Citroen DS3: French Kiss
Paris macht Liebe: Mit dem DS3 treten die Franzosen gegen kleine Nobelautos wie Mini und Audi A1 an. Der Beginn einer groß angelegten Charmoffensive mit Premiumanspruch.

Der stylische Kompaktfranzose kommt im März nach Österreich. Preise: ab 15.690 Euro.
Man sollte sich nicht mit Diskussionen um das DS-Kürzel aufhalten. Mit dem legendären gestylten Auto aus den 50-er und 60er-Jahren hat dieser DS3 natürlich rein garnichts zu tun. Weil die Buchstabenkombination aber heute noch ein klangvoller Name ist, holte man sie für ein besonderes Projekt aus der Schublade: Eine groß angelegte Charmeoffensive mit Premiumanspruch soll das Markenimage weiter hochheben – durchwegs sympathische Neuheiten sind zuletzt auch sehr gut angekommen, andererseits kratzten die Franzosen in den Jahren davor mit hohen Rabatten oft selbst am Ansehen. Nun also Premium, man will in die Nobelabteilung und scheut auch dementsprechend selbstbewußte Preise nicht. Der DS3 ist nur der Anfang, auch ein DS4 und ein DS5 sollen kommen.
Anti-Retro
Das alles soll aber nichts mit Retro zu tun haben, Citroen spricht sogar drastisch von Anti-Retro. Wohl um sich von den Hauptkonkurrenten Mini und Fiat 500 abzugrenzen. Tatsächlich wirkt das Auto sehr modern – und Anti-dezent: Die Franzosen haben den DS3 richtig herausgebrezelt, wohin man auch schaut, erblickt man ein neues Stylingelement. Umso erstaunlicher, daß das Gesamtbild vollkommen stimmig ist. Unsere Design-Favoriten: Eindeutig die vertikalen Front-LED´s – je sechs auf einer Seite – und die an eine Haifischflosse angelehnte B-Säule.
Keiner wie der andere
Wie man es von Mini und Fiat 500 kennt, offeriert auch Citroen zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten – auch beim DS3 soll kein Modell dem anderen gleichen. Dachfarben und sogar spezielle Musterungen am Dach kann man wählen, auf Wunsch in Kontrast zur restlichen Wagenfarbe. Innen geht die Individualisierung weiter, von den Stoff- oder Lederbezügen über die Dekorelemente bis hin zu den Fußmatten.
Der Qualitätseindruck innen: Im gesamten oberen Bereich arbeitet Citroen mit sehr hochwertigen Materialien, die Premiumansprüche erfüllen können, abseits des direkten Blickfeld werden harte Kunststoffe wie bei normalen Autos dieser Größenklasse verwendet – aber das machen die direkten Konkurrenten nicht anders. Cooles, deutlich von der Norm abweichendes Styling.
Gute Raumverhältnisse
Punkto Platzverhältnissen kann der DS3 seine für die Klasse großen Außenabmessungen von 3,94 Metern (ein Mini ist 3,69 Meter lang, erst der Clubman reicht an den DS3 heran) auch Innen umsetzen: Vorne viel Platz und auch hinten kommen Erwachsene für mittellange Strecken unter, dazu ist der Kofferraum mit 285 Litern ordentlich. Umlegen der Fondsitze ist möglich, ergibt aber keine ganz ebene Ladefläche.
Knackiger Beau
Der Fahreindruck ist deutlich: Kein anderer Citroen ist so straff, sportiv und knackig. Der Fahrspaß erinnert an den Mini – für richtige Kurvenkünstler ebenso wie für Stadtflitzer. Exakte, dennoch in der Stadt angenehm leichtgängige Lenkung. Gutes Schaltgetriebe. Aus der Motorenpalellte von drei Benziner und zwei Diesel war vorerst nur der 1,6 THP mit 156 PS für Tests verfügbar – und er hinterläßt einen ausgezeichneten Eindruck, ist gleichzeitig entspannt zu fahren und sehr kraftvoll.
Generell zeigt sich der DS3 sportiv, die Benziner starten bei 92 PS und die Diesel leisten 90 und 110 PS. Gute Verbrauchswerte, mit CO2-Werten bis hinunter auf 99 g/km auch tadellose Umweltbilanz. Die Preisliste beginnt bei 15.690 Euro und unterbietet den Mini besonders dann recht deutlich, wenn man ausstattungsbereinigt rechnet. Markstart in Österreich ist im März.
Drucken10.02.2010 von Fabian Steiner