Mazda6: sportlicher, sparsamer UND günstiger
Den schwindenden Absatzahlen im Mittelklassesegment will Mazda mit seinem gründlich überarbeiteten 6er entgegen treten. Der Neue sieht nicht nur sportlicher aus, er fährt sich auch so. Novize im effizienzoptimierten Motorenprogramm ist ein 2,0-Liter-Direkteinspritzer mit 155 PS.

Neue Optik, überarbeitetes Fahrwerk und effizientere Motoren kennzeichnen den neuen Mazda6. Günstiger wurde er auch und zwar um 500 Euro in der Basisversion.
Mit der besten Nachricht rückt Mazda ganz am Schluss der Präsentation in Barcelona heraus: Der neue 6er wird billiger. Ab sofort kostet die Basisversion der japanischen Mittelkasse 23.990 Euro und somit um 500er weniger als der Vorgänger. Na das ist mal ein Wort. Da nutzt ein Hersteller ein Facelift ausnahmsweise nicht, um seinen Kunden noch den einen oder anderen Euro mehr abzuzwacken. Damit will sich Mazda im Jahr seines 90jährigen Bestehens aber nicht für die Treue seiner Kundschaft bedanken. Vielmehr soll dieses preisliche Downsizing helfen, die stetig schwindenden Absatzzahlen in der Mittelklasse zu stabilisieren. In den vergangenen drei Jahren ist der Marktanteil von 16 auf 12 Prozent geschrumpft.
Zurück in die Top Drei
Und noch etwas hat Mazda kampfeslustig werden lassen. Im vergangenen Jahr hat Opel mit dem Insignia dem 6er dem ihm angestammten Platz in den Top-Drei der Zulassungsstatistik streitig gemacht. Den wollen sie sich nun wieder zurückholen. Der Weg dorthin soll neben dem bereits erwähnten monetären Zuckerl nicht zuletzt über eine behutsam auf Vordermann gebrachte Optik des 6er führen. Am augenscheinlichsten wird diese bei frontaler Betrachtungsweise: Stoßfänger und Frontschürze wurden neu gestaltet und mit schärferen Kanten versehen. Eine Maßnahme, die dazu führt, dass der Mazda6 nun satter auf der Straße zu stehen scheint. Dazu wurden auch die Nebelscheinwerfer neu angeordnet und mit einem Chromrahmen versehen. Denselben gibts auch für die Heckleuchten, die dadurch dominanter wirken.
Kaum Unterschiede zwischen Non-Premium und Premium
Edler und hochwertiger. Diese zwei Worte standen im Anforderungskatalog der Interieurdesigner bei der Etwicklung des facegelifteten 6ers. Erreicht wurde das durch Chromverzierungen an allen Teilen, die im täglichen Fokus des Benützers stehen. Als da wären: die Bedienelemente für Klimaanlage und Audiosystem, der Griff der Handbremse und die inneren Türgriffe. Komplettiert wird die Schönheitskur im Innenraum mit zahlreichen Applikationen in Hochglanzoptik und ein neues Oberflächenfinish für die Armaturentafel in mattem oder glänzendem Silber. Punkto Qualitätsanmutung, das muss man sagen, lässt sich Non-Premium immer seltener von Premium unterscheiden, wie der Mazda6 eindrücklich beweist.
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Neuer Benziner
Nicht fehlen darf bei einem zünftigen Facelift dieser Tage ein gründliches emissionales Downsizing der Motorenpalette. Auch diese Aufgaben haben die Mazda-Sans bravourös gelöst. Benzinertechnisch kommt ein vollkommen neu entwickelter 2-l-Direkteinspritzer zum Einsatz. Der Vierzylinder leistet 155 und somit um acht PS mehr als der konventionelle Otto im Vorgänger. Der CO2-Ausstoß wurde um sechs Prozent reduziert. 6,9 Liter braucht der 2.0 l MZR DISI, wie das Aggregat mit vollem Namen heißt, auf 100 Kilometer.
Auch der Einstiegsbenziner, der 1.8i mit 120 PS, arbeitet dank neuer Abstimmung des 6-Gang-Getriebes effizienter und zwar um 6 Prozent. Eine längere Übersetzung des dritten, vierten und fünften Gangs verhilft schließlich auch dem 2,5-l-Top-Otto mit 170 PS zu einem reduzierten Spritverbrauch (- 0,1 Liter).
Überarbeitete Diesel-Motoren
Auch das 2,2-l-Dieseltriumvirat mit 129, 163 und 180 PS wurde überarbeitet, die Effizienz und das Ansprechverhalten optimiert. Vordringlichste technische Neuerungen sind hier der Einsatz kleinerer Turbolader und Turbinenräder, die das Trägheitmoment verringern und zu einem agileren Charakter beitragen. Beim Basis-Diesel (129 PS) konnte so etwa das Dremoment um 30 Newtonmeter erhöht werden.
Sportlicheres Fahrwerk, präzisere Lenkung
Kleine Modifikationen am Fahrwerk zeitigen beim neuen Mazda6 ein deutlich dynamischeres Handling, wie sich auf den ersten Testkilometern gezeigt hat. Neue Stabilisatorenbuchsen an der Vorderachse sorgen für eine verringerte Federrate und somit für ein strafferes Fahrgefühl. Damit darunter nicht der Komfort leidet, wurde die Radaufhängung neu abgestimmt. Der Mittelklasse-Japaner liegt satt und ruhig auf der Straße und vermittelt ein hohes Sicherheitsgefühl. Dazu trägt auch die nun direkter und präziser arbeitende elektronische Servolenkung bei.
Fazit und Preis
Mit dem neuen 6er rückt Mazda der Premiumkonkurrenz weiterhin ordentlich auf die Pelle. Dazu tragen nicht nur die optimierten Motoren, das überarbeitete Fahrwerk und das qualitative Upgrade im Innenraum bei. Auch neue Ausstattungsfeatures wie Berganfahrassistent (HLA), Kurvenlicht (AFL) und Spurwechselassistent sind geeignet, den Abstand zur deutschen Konkurrenz dahinschmelzen zu lassen. Der reduzierte Preis trägt das Seinige dazu bei. Zu haben ist der Mazda6 in der Basisversion als Limousine mit 120 PS-Benziner ab 23.990 Euro. Die Preise für den Fünftürer (Sport) beginnen bei 24.590 Euro. 800 Euro mehr sind für den Kombi zu veranschlagen.
Drucken05.05.2010 von Christian Zacharnik