Infiniti FX30d: Hoch und eilig
Spektakuläres Design, unendlicher Luxus und jetzt auch Dieselpower: Autonet.at hat den programmierten Bestseller im Infiniti-Modellprogramm schon vorab verkostet.

Infiniti FX30d: Die schöne Alternative für anspruchsvolle, die nicht mit dem deutschen Oberklasse-Mainstream schwimmen wollen
Warum die amerikanisch-japanische Nissan-Tochter ausgerechnet jetzt in Österreich startet, hat einen guten Grund: Es ist der neue Dieselmotor, der ab sofort bestellbar ist und ordentlich Wind in die Segel der neuen Nobelmarke blasen soll.
Der neue Dieselmotor
Entwickelt wurde der Dreiliter-V6 mit Common-Rail-Einspritzung innerhalb der Allianz mit Renault und Nissan. In der Spezifikation für Infiniti leistet der hypermoderne Powerdiesel 238 PS und stemmt ein Drehmoment von stolzen 550 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Dass er bereits die Euro5-Norm erfüllt, darf man unter diesen Umständen voraussetzen. Seine ersten Tätigkeitsbereiche findet der neue Diesel in den beiden Crossover-Modellen von Infiniti: dem EX und dem FX. Später im Herbst wird er auch in der neuen Luxuslimousine M zu finden sein.
FX und Diesel
Für unseren ersten Test konnten wir den Dieselmotor im FX unter die Lupe nehmen. Der große Crossover – in der Länge entspricht er dem BMW X5 – ist das Flaggschiff der Marke und entsprechend liebevoll gestaltet. Das Design ist nachgerade spektakulär und sportlich muskulös. Mit seinem flachen, gewölbten Dach erinnert er an ein Coupé, auch die lange Motorhaube erinnert an Sportwagen. Insofern steht der Diesel schon ein wenig unter Druck: Kann er das vom Design getragene Versprechen beim Fahren einlösen? Auch die beiden Benzinmotoren, die alternativ erhältlich sind, hinterlassen große Fußabdrücke: Es sind ein 3,7 V6 mit 320 PS und ein 5,0 V8 mit 390 PS.
Na bitte: Es geht doch!
Jegliche Skepsis löst sich aber nach ein paar Metern auf: Der Diesel harmoniert perfekt sowohl mit den sportlichen als auch mit den luxuriösen Ansprüchen des FX. Sobald man losgefahren ist, wird der Motor praktisch unhörbar, so perfekt wurde der Fahrgastraum gedämmt. Auch Vibrationen fehlen völlig, somit genießt man das geliebte Oberklasse-Feeling. Die Kraft wird von einer Siebengang-Automatik perfekt portioniert, die Schaltübergänge vollziehen sich auch bei Vollgas sanft und nahezu unmerklich. Dank des bulligen Drehmoments lassen sich trotz der 2,1 Tonnen Lebendgewicht ansprechende Fahrleistungen erzielen: 8,1 Sekunden für den Sprint auf 100 und 212 km/h Spitze sind völlig ausreichend. Noch ein Blick auf die Ökonomie: Neun Liter sagt der Normverbrauch, in der Praxis sind wir jedoch nicht unter zehn Liter ausgestiegen; man rechne mit realen Werten zwischen elf und zwölf Liter.
Wieviel Schnickschnack man zum Preis von 63.590 Euro bekommt, lesen Sie auf Seite 2.
Luxus, Luxus, Luxus
Diese Noblesse im Auftreten passt perfekt zum FX, der ja generell ein Statement für Luxus und Opulenz ist. Schon die Basisversion GT ist ein Synonym für Reichhaltigkeit. Zum Preis von 63.590 Euro bekommt man bereits die Lederpolsterung, einen zehnfach elektrisch verstellbaren Fahrersitz, Klimaautomatik, ein feines Soundsystem, den intelligenten Schlüssel, den Tempomaten, beheiz- und kühlbare Vordersitze sowie mächtige 20-Zoll-Felgen. Das volle Sicherheitspaket mit sechs Airbags ist ohnehin dabei, dazu Allrad und Automatik.
Wer die sportliche Schlagseite des FX noch ein wenig stärker betonen will, kann um 3000 Euro Aufpreis die Version „S“ wählen. Dann sind unter anderem das elektronische Fahrwerk, Sportsitze (für den Fahrer 14-fach verstellbar!), eine Hinterradlenkung und extragroße 21-Zoll-Felgen im Turbinenlook an Bord – echte Eyecatcher.
Premium und Hightech
Wer angesichts solcher Preise, die im Vergleich zur deutschen Premium-Konkurrenz recht moderat sind, noch finanziell beweglich bleibt, sollte sich bei beiden Versionen das Premium-Paket gönnen. Um 6200 Euro bekommt man unter anderem das System Connectiviti+ mit einem großen Touchscreen, einem schlauen Navi samt Michelin-Guide und einem Bose-Premium-Soundsystem inklusive iPod-Integration. Außerdem wird der Tempomat um einen Abstandsradar ergänzt, der wiederum mit dem Brems-Assistenten zusammenarbeitet. Und zuletzt ist noch ein Spurhalte-Assistent dabei, der beim unbeabsichtigten Verlassen der Bahn einzelne Räder abbremst und damit das Auto wieder dezent auf die Spur zurückführt. Bevor er das tut, nervt er aber schon mit heftigem Piepsen, was sich aber zum Glück per Tastendruck unterbinden lässt.
Das Resümee: Viel Harmonie
Infinitis FX30d ist eine schöne Alternative für Anspruchsvolle, die nicht mit dem deutschen Oberklasse-Mainstream schwimmen wollen: auffällig, aber nicht protzig; groß aber nicht ausladend; stark, aber im Grunde nicht unvernünftig. Dazu gesellt sich eine große Portion Fahrfreude, die vor allem aus der perfekten Verarbeitung und der großen Harmonie aller Abläufe erwächst. Ganz premium eben.
Drucken05.07.2010 von Peter Schönlaub