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Porsche 911 Carrera S: Krisensicher

Kann man sich in Zeiten der Krise noch mit einem sündhaftteuren Sportwagen sehen lassen? Ja. Vorausgesetzt, es handelt sich um einen 911er. Dieses Auto hat zu jeder Zeit eine unbedingte Daseinsberechtigung. Warum, lesen Sie im Intensivtest mit dem 400 PS starken Carrera S.

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Zu schön um ihm böse zu sein - auch in Zeiten der Krise: Der Porsche 911 Carrera S mit 400 PS. 
Es sind keine guten Zeiten für Sportwagenfahrer. Schnellfahren ist längst kein Ausdruck virilen Draufgängertums und erfolgreichen Entrepreneurs wohlwollend zugestandener Risikobereitschaft mehr. Gasgeben wird heute als sinnlose Ressourcenverschwendung bestenfalls und als Gemeingefährdung schlimmstenfalls angesehen. Dass hinter dieser ablehnenden Haltung nicht, wie vorgeschoben, sozialmoralische, ökosoziale oder sonstige ethische Gründe stecken, sondern schlicht eine psychosoziale Dysfunktion in Form von Neid, sei nur am Rande erwähnt.

Anschmiegsam
Unbeleckt davon war, ist und wird immer sein: Der Porsche 911 - selbsterklärend, organisch, eindeutig, klar, unprätentiös, funktionell, klassisch. Dieses Auto wird gegönnt. So auch in seiner neuesten Ausprägung. Während andere Sportwagen dazu tendieren zu kostümieren, kleidet der Carrera. Da steht nicht die Außenwirkung im Vordergrund. Ein 911er wird um seiner selbst willen gefahren. Das hat damit zu tun, dass der Zuffenhausener, anstatt widerborstig auf seine Eigenschaft als außergewöhnlicher Sportwagen hinzuweisen, das mit einer ausgesprochenen Empathie bewerkstelligt, die dem Fahrer schmeichelt. Am Steuer eines Porsche 911 hat jeder das Gefühl ein guter Fahrer zu sein. Das liegt nicht etwa an einer liebdienerischen Attitüde des Autos. Vielmehr ist es diese ausgereifte, durchdachte und ausgewogene Konstruktion mit der sich der Porsche an seinen Halter schmiegt.

Von zart . . .
Erkennbar ist das, viel mehr als in Grenzsituationen, an der Art und Weise, wie sich der - in unserm Fall -  Carrera S im Alltag fährt: beiläufig, konziliant, seidenweich, übersichtlich. Das Porschedoppelkupplungsgetriebe PDK ist dafür nicht unbedingt vonnöten, aber es vereinfacht die Sache ungemein, ohne am anderen Ende der Perfomancekurve störend Einfluss zu nehmen – ganz im Gegenteil. Den 400 Pferden des Carrera S ist das Automatikgetriebe, wie Banausen oder Porsche-Puristen sagen, ebenso hintergründiges wie höchst effizientes Managementtool, wie wiederum Banausen sagen. Der Carrera S nimmt die Kurven wie andere einen Schluck Wasser: beiläufig, flüssig. Wenn es in Unkenntnis des Grenzbereichs zuviel des Guten wird, greift das Porsche Stability Management ein, ohne den Fahrer zu brüskieren.

 . . . bis hart
Augenblicklich Schluss mit der Konzilianz ist nach Betätigung der Sport plus Taste. Dann amplifiziert der Schwabe seine in ihrer fraglosen Nachdrücklickeit doch vornehm zurückhaltende Tonalität. Auf Deutsch: es hebt ein Gebrüll an, das, wenn gleich dem Potenzial angemessen, einen doch frivolen Geschmack hinterlässt. Man hat es am Steuer eines gepflegten 911 ja nicht so mit dem Alterieren. Viel wichtiger ist, dass sich das Fahrwerk verfestigt, der Schaltpunkt nach hinten verlegt, das Gaspedal sensibilisiert und die Lenkung strafft. So abstimmungstechnisch aufmunitioniert wird der Carrera S zum Kurvenskalpell. Wo der Grenzbereich endet, entzieht sich meiner Kenntnis und mit Sicherheit auch der 99,9 Prozent aller anderen Fahrer des aktuellen 911er. Denn neben aller technischer Perfektion ist der Carrera vor allem eines: wunderschön. Und diese visuelle Harmonie will man nicht um die Burg durch dümmliche, postpubertäre Handhabung zerstören. Da sei auch die Vorstellung davor, 160.000 Euro innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Hyperinflation zuzuführen.

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DruckenSenden31.10.2012 von Christian Zacharnik

 

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