Renault Clio Hi-Flex: Bi schadet nie
SuperEthanol (E85) hat den Vorteil, dass es sauberer verbrennt und billiger ist als herkömmliche Treibstoffe. Benzin hat den Vorteil, dass man es überall bekommt. Der Renault Clio Hi Flex nimmt aber beides.

Tanken Sie doch was Sie wollen: der Renault Clio Hi-Flex veträgt Alk (E85) und Benz, pur, gemischt, in jedem Verhältnis. Unkompliziert, effizient und kostengünstig. In die Hinterköpfe der Kunden muss das allerdings noch. Autonet leistet dazu seinen Beitrag.
Wer etwas damit anfangen kann, findet im Namenszusatz Hi-Flex den Hinweis auf eine Fähigkeit, die den Clio ganz und gar einzigartig macht. Hi-Flex bedeutet nämlich, dass man ihm Benzin oder SuperEthanol (E85) in den Rachen schütten kann. Je nachdem, was gerade zur Hand ist. Und zwar in ein und denselben Tank. Solche Autos gibt es natürlich bereits, Renault selbst hat zum Beispiel Hi-Flex Modelle die ganze Palette hinauf bis zum Laguna im Programm, aber in der Klasse der Kleinwagen steht der Clio bislang allein auf weiter Flur. Dabei fügt sich das Konzept eines sparsamen, umweltbewussten Fahrens wunderbar zu einem Auto, das gerade deswegen gekauft wird.
Kraut und Rüben
SuperEthanol (E85) ist nämlich jener Bio-Sprit aus Mais und Zuckerrüben, der weniger Emissionen erzeugt und günstiger zu haben ist. Wenn er denn zu haben ist. Die Dichte der aktuell 22 österreichischen Tankstellen mit SuperEthanol nimmt von Wien nach Westen dramatisch ab, was zum Teil erklärt, warum sich die Nachfrage nach SuperEthanol-Autos in Grenzen hält. Auf der anderen Seite wurde das Thema kontrovers diskutiert, da man befürchtete, ein großflächiger Anbau von Mais und Zuckerrüben zur Erzeugung von SuperEthanol würde Engpässe bei Futter- und Lebensmittel nach sich ziehen. Tatsächlich liegt der Bedarf an SuperEthanol (E85) weit unter einer Gefährdung der Nahrungsressourcen, trotzdem Benzin bereits mit bis zu 5 Prozent SuperEthanol gestreckt wird. Da aber der Mensch sich selbst meist am nächsten ist, bleibt das Zögern bei Kauf eines SuperEthanol-Autos immer noch unverständlich.
Ein bißchen Bi schadet nie
Die Füllung des Tanks mit Benzin und SuperEthanol in jedem Mischungsverhältnis erweist sich im Alltag als völlig problemlos, man merkt im Fahrbetrieb keinen Unterschied zwischen den Treibstoffarten. Die 75 PS des Clio bleiben 75 PS, egal, ob nun SuperEthanol oder Benzin durch den Vergaser rinnt. Das reicht, um mit dem allgemeinen Verkehrstempo locker Schritt zu halten, weckt aber auch nie den Sportsgeist. Dafür spart man mit jedem Kilometer Geld und spuckt um rund die Hälfte weniger CO2 aus, wenn man mit SuperEthanol vollgetankt hat. Zwar schnellt der Verbrauch wegen der geringeren Energiedichte des Bio-Sprit auf 8 Liter hinauf, dafür kostet er auch entsprechend weniger. Mit einer gelassenen Fahrweise kommt man dem kleinen, hübschen Franzosen mit seiner weichen Fahrwerksabstimmung ohnehin näher und erfüllt nebenbei den selbst gestellten Umweltschutzauftrag.
Gutes Gewissen - günstig erkauft
Verzichten muss man dabei auf nichts. Bezogen auf die Gesamtgröße kommt der Kofferraum auf ein brauchbares Volumen von 288 Liter, das nach Umlegen der Rückbank auf Reisegepäckdimensionen anschwillt. Die Ausstattung Expression nimmt Klimaanlage, CD/Radio mit einer Bipol-Steckdose für den i-Pod (eigenwillig aber immerhin) und elektrische Fensterheber vorne mit an Bord. Die Fünf-Gangsschaltung könnte wohl ein wenig präziser von der Hand gehen, aber das ist eine Marginalie in einem überzeugenden Preis-Leistungs-Paket. Denn mit der staatlichen Öko-Prämie ist der Hi Flex sogar um einen Hauch billiger als sein reiner Benzinbruder.
Renault Clio Hi-Flex: Bi schadet nie
Äußerlich ist beim Renault Clio Hi-Flex...
Praktisch ist das vor allem im Osten Ös...
Je weiter es gen Westen geht, desto spä...
DruckenSenden19.01.2010 von Andreas Hochstöger