Porsche Turbo: Die erste Ausfahrt
Das Leben könnte so schön sein, würde man mindestens 174.720 Euro in der Portokassa haben. Dann nämlich könnte man sich den neuen Porsche Turbo kaufen und sicher gehen, der automobilen Perfektion so nahe wie möglich gekommen zu sein.

Alles bleibt besser im neuen Porsche Turbo: Mehr Leistung, weniger Verbrauch - die Zuffenhausener sind Meister der Quadratur des Kreises.
Coupé, Cabrio. Targa oder Turbo – kaum ein Hersteller fächert seine Modellpalette feiner auf als Porsche. Doch für die echten Fans des Dauerbrenners 911 ist das alles Augenwischerei. Denn der einzig wahre Elfer ist für sie der Turbo. Schließlich steht kein anderer Spross der schnellen Familie den Spagat zwischen Büro und Boxengasse besser als der kultivierte Kraftmeier mit dem aufgeladenen Sechszylinder: Montags bis Freitags der brave Gleiter für den Pendler, und am Wochenende der böse Bolide für den PS-Fanatiker. „Mit keinem anderen Auto geht das so gut wie mit unserem Turbo“, sagt Baureihenchef August Achleitner.
Nachdem in den letzten zwölf Monaten schon alle anderen Spielarten des Sportlers überarbeitet wurden, kommt nun Ende November nach dem Motto „das beste zum Schluss“ auch der aufgefrischte Turbo in den Handel. Zwar sieht er von außen fast so aus wie der alte. Doch sind Änderungen unter dem Blech so weitreichend, dass Porsche selbst von einem kleinen Generationswechsel spricht.
Ganz im Geist der Zeit wird der Spitzensportler zwar noch einmal stärker als früher, verbraucht künftig aber je nach Karosserie- und Getriebevariante bis zu 20 Prozent weniger.Möglich macht das ein erstmals in 35-Turbo-Jahren völlig neu entwickelter Motor: Der 3,8 Liter große Sechszylinder bleibt zwar der Boxertechnik treu, wird nun aber mit Benzindirekteinspritzung aufgerüstet und kommt so auf exakt 500 PS. Weil es auf Wunsch zudem die siebenstufige Doppelkupplung gibt, geht der Verbrauch um etwa zwei Liter zurück und liegt bei 11,4 bis 11,7 Litern. Das ist zwar noch immer stattlich. Doch zum Beispiel auf dem wichtigen US-Markt kommen die Schwaben so erstmals um die „Gas-Guzzler“-Strafsteuer für besonders durstige Säufer herum.
Gleichzeitig steigt mit dem neuen Motor auch noch einmal der Fahrspaß: Weil im besten und natürlich auch dem teuersten Fall mit dem optionalen Sport-Chrono-Paket nun kurzfristig bis zu 700 Nm abgerufen werden können, schafft der Turbo den Sprint jetzt in 3,4 Sekunden und beschleunigt danach munter weiter bis auf 312 km/h. Das hilft nicht nur bei Männerspielen auf Rennstrecken, sondern insbesondere im Alltag auf Autobahn und Landstraßen – denn wo andere noch nach einer ausreichend großen Lücke suchen, wischt der Turbo in zwei Wimpernschlägen an allen Spaßbremsen vorbei.
Obwohl dieser Elfer Kraft hat wie ein Rennwagen, kann man ihn dabei förmlich mit dem kleinen Finger fahren: Auf dem Rundkurs wird er sicher einen starren Blick und eine feste Hand fordern. Aber zivile, höhere Geschwindigkeiten zulassende Gefilde durchmisst der Sportler bei aller Eile mit der großen Gelassenheit dessen, der um seine Kraftreserven weiß. So ruht man ganz entspannt in den trotz ordentlichen Seitenhalts überraschend komfortablen Ledersitzen und lässt sich vom neu abgestimmten Fahrwerk mit wohligem Sanftmut auch über böse Bodenwellen tragen.
Zwar galt das Gros der Modellpflege der Antriebstechnik. Doch so ganz tatenlos haben auch die Designer dem Treiben nicht zugesehen: Zumindest Kenner können das neue vom alten Modell deshalb an ein wenig frischer Schminke für Scheinwerfer, Rückleuchten und Karosserieschürzen erkennen. Derat innerlioch revolutioniert und äußerlich evolutioniert kommt ein Anschaffungspreis für den neuen Porsche Turbo von mindestens 174.720 Euro zusammen. Das Cabrio kommt auf 187.910 Flocken und mit PDK-Getriebe werden rund 5 Tausender aufgeschlagen. Wer soviel "Gerschtl" übrig hat, kann ab 21. Npvember den Gang zum Händler antreten.
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