer die Rückbank umlegt, sitzt deshalb nicht automatisch im Freien, sondern wird durch diese Barriere weiterhin vor Klang und Klima von draußen geschützt. Erst mit einem zweiten Griff macht sich die Mauer flach und gibt so den Weg frei für eine Laderaumerweiterung von 430 auf 1 700 Liter. Zusätzliche Flexibilität verspricht die geteilte Heckklappe, die man mittlerweile vom Skoda Superb kennt: Sie öffnet wie bei einer Limousine wahlweise nur bis zur Unterkante der Rückscheibe oder wie bei einem Kombi bis weit ins Dach hinein. Wer stark genug ist, ihn über die hohe Ladekante zu wuchten, der kann mit dem Fünfer GT sogar einen Kühlschrank transportieren.
Preis: ab 63.900 Euro aufwärts
Bei der Technik für Antrieb und Assistenz bedienen sich die Ingenieure aus dem Baukasten des neuen Siebeners und des kommenden Fünfers. Nur beim Antrieb selbst haben die Bayern eine kleine Premiere in Petto: Als erstes Modell bekommt der GT die neue Achtgang-Automatik und die nächste Generation des aufgeladenen Reihensechszylinders, der im 535i für 63.900 Euro aus drei Litern Hubraum mit Aufladung und Direkteinspritzung 306 PS und 400 Nm schöpft. Das reicht für einen Sprint in 6,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wir auf 250 km/h begrenzt und der Verbrauch liegt bei 8,9 Litern.
Für sparsame Genießer kommt daneben im Basismodell für 61.500 Euro der 245 PS-Diesel aus dem 730d zum Einsatz, der bei einem Leergewicht von knapp zwei Tonnen dennoch mit 6,5 Litern zufrieden ist. Mit maximal 540 Nm schafft er den Sprint in 6,9 Sekunden und kommt immerhin auf 240 km/h. Und wer es eilig hat, der kann – ebenfalls aus dem Siebener bekannt – den 4,4 Liter großen V8-Motor mit 407 PS bestellen. Er kostet 90.900 Euro, protzt mit 600 Nm und ist schon nach 5,5 Sekunden auf Tempo 100. Allerdings liegt sein Verbrauch bei 11,2 Litern.
BMW 5er Gran Turismo